DRDGOLD: Goldproduktion plus 10 Prozent, operativer Gewinn plus 42 Prozent
Der südafrikanische Gold-Tailings-Spezialist meldet einen starken Start ins Geschäftsjahr 2027 mit 725,8 Millionen Rand freiem Cashflow.

Das südafrikanische Gold-Tailings-Unternehmen DRDGOLD hat das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 (FY27) mit deutlich verbesserten Kennzahlen abgeschlossen. Das zum 30. September endende Quartal brachte eine um 10 Prozent höhere Goldproduktion und einen um 42 Prozent gestiegenen operativen Gewinn. Der freie Cashflow-Zufluss belief sich auf 725,8 Millionen Rand.
Getragen wurde die Entwicklung von einem Umsatzplus von 31 Prozent. Dazu trugen zwei Faktoren bei: Der verkaufte Goldmengenanteil legte um 14 Prozent zu, und der durchschnittlich erzielte Rand-Goldpreis verbesserte sich ebenfalls um 14 Prozent. Bemerkenswert ist, dass die Durchsatzmenge trotz einer Reduktion um 5 Prozent auf 6,2 Millionen Tonnen zurückging – die höhere Produktion resultierte also aus besseren Ausbeutequoten und nicht aus mehr verarbeitetem Material.
„Wir haben einen guten Start ins Geschäftsjahr hingelegt, mit höherer Goldproduktion und einem weiterhin günstigen Goldkurs, was es uns ermöglicht, weiterhin in die Zukunft des Unternehmens zu investieren“, erklärte DRDGOLD-Chief-Executive-Officer Niël Pretorius in einer Mitteilung an Mining Weekly. Das Unternehmen mit Sitz in Johannesburg betreibt die Wiederaufbereitung von Goldrückständen aus stillgelegten Bergbaubetrieben.
Die Details
Auf der Kostenseite zeigt sich ein gemischtes Bild. Die Gesamtkosten pro Kilogramm Gold sanken um 10 Prozent auf 1 562 538 Rand/kg. Die Wachstums-Investitionsausgaben gingen um 29 Prozent auf 555,7 Millionen Rand zurück, weil bestimmte Projekte des Kapitalprogramms „Vision 2028“ dem Abschluss näher rückten. Gegenläufig entwickelten sich die gruppenweiten operativen Cash-Kosten: Sie stiegen im Quartalsvergleich um 12 Prozent auf 1,3 Milliarden Rand. Als Gründe nennt das Unternehmen höhere Kosten für Reagenzien und Diesel, den Einkauf und die Verarbeitung hochwertiger Materialien Dritter sowie steigende Arbeits- und sonstige Kosten bei Far West Gold Recoveries (FWGR) im Vorfeld der Inbetriebnahme des DP2-Anlagen-Ausbaus sowie der Elutions- und Schmelzhallen-Einrichtung.
Beim Kapitalprogramm „Vision 2028“ wurden laut Unternehmen wichtige Infrastrukturprojekte mit Schlüsselmeilensteinen vorangebracht. Der Bau der Regional Tailings Storage Facility bei FWGR war bis zum Quartalsende zu 77 Prozent abgeschlossen, 99 Prozent der für die Inbesitznahme erforderlichen Arbeiten waren vollendet. Der Zeitpunkt der Inbesitznahme bleibt jedoch von behördlichen Genehmigungen und günstigen Wetterbedingungen abhängig. Der Ausbau der DP2-Anlage, mit dem der monatliche Anlagen-Durchsatz auf 1,2 Millionen Tonnen pro Monat verdoppelt werden soll, ist weitgehend abgeschlossen; die Inbetriebnahme ist für Oktober 2026 geplant. Im September wurden zudem die Bauarbeiten an der Libanon-Rückgewinnungsstation aufgenommen, während die Daggafontein-Tailings-Speicheranlage von Ergo bereits im Juli in Betrieb genommen wurde.
Die Bilanz bleibt solide. Ende September 2026 verfügte DRDGOLD über liquide Mittel und Cash-Äquivalente in Höhe von 2,5 Milliarden Rand – nachdem zuvor eine Schlussdividende von 1 Milliarde Rand für das Geschäftsjahr FY26 ausgeschüttet worden war. Das an der JSE, A2X und NYSE notierte Unternehmen blieb bankverschuldetfrei. Die starke Cash-Position ermöglichte es, das Kapitalprogramm fortlaufend zu finanzieren, ohne neue Schulden aufzunehmen.
