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Markel-Aktie nach 13 Prozent Kursverlust: Kaufgelegenheit oder Warnsignal?

Die Markel-Aktie verliert 2026 deutlich an Wert. Ein Blick auf Bewertung, Underwriting und die Lehren aus 30 Jahren.

• 2 Min
Markel-Aktie nach 13 Prozent Kursverlust: Kaufgelegenheit oder Warnsignal?

Die Aktien von Markel (MKL) haben zum 23. Oktober einen Kursverlust von 13 Prozent im laufenden Jahr bis dato verzeichnet. Für Anleger stellt sich damit die Frage, ob der aktuelle Rücksetzer eine Einstiegsgelegenheit darstellt oder ob die Schwäche ein Warnsignal ist. Eine Einschätzung aus der Analyse des US-Finanzportals Motley Fool fällt dabei zurückhaltend aus.

Zunächst lohnt der Blick auf das Geschäftsmodell. Markel wird aufgrund seiner Ähnlichkeit mit Warren Buffetts Berkshire Hathaway seit Langem als „Mini-Berkshire" bezeichnet. Ähnlich wie Berkshire ist Markel vor allem ein Versicherungsunternehmen, das sein Kapital aus diesem Geschäft nutzt, um andere Unternehmen zu investieren oder zu übernehmen. Daher hält es große Anteile oder die volle Kontrolle über verschiedene Gesellschaften in Branchen, die von industrieller Backwaren-Ausstattung über Zierpflanzen bis hin zu Fertigteilen aus Beton reichen.

Die langfristige Bilanz kann sich sehen lassen. Wer vor 30 Jahren 10.000 US-Dollar in Markel investiert hätte, dessen Anteil wäre heute etwa 220.000 US-Dollar wert. Das entspricht einer durchschnittlichen jährlichen Rendite von 10,9 Prozent. Zum Vergleich: Der S&P 500 erwirtschaftete im selben Zeitraum durchschnittlich 8,7 Prozent und entwickelte sich von 10.000 US-Dollar auf nahezu 124.000 US-Dollar. Interessant ist dabei, dass Berkshire Hathaway selbst die größte Aktienposition von Markel ist.

Schwache Underwriting-Ergebnisse belasten

In den vergangenen Jahren hatte das Unternehmen jedoch Schwierigkeiten, wobei die durchschnittlichen jährlichen Gewinne meist deutlich unter denen von Berkshire Hathaway lagen. Ein zentraler Grund dafür sind die schwachen Underwriting-Ergebnisse der letzten Jahre. Das Underwriting – also die Zeichnung von Versicherungsrisiken – gilt als Herzstück eines Versicherers, weil es bestimmt, ob das Kerngeschäft profitabel arbeitet oder Verluste produziert.

Hinzu kommt die Struktur des Unternehmenswerts. Ein Großteil des Markel-Werts ist an seine Aktienbeteiligungen gebunden, die anfällig für Schwankungen des Aktienmarkts sind. Diese Abhängigkeit wiegt in einem Umfeld schwer, in dem sich viele Menschen in diesem Jahr oder bald Sorgen vor einem Börsencrash machen. Fällt der Markt, leidet auch der Buchwert von Markel spürbar.

Keine Dividende als Ausschlusskriterium

Ein weiterer Punkt, der gegen einen Einstieg spricht, ist die fehlende Dividende. Markel zahlt keine Dividende aus. Für manche Anleger mag das keine Rolle spielen, doch für Investoren, die einen bedeutenden Einkommensstrom durch Dividenden aufbauen möchten, ist das ein gewichtiges Argument. Der Autor der Analyse betont, dass er zunehmend zu Dividendenzahlern neigt, gerade weil er ein regelmäßiges Einkommen aufbauen will.

In der Gesamtschau scheinen Markels Aktien zu den aktuellen Kursniveaus relativ angemessen bewertet zu sein. Dennoch steigt der Analyst nicht ein. Seine Begründung: Das Unternehmen läuft nicht rund, die Underwriting-Ergebnisse waren zuletzt schlecht, und ein großer Teil des Werts hängt an schwankungsanfälligen Aktienbeteiligungen. Markel mag von hier aus ein hervorragender Performer sein, doch aus Sicht des Autors gibt es derzeit attraktivere Anlagemöglichkeiten.

Für deutsche Anleger, die dennoch an dem „Mini-Berkshire" interessiert sind, lohnt sich ein genauerer Blick auf die Zahlen. Die entscheidenden Fragen bleiben: Verbessert sich das Underwriting nachhaltig, und wie stark hängt die Bewertung von der Entwicklung der Aktienmärkte ab? Solange diese Punkte ungeklärt sind, bleibt die Aktie eine Wette auf die künftige operative Erholung – und nicht auf einen sicheren Dividendenstrom.

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