Marktkorrektur unvermeidlich: Drei Dividendenaktien als Schutz fürs Depot
Seit 1945 gab es 37 Korrekturen am US-Aktienmarkt. Drei defensive Dividendenaktien sollen Anleger auf den nächsten Rücksetzer vorbereiten.

Seit 1945 hat der US-Aktienmarkt nach Daten des Finanzinstituts MUFG 37 Korrekturen verkraftet – also Kursrückgänge von 10% oder mehr. Diese Rücksetzer traten historisch gesehen etwa alle 2,2 Jahre auf. Die bislang letzte Korrektur ereignete sich im April 2025, als der Markt anlässlich des sogenannten „Liberation Day" von seinem Höchststand um rund 20% einbrach.
Dass dieses Zeitmuster keine Garantie für den nächsten Rückgang ist, betont die Quelle ausdrücklich: Es bedeutet nicht, dass der Markt überfällig ist. Gleichwohl gilt eine weitere Korrektur als unvermeidlich. Für diese Annahme sprechen konkrete Gründe, denn der S&P 500 befindet sich auf einem seiner am stärksten überbewerteten Niveaus aller Zeiten.
Anstatt den Zeitpunkt der nächsten Korrektur vorherzusagen, setzt der Autor auf Vorbereitung: Er will sein Portfolio mit hochwertigen Dividendenaktien ausstatten, die auch in Baissephasen Beständigkeit zeigen sollen. Drei Titel stellt er konkret vor.
Die Details
Realty Income (Ticker O) hat seit seiner Börsennotierung im Jahr 1994 in 11 der 13 Korrekturen den S&P 500 übertroffen. Der Immobilien-Investmenttrust (REIT) verzeichnete im Durchschnitt nur einen Rückgang von 2,6%, verglichen mit einem durchschnittlichen Drawdown des S&P 500 von 22,6%. Sein Beta-Faktor liegt bei 0,5 – historisch war er damit halb so volatil wie der S&P 500, dessen Beta-Faktor 1,0 beträgt.
Als wesentlicher Treiber dieser Stabilität gelten die robusten Cashflows. Realty Income besitzt ein global diversifiziertes Portfolio aus Einzelhandels-, Industrie-, Gaming- und Rechenzentrumsimmobilien, die durch langfristige Net-Lease-Verträge mit vielen der weltweit führenden Unternehmen gesichert sind. Über 90% der Einzelhandelsmieten stammen von Mietern in nicht-zyklischen, dienstleistungsorientierten Geschäften, die sich über konjunkturelle Zyklen hinweg als widerstandsfähig erwiesen haben. Dieses stabile Einkommen stützt die stetig steigenden monatlichen Dividenden – 136 Erhöhungen seit 1994. Bei einer Rendite von 6% bietet der REIT eine starke Basisrendite, unabhängig davon, ob der Markt steigt oder fällt.
Procter & Gamble (PG) verfügt über eines der beständigsten Geschäftsmodelle der Welt. Die Nachfrage nach seinem Portfolio an Konsumgütern für den Haushalt – Marken wie Bounty, Charmin, Crest und Dawn – ist stabil und steigt kontinuierlich. Das Unternehmen zahlt seit seiner Gründung im Jahr 1890 jedes Jahr Dividenden und hat diese in den vergangenen 70 Jahren in Folge erhöht. Damit gehört es zur Gruppe der „Dividend Kings", also Firmen mit mindestens 50 Jahren jährlicher Dividendenerhöhungen.
P&G generierte im vergangenen Jahr sehr stabile Cashflows von 19,6 Milliarden US-Dollar. Das ermöglicht Investitionen in das Wachstum und gleichzeitig hohe Kapitalrückflüsse an die Aktionäre: 10,2 Milliarden US-Dollar flossen über Dividenden, 5 Milliarden US-Dollar über Aktienrückkäufe. Kurzfristig sieht sich das Unternehmen mit Inflationsdruck konfrontiert; langfristig ist ein Gewinnwachstum pro Aktie im mittleren bis hohen einstelligen Bereich das Ziel. Zusammen mit der 3% renditenden Dividende kann P&G während eines Kurseinbruchs als Stabilisator dienen.
WM (Ticker WM) verfügt ebenfalls über ein sehr widerstandsfähiges Geschäftsmodell. Haushalte und Unternehmen müssen unabhängig von der wirtschaftlichen Lage ihre Abfälle und Recyclingmaterialien sammeln und entsorgen lassen. Gleichzeitig müssen Gesundheitseinrichtungen ihre medizinischen Abfälle sicher entsorgen, und viele Unternehmen benötigen die sichere Vernichtung von Informationen. Als führender Anbieter von Umweltlösungen in Nordamerika genießt WM eine strategische Position, die die Quelle als unübertroffen beschreibt.
Das Unternehmen verwandelt Müll in stabile, wachsende Cashflows. Das verschafft ihm Mittel, das Geschäft durch Akquisitionen und Investitionen in strategisches Wachstum zu erweitern, Geld über Dividenden und Buybacks an Aktionäre zurückzugeben und sein festungsartiges Finanzprofil aufrechtzuerhalten. WM hat seine Dividende 23 Jahre in Folge erhöht, mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 8,6% im vergangenen Jahrzehnt. Bei einer aktuellen Rendite von nahezu 2% und einem Beta-Faktor von 0,56 kann WM in einem Marktabschwung sowohl Einkommen bieten als auch die Volatilität senken.
