Lifezone Metals gewinnt Platin und Palladium aus Autokatalysatoren zurück
Ein Labor in Perth erzielt historischen Meilenstein bei der Rückgewinnung von Platingruppenmetallen aus recycelten US-Fahrzeugkatalysatoren.

Das an der New Yorker Börse notierte Unternehmen Lifezone Metals hat einen bedeutenden technologischen Durchbruch erzielt: Ein Labor in Perth hat erfolgreich Platin, Palladium und Rhodium aus in den USA recycelten Fahrzeugkatalysatoren gewonnen. Das Unternehmen bezeichnet dies als „historischen Meilenstein" für seine hydrometallurgische Verarbeitungstechnologie, kurz Hydromet-Technologie.
Die Ergebnisse sind beeindruckend: Die Verarbeitung von einer Tonne Autocat-Material über einen Zeitraum von zwei Jahren zeigte, dass Rückgewinnungsraten von mehr als 99 % für Platin und Palladium sowie 95 % für Rhodium erreichbar sind. Umfangreiche Testarbeiten hätten die Technologie mit hohen Laugungsextraktionen, effizienten Reinigungs- und Trennschritten sowie der Reduktion zu Metallprodukten unter Beweis gestellt.
Lifezone gibt an, dass seine Hydromet-Technologie das Potenzial hat, die klassische Schmelzverhüttung bei der Raffination von Basis- und Edelmetallen zu ersetzen. Das Unternehmen arbeitet derzeit am Entwurf einer geplanten Recyclinganlage für Fahrzeugkatalysatoren – sogenannte „Autocats" – in den USA, wobei die Arbeiten in Perth als Grundlage für die Planungskriterien dienen.
Strategische Bedeutung für die US-Versorgungssicherheit
CEO Chris Showalter betonte die weitreichende Bedeutung des Meilensteins: „Die erstmalige Herstellung von Platin-, Palladium- und Rhodium-Metallproben aus verbrauchten Autokatalysatoren markiert einen historischen Meilenstein auf dem Weg zur industriellen Umsetzung der Hydromet-Technologie von Lifezone." Das maßgeschneiderte Flowsheet bilde ein starkes Fundament für das übergeordnete Ziel des Unternehmens, die US-Lösung für einen geschlossenen Kreislauf, rückverfolgbare und verantwortungsvoll bezogene kritische Metalle zu werden.
Besonders relevant ist dies vor dem Hintergrund der US-amerikanischen Abhängigkeit von ausländischen Quellen: Die USA sind laut Showalter strukturell von ausländischen Quellen für jährliche PGM-Importe von etwa zwei Millionen Unzen abhängig, primär aus dem südlichen Afrika. Platingruppenmetalle (PGM) wie Platin, Palladium und Rhodium sind unverzichtbare Rohstoffe für die Automobilindustrie, insbesondere für Katalysatoren zur Abgasreinigung, aber auch für die Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie.
Rhodium in der höchsten Risikoklasse der US-Lieferkette
Besonders hervorzuheben ist die Rolle von Rhodium: Der US Geological Survey stuft dieses Metall in die höchste Risikokategorie für die US-Lieferkette ein. Showalter erklärte dazu, dass eine einzige Autocat-Recyclinganlage von Lifezone mehr als das Fünffache der derzeitigen Jahresmenge aus der einzigen produzierenden Mine des Landes herstellen könnte. Dies verdeutlicht das transformative Potenzial der Technologie für die nationale Versorgungssicherheit.
Allein das erste geplante Modul der Recyclinganlage könnte laut Unternehmensangaben jährlich 220.000 Unzen sogenannte 3E-Platingruppenmetalle (PGM) produzieren – eine Menge, die fast der Produktion der einzigen bedeutenden primären PGM-Mine in den USA entspricht. Für deutsche Anleger und Beobachter ist dies relevant, da Europa vor ähnlichen Abhängigkeiten bei kritischen Rohstoffen steht und Recyclingtechnologien wie die von Lifezone als Blaupause für die Kreislaufwirtschaft gelten könnten.
Die Entwicklung von Lifezone Metals steht exemplarisch für einen globalen Trend: Angesichts geopolitischer Spannungen und wachsender Nachfrage nach kritischen Rohstoffen rückt das Urban Mining – also die Rückgewinnung wertvoller Metalle aus Altmaterialien – immer stärker in den Fokus von Industrie und Investoren. Die nun in Perth erzielten Laborergebnisse bilden die Grundlage für den nächsten Schritt: den Bau einer vollwertigen industriellen Recyclinganlage in den USA.
