Lion One Metals meldet 3.796 Unzen Gold und neuen LM90-Bohrer
Der kanadische Goldproduzent steigert die Quartalsproduktion auf 4.678 Unzen und nimmt den neuen Boart-Longyear-Bohrer in Fidschi in Betrieb.

Lion One Metals Limited (TSXV: LIO) (OTCQX: LOMLF) hat vorläufige Betriebsergebnisse für das am 30. September 2026 beendete Quartal aus der Tuvatu-Goldmine in Fidschi vorgelegt. Der kanadische Goldproduzent erzielte in dem Dreimonatszeitraum eine Goldrückgewinnung von 3.796 Unzen bei einem durchschnittlichen Kopfgehalt von 4,3 g/t Gold. Das entspricht einem Anstieg von 15 Prozent gegenüber dem vorangegangenen Quartal und einem Plus von 39 Prozent gegenüber dem Quartal, das am 31. März 2026 endete.
Rechnet man die zusätzlichen 882 Unzen hinzu, die aus dem Abbau von Goldbeständen im Lagerbestand sowie aus Kohlenstofflieferungen stammen, kommt das Unternehmen auf eine Gesamtproduktion von 4.678 Unzen Gold. Lion One bezeichnet diesen Wert als rekordverdächtige vierteljährliche Goldlieferung aus Tuvatu. Die Meldung datiert vom 20. Oktober 2026 und stammt aus North Vancouver in der kanadischen Provinz British Columbia.
Für zusätzliche operative Dynamik soll der neue Boart Longyear LM90-Untergrundkernbohrer sorgen, der vorzeitig in Tuvatu eingetroffen ist. Der Bohrer, dessen Kauf am 27. Juli 2026 angekündigt wurde, ist nach Abschluss der Operator-Schulung nun untertage im Einsatz. Er soll sowohl die Zone 500 als auch die West-Zone aus großer Tiefe ansteuern, um die Ressourcenexpansion und -aufwertung in diesen Bereichen zu unterstützen.
Die Details
Die vorläufigen Quartalszahlen im Überblick:
- 3.796 Unzen zurückgewonnenes Gold aus den Mühlenoperationen
- 882 Unzen Gold aus dem Abbau von Mühlenbeständen und Kohlenstofflieferungen
- 4.678 Unzen insgesamt produziertes Gold
- 4,3 g/t durchschnittlicher Kopfgehalt an Gold
- 32.588 Tonnen aufbereitetes Erz
- 1.539 m untertägiger Bergbauentwicklung
- 95,1% Auslastung der Aufbereitungsanlage
Die Aufbereitungsanlage verarbeitete im Quartal insgesamt 32.588 Tonnen mineralisiertes Material, was einem durchschnittlichen Durchsatz von rund 354 Tonnen pro Tag entspricht. Im August und September erreichte die Mühle in aufeinanderfolgenden Monaten Rekordauslastungen von 97,4 Prozent beziehungsweise 98,3 Prozent. Die Goldrückgewinnung lag bei 83,8 Prozent und damit einen Prozentpunkt unter dem Rekordwert von 84,9 Prozent aus dem Vorquartal. Dieser leichte Rückgang wurde nach Unternehmensangaben durch einen Anstieg des Mühlendurchsatzes um 16,5 Prozent kompensiert.
Bei der Bergbauentwicklung wurden 1.539 m abgeschlossen, darunter 359 m Kapitalentwicklung und ein Rekordwert von 1.181 m operativer Entwicklung. Insgesamt ist dies das drittbeste Quartal der Bergbauentwicklung seit Beginn der Bergbauaktivitäten in Tuvatu Anfang 2024. Der Wert liegt moderat unter den 1.660 m des Vorquartals, aber über dem langfristigen Durchschnitt von 1.445 m für den Zeitraum Januar 2025 bis September 2026. Die Bohrgestelle wiesen im gesamten Quartal eine Gesamtverfügbarkeit von 59 Prozent auf, was stark durch ungeplante Ausfallzeiten im September beeinflusst wurde.
Ein besonderes Augenmerk lag auf den Goldbeständen im Aufbereitungskreislauf. Das Verarbeitungsteam unternahm gezielte Anstrengungen, um diese durch Verbesserung der Schwerkraft-Rückgewinnung und des Kohlenstoff-Streifens zu reduzieren. Im Rahmen der Optimierung wurden etwa 8,8 Tonnen Kohle aus dem Laugungskreislauf entfernt und durch frische Kohle ersetzt. Die entfernte, restgoldhaltige Kohle wurde zur Verarbeitung und Rückgewinnung vom Standort abtransportiert.
Auch beim Arbeitsschutz meldet Lion One Fortschritte. Im Quartal kam es zu einem Vorfall mit ausgefallener Arbeitszeit und zwei medizinischen Notfällen, woraus sich eine Gesamtzahl meldepflichtiger Vorfälle (TRIF) von 1,83 ergab – gemessen pro 200.000 gearbeitete Stunden. Es ist das zweite Quartal in Folge mit Verbesserungen: Das Vorquartal von April bis Juni wies einen TRIF-Wert von 4,37 aus, das Quartal von Januar bis März einen Wert von 6,55.
Zusätzlich lieferte das Unternehmen weitere Angaben zur Beauftragung von Global One Media für die digitale Investorenkommunikation, die am 24. September 2026 angekündigt worden war. Der Vertrag läuft über sechs Monate zu Gesamtkosten von 39.000 US-Dollar, bestehend aus einem monatlichen Pauschalhonorar von 6.500 US-Dollar. Die ersten drei Monate des Vertrags – insgesamt 19.500 US-Dollar – wurden bei Unterzeichnung am 31. August 2026 im Voraus bezahlt. Nach Ablauf der initialen sechsmonatigen Laufzeit geht die Vereinbarung in einen Monat-für-Monat-Modus über.
