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KI und Quantencomputer bedrohen Kryptowährungen massiv

Experten warnen: Künstliche Intelligenz macht Cyberangriffe auf Bitcoin und Blockchains schneller, einfacher und gefährlicher als je zuvor.

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KI und Quantencomputer bedrohen Kryptowährungen massiv

Die Sicherheit von Kryptowährungen steht vor einer ernsthaften Bewährungsprobe. Auf einer digitalen Fachtagung der Finanzrating-Agentur Standard & Poor's machten internationale Sicherheitsexperten deutlich, wie rasant die Bedrohungslage durch Künstliche Intelligenz wächst. Wer Bitcoin oder andere digitale Assets besitzt, sollte genau hinhören.

Kryptowährungen basieren auf sogenannten Blockchains – aufwendig berechneten Datenