Kroger setzt auf Walmart-Strategie: Harte Verhandlungen und niedrige Preise
Neuer CEO Greg Foran, Ex-Walmart-Manager, trimmt den Lebensmitteleinzelhändler auf aggressive Preispolitik und Kostensenkungen.

Der US-Lebensmitteleinzelhändler Kroger (Ticker: KR) sorgt mit einem ungewöhnlichen Schritt für Aufsehen: Als Red Bull die Preise für seine Energy-Drinks anheben wollte, warf Kroger das Unternehmen kurzerhand aus seinen Regalen. Für den mittelwestlichen Lebensmittelhändler ist ein solches Vorgehen bislang alles andere als typisch – doch bei Kroger hat sich offenbar etwas Grundlegendes geändert.
Das Unternehmen setzt nun auf harte Taktiken, die stark an seinen großen Konkurrenten Walmart (Ticker: WMT) erinnern. Das ist kein Zufall: Greg Foran, der Anfang dieses Jahres die Führung bei Kroger übernahm, war zuvor Leiter des US-Geschäfts von Walmart. Er baut sein Führungsteam gezielt mit Managern seines ehemaligen Arbeitgebers auf und setzt viele von deren Strategien zügig um.
Fokus auf niedrige Preise
Im Zentrum der neuen Ausrichtung steht ein starker Fokus auf niedrige Preise. Dies führt bei Kroger zu umfassenden Kostensenkungen und harten Verhandlungen mit Lieferanten. Der Schritt, Red Bull aus den Regalen zu entfernen, ist dabei nur ein sichtbares Beispiel für eine grundsätzlich veränderte Verhandlungsposition gegenüber Herstellern.
Für deutsche Anleger ist die Entwicklung insofern interessant, als sie einen grundlegenden Wandel im US-Lebensmitteleinzelhandel illustriert. Der Preiskampf zwischen den großen Playern wird zunehmend aggressiv geführt. Wer sich wie Walmart als Preisführer positioniert, übt Druck auf die gesamte Branche aus – sowohl auf Wettbewerber als auch auf die Lieferkette.
Die Personalentscheidungen Forans sind dabei ein zentraler Hebel. Indem er Führungskräfte von Walmart abwirbt, importiert Kroger nicht nur Personen, sondern auch eine bewährte Unternehmenskultur der Effizienz und Preisführerschaft. Diese Strategie soll offenbar schnell Wirkung zeigen – die Umsetzung erfolgt laut Bericht zügig.
Für Kroger bedeutet das einen deutlichen Kurswechsel. Der Lebensmitteleinzelhändler, traditionell eher für ein gemäßigteres Vorgehen bekannt, positioniert sich nun neu im Wettbewerb. Ob sich diese Strategie auszahlt, wird sich an den Margen und der Kundenfrequenz zeigen. Klar ist: Der Druck auf Lieferanten und die Konzentration auf niedrige Preise sind klassische Werkzeuge des Walmart-Modells.
Anleger sollten die weitere Entwicklung aufmerksam verfolgen. Sollte Kroger mit der neuen Strategie Marktanteile gewinnen, könnte dies den Wettbewerbsdruck im gesamten US-Lebensmittelhandel erhöhen. Zugleich birgt die aggressive Preispolitik Risiken für die Margen – ein Spannungsfeld, das die kommenden Quartalszahlen aufzeigen dürften.