Hintergrund: Was bisher geschah
Das Thema Korrekturschutz beschäftigt aktien.news bereits seit geraumer Zeit. Bereits am 27.01.2026 berichtete aktien.news über zehn Dividendenaktien als Schutz vor einer Marktkorrektur. Damals bewegten sich die Aktienmärkte in der Nähe ihrer Allzeithochs, während die Nervosität unter Anlegern zunahm: Gold kletterte in dieser Woche auf über 5.100 Dollar je Unze, Intel verlor nach schwachen Quartalsprognosen innerhalb von nur zwei Handelstagen fast 22 Prozent an Wert. Immer mehr Marktbeobachter warnten vor dem Risiko einer größeren Korrektur, obwohl die Börsen seit etwa neun Monaten keinen deutlichen Rücksetzer mehr erlebt hatten.
Am 16.06.2026 folgte ein Bericht über zwei Dividendenaktien, die man für immer halten kann. Zu diesem Zeitpunkt lag der S&P 500 seit Jahresbeginn rund 9% im Plus, und das Börsendebüt von Space Exploration Technology mit einer Bewertung von 1,8 Billionen US-Dollar markierte den größten IPO aller Zeiten. Zugleich standen mit Anthropic und OpenAI zwei weitere hochkarätige Börsengänge bevor. Der Beitrag verwies auf die Warnung, dass sich der Markt in aufgeblähten Phasen von der „mühsamen Performance der Unternehmen selbst" entkoppelt.
Am 04.08.2026 berichtete aktien.news über ein Video von The Motley Fool, in dem vier konkrete Aktien vorgestellt wurden, die bei einer weiteren Marktkorrektur im August 2026 als Kaufkandidaten galten. Die Botschaft: Korrekturen müssen nicht als Bedrohung, sondern können als Chance begriffen werden.
Erst am 03.10.2026 – einen Tag vor dem aktuellen Bericht – thematisierte aktien.news sieben Qualitätsaktien für die Einkaufsliste. Die jüngste Börsenkorrektur hatte bei zahlreichen Aktien deutliche Spuren hinterlassen; viele Titel waren von ihren erst kürzlich erreichten Höchstständen um 20 Prozent, 30 Prozent oder sogar noch stärker gefallen. Motley Fool sah darin keinen Grund zur Panik, sondern einen Anlass, eine Einkaufsliste zu erstellen.
Was das für Anleger bedeutet
Korrekturen sind nach Einschätzung der Quelle ein regelmäßiges Phänomen. Obwohl sie beunruhigend wirken können, erholt sich der Markt typischerweise scharf in den zwölf Monaten nach dem Einbruch. Anleger sollten deshalb keine Angst vor der nächsten Korrektur haben. Als besserer Plan gilt es, sich darauf vorzubereiten und defensive Positionen hinzuzufügen, die den Schlag abfedern und dennoch starkes Aufwärtspotenzial in der eventualen Erholung bieten.
Für deutsche Privatanleger ist dabei wichtig, dass die genannten Kennzahlen wie Beta-Faktor, Dividendenrendite und Drawdown historische Größen sind. Sie beschreiben, wie sich die Titel in der Vergangenheit verhalten haben – eine Garantie für die Zukunft sind sie nicht. Die drei vorgestellten Unternehmen eint, dass sie stabile, wachsende Cashflows generieren, die ihre stetig steigenden Dividenden stützen und sie historisch weniger volatil gemacht haben. Dies ist ausdrücklich keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung, sondern eine Darstellung der Argumente aus der Quelle.
Ausblick
Konkrete Termine für die nächste Korrektur nennt die Quelle nicht – sie betont ausdrücklich, dass sich der Zeitpunkt nicht vorhersagen lässt. Als einzige greifbare Planungsgröße nennt der Beitrag das langfristige Ziel von Procter & Gamble, ein Gewinnwachstum pro Aktie im mittleren bis hohen einstelligen Bereich zu erzielen. Zudem verweist die Quelle auf das historische Muster, wonach sich der Markt in den zwölf Monaten nach einem Einbruch typischerweise scharf erholt. Der Autor plant, alle drei Aktien zu kaufen, während er sein Portfolio auf die nächste Korrektur vorbereitet.
Kurz erklärt
- Korrektur: Ein Kursrückgang von mindestens zehn Prozent vom jüngsten Höchststand eines Marktes oder Einzelwerts.
- Beta-Faktor: Kennzahl dafür, wie stark ein Wert im Vergleich zum Gesamtmarkt schwankt.
- REIT: Eine börsennotierte Gesellschaft, die Immobilien besitzt und bewirtschaftet und Erträge an ihre Aktionäre ausschüttet.
- Dividend King: Ein Unternehmen, das seine Dividende seit mindestens 50 Jahren in Folge erhöht hat.
