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McDonald's streicht den McRib nach 35 Jahren aus dem Sortiment

Der Klassiker verschwindet zum 28. Oktober aus dem deutschen Standardsortiment – eine spätere Rückkehr schließt McDonald's nicht aus.

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McDonald's streicht den McRib nach 35 Jahren aus dem Sortiment

McDonald's Deutschland nimmt den McRib aus dem Standardsortiment. Die Ankündigung erfolgte im Kunden-Newsletter des Unternehmens, der Burger verschwindet zum 28. Oktober von der regulären Karte. Damit endet in Deutschland eine Ära, die länger als drei Jahrzehnte dauerte.

Der McRib stand seit 1989 durchgängig auf den deutschen Speisekarten – also seit der Amtszeit von Helmut Kohl. Über 35 Jahre lang gehörte der nahezu salatlose Burger mit Barbecue-Soße und Schweinefleisch zum festen Angebot. Bemerkenswert: Der deutsche und der luxemburgische Markt waren in dieser Hinsicht eine Ausnahme. In anderen Ländern war der McRib längst kein Dauerbrenner mehr.

Einen genauen Grund für das Aus nannte McDonald's auf Nachfrage der WirtschaftsWoche nicht. Das Unternehmen äußerte sich nicht näher dazu, warum ausgerechnet der Dauerbrenner aus dem Standardsortiment gestrichen wird.

Vom Hühnerengpass zum Kultburger

Die Geschichte des McRib ist eng mit ihrem Erfinder verbunden: René Arend, ein luxemburgischer Koch und Produktentwickler, der auch als Schöpfer der Chicken-McNuggets gilt. Arend beschrieb die Entstehung des Burgers rückblickend im Jahr 2009 als Ergebnis einer Notlage – eher Improvisation als durchdachte Produktstrategie.

"Die McNuggets kamen so gut an, dass sie jeder Franchisenehmer haben wollte", sagte Arend. "Wir mussten uns deshalb ein neues Produkt für die anderen Franchisenehmer einfallen lassen, also entstand der McRib wegen des Mangels an Hühnerfleisch." Anfang der 1980er Jahre war die Nachfrage nach den Nuggets unerwartet stark gestiegen, während eine passende Lieferstruktur für Hähnchenfleisch fehlte.

In den USA wurde der McRib bereits 1981 eingeführt, später jedoch gestrichen und nur noch als Aktionsprodukt zeitweise angeboten. In Deutschland hingegen erreichte der Burger Kultstatus und blieb dauerhaft im Sortiment.

Was McDonald's stattdessen plant

Der Konzern modernisiert seine Restaurants, vereinfacht Abläufe und setzt stärker auf Technologie. Das Wachstum soll künftig vor allem in den Kategorien Hähnchen und Getränke liegen. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg plant McDonald's zusätzliche Chicken-Sandwiches und Wraps, zunächst für den US-Markt. Bis 2030 will das Unternehmen in beiden Kategorien den Marktanteil um jeweils 1,5 Prozentpunkte steigern.

Flankiert wird der Umbau durch Kapitalhilfen und Mietentlastungen für Franchisenehmer. Die Unterstützung der Franchise-Partner summiert sich bis 2036 auf rund 8,5 Milliarden Dollar. Der Konzern erwartet sich davon produktivere und leichter steuerbare Restaurants.

Ein endgültiger Abschied muss der McRib indes nicht sein. "Ein Abschied aus dem Standardsortiment bedeutet nicht zwangsläufig einen Abschied für immer. Eine zeitweise Rückkehr zu einem späteren Zeitpunkt ist möglich", sagte ein Sprecher von McDonald's. Zudem bewirbt das Unternehmen bereits eine neue Variante namens McRib Sweet Heat.

Was das für Anleger bedeutet

Für Investoren ist der Schritt Teil einer längerfristigen Strategie: McDonald's versucht seit Jahren, sein Image aufzupolieren. Dazu gehören der Farbwechsel von Signalrot zu Dunkelgrün, die Einführung des McCafé sowie ein erweitertes Angebot mit Salaten und Wraps. Der McRib passt mit seinem Ruf als schwerer, salatarmer Burger nur bedingt zu diesem Bild.

Zugleich bleibt das operative Fundament groß: In Deutschland betreibt McDonald's knapp 1400 Restaurants, die täglich fast 1,9 Millionen Gäste zählen. Anleger sollten daher weniger auf einzelne Produktentscheidungen als auf die übergeordnete Sortiments- und Effizienzstrategie achten – und darauf, ob der Konzern seine Wachstumsziele bei Hähnchen und Getränken tatsächlich erreicht.

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