Gemäß National Instrument 43-101 ist William J. Witte, P. Eng., Principal Advisor des Unternehmens, die qualifizierte Person und hat den technischen und wissenschaftlichen Inhalt der Pressemitteilung überprüft und genehmigt. Lion One betreibt in Fidschi ein eigenes geochemisches Labor und eine eigene Flotte von Diamantbohrgeräten. Kernproben werden zu 85 Prozent zerkleinert, sodass 75 Mikrometer passieren; die Goldanalyse erfolgt mittels Feuerprobe mit AA-Finish. Proben mit Gehalten über 10,00 g/t Au werden erneut gravimetrisch analysiert. Duplikate von 5 Prozent der Proben mit Gehalten über 0,5 g/t Au gehen zur Überprüfung an die ALS Global Laboratories in Australien.
Hintergrund: Was bisher geschah
Bei aktien.news standen zuletzt andere Goldunternehmen im Mittelpunkt, die als Branchenkontext für die Einordnung der Tuvatu-Zahlen dienen können. Bereits am 8. August 2026 berichtete aktien.news, dass Lundin Gold im zweiten Quartal zum 30. Juni 2026 einen bereinigten Gewinn von 202 Millionen US-Dollar und eine Goldproduktion von 118.994 Unzen an der Mine Fruta del Norte in Ecuador erzielte.
Am 5. Oktober 2026 folgte der Bericht über Osisko Gold Group, die neue Ergebnisse des Infill-Explorationsbohrprogramms in der Lowhee-Zone des Cariboo-Goldprojekts in Zentral-Britisch-Kolumbien vorlegte. Der herausragendste Abschnitt stammte aus dem Bohrloch BMU-26-121 mit 7,28 g/t Gold über 16,15 Meter bei rund 105 Metern vertikaler Tiefe.
Zwei Tage später, am 7. Oktober 2026, meldete aktien.news, dass Fortuna Mining im dritten Quartal 69.665 Goldäquivalent-Unzen (GEO) produzierte und seine Jahresguidance von 281.000 bis 305.000 GEO bekräftigte. Am 25. September 2026 berichtete aktien.news über New Age Metals, die Goldwerte von 4,77 g/t am Bonanza Ridge im Nordwesten der kanadischen Provinz Ontario meldeten. Diese Berichte betreffen ausschließlich andere Gesellschaften und lassen keinen direkten Rückschluss auf die operative Entwicklung von Lion One zu. Sie zeigen jedoch, dass die Quartalsberichtssaison 2026 im Goldsektor breit angelaufen ist.
Was das für Anleger bedeutet
Die Zahlen sind ausdrücklich vorläufig und betreffen ausschließlich die Betriebsseite. Angaben zu Umsatz, Kosten, Margen oder freiem Cashflow enthält die Mitteilung nicht – eine vollständige finanzielle Bewertung des Quartals ist auf dieser Basis daher nicht möglich. Auch eine Produktionsprognose für das Gesamtjahr oder das Schlussquartal wird in der Meldung nicht genannt.
Für die Einordnung der Größenordnung lohnt ein Blick auf die Branche: Die 4.678 Unzen Gesamtproduktion von Lion One liegen deutlich unter den 118.994 Unzen, die Lundin Gold laut dem aktien.news-Bericht vom 8. August 2026 im zweiten Quartal förderte. Lion One positioniert sich selbst als aufstrebender Produzent mit neuen Operationen, die Ende 2023 am Projekt Tuvatu eingerichtet wurden.
Positiv hervorzuheben sind aus Sicht der operativen Stabilität die rekordverdächtige Auslastung der Mühle in zwei aufeinanderfolgenden Monaten sowie die verbesserte Arbeitssicherheit. Die niedrigere Verfügbarkeit der Bohrgestelle von 59 Prozent bremste dagegen die Kapitalentwicklung – ein Hinweis darauf, dass die operative Leistungsfähigkeit derzeit auch von der Geräteverfügbarkeit abhängt. Dies ist keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung.
Ausblick
Mit dem LM90 erhöht sich die aktive Bohrflotte des Unternehmens auf vier Untertage-Bohrer und zwei Oberflächenbohrer. Der neue Bohrer ermöglicht nach Unternehmensangaben kürzere, schnellere und kostengünstigere Bohrlochdurchmesser mit verbesserten Schnittwinkeln und soll die Zone 500 sowie die West-Zone erstmals effektiv aus großer Tiefe erschließen. Die Vereinbarung mit Global One Media läuft nach den ersten sechs Monaten im Monat-für-Monat-Modus weiter. Weitergehende Zeitpläne oder Produktionsziele nennt die Mitteilung nicht.
Kurz erklärt
- Kopfgehalt: Der durchschnittliche Goldgehalt des Erzes, das in eine Aufbereitungsanlage eingespeist wird.
- TRIF: Kennzahl für meldepflichtige Arbeitsunfälle und Verletzungen, bezogen auf eine feste Zahl geleisteter Arbeitsstunden.
- Mühlenauslastung: Grad der tatsächlichen Nutzung der verfügbaren Aufbereitungskapazität einer Mine.
- Untergrundkernbohrer: Spezielles Bohrgertät, mit dem unter Tage Gesteinskerne für die Analyse entnommen werden.
- NI 43-101: Kanadischer Standard für die Offenlegung technischer Informationen zu Mineralprojekten.
- Laufender Meter: Längenmaß für die im Bergbau aufgefahrene Strecke oder das Bohrloch.