Hintergrund: Was bisher geschah
Bereits am 22.07.2026 berichtete aktien.news, dass DRDGOLD seine Expansionsstrategie „Vision 2028“ vorantreibt. Das Herzstück des 10 Milliarden Rand schweren Fünf-Projekte-Plans ist die Regionale Rückstandslagerstätte (Regional Tailings Storage Facility – RTSF) im Oberflächen-Wiederaufbereitungsbetrieb Far West Gold Recoveries nahe Carletonville in der südafrikanischen Provinz Gauteng. Das Projekt befand sich damals zu 67 Prozent im Bau und soll das langfristige Produktionsprofil des Unternehmens über viele Jahrzehnte sichern. Die vollständig ausgekleidete RTSF erstreckt sich über eine Fläche von 800 Hektar und wird nach ihrer Fertigstellung bis zu 800 Millionen Tonnen Rückstände aufnehmen können.
Ebenfalls am 22.07.2026 meldete aktien.news im Rahmen des Rohstoff-Monitors von Creamer Media, dass DRDGOLD eine neue Schmelzhütte in Betrieb genommen hat. Der Bericht ordnete die Entwicklung in die Aktivitäten der südafrikanischen Bergbauindustrie ein, zu denen auch Minteks Flotationsforschung und die geplante Ausweitung der Chromproduktion von Sibanye-Stillwater gehörten.
Am 24.04.2026 berichtete aktien.news über ein Webinar von Creamer Media zum Thema Tailings-Management. Dort skizzierte Jaco Schoeman, COO von DRDGOLD, die Entwicklung des Wiederaufbereitungs- und Rekultivierungsbetriebs Ergo am East Rand in Gauteng über die letzten 50 Jahre. Er beschrieb eine grundlegende Verschiebung vom Untertagebau hin zum Übertagebau. Im Mittelpunkt der Diskussion standen regulatorische, finanzielle, technische und soziale Barrieren, die Rekultivierungsbemühungen verlangsamen.
Was das für Anleger bedeutet
Für deutsche Privatanleger ist DRDGOLD ein eher ungewöhnlicher Titel: Das Unternehmen baut kein neues Gold ab, sondern verarbeitet historische Bergbaurückstände. Der Hebel auf den Goldpreis ist dadurch unmittelbar – ein um 14 Prozent höherer durchschnittlich erzielter Rand-Goldpreis schlug sich zusammen mit einem um 14 Prozent gestiegenen verkauften Goldmengenanteil in einem Umsatzplus von 31 Prozent nieder. Gleichzeitig ist das Geschäftsmodell kapitalintensiv, wie die laufenden Investitionen in die RTSF und den DP2-Ausbau zeigen.
Positiv hervorzuheben ist die Kombination aus Schuldenfreiheit, einer Cash-Position von 2,5 Milliarden Rand und einem freien Cashflow-Zufluss von 725,8 Millionen Rand im Quartal. Die gestiegenen operativen Cash-Kosten von 1,3 Milliarden Rand zeigen jedoch, dass Kosteninflation bei Reagenzien, Diesel und Personal die Margen belasten kann. Anleger sollten zudem beachten, dass die Inbesitznahme der RTSF von behördlichen Genehmigungen und günstigen Wetterbedingungen abhängt – Faktoren, die außerhalb der Kontrolle des Unternehmens liegen. Eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung lässt sich daraus nicht ableiten.
Ausblick
DRDGOLD liegt nach eigenen Angaben weiterhin im Plan, seine Produktionsguidance für FY27 von 160 000 Unzen bis 170 000 Unzen Gold zu erreichen. Die operativen Cash-Kosten sollen innerhalb der Guidance von rund 1 099 000 Rand/kg liegen, die All-in-Sustaining-Kosten werden bei etwa 1 230 000 Rand/kg erwartet.
Für die kommenden Monate stehen mehrere konkrete Termine im Kalender: Die Inbetriebnahme des DP2-Anlagen-Ausbaus ist für Oktober 2026 vorgesehen, die Inbesitznahme der RTSF bei FWGR hängt von Genehmigungen und Wetter ab. Die Gruppe sieht sich zudem in einer günstigen Position, um im Februar nächsten Jahres eine Zwischendividende zu prüfen.
Kurz erklärt
- Tailings: Rückstände, die bei der Erzverarbeitung anfallen und je nach Restgehalt erneut aufbereitet werden können.
- All-in sustaining costs: Kennzahl, die alle Kosten für die Aufrechterhaltung der laufenden Produktion zusammenfasst.
- Freier Cashflow: Der Geldbetrag, der nach Abzug aller Investitionen aus dem operativen Geschäft übrig bleibt.
- Guidance: Die von einem Unternehmen selbst veröffentlichte Prognose für künftige Kennzahlen.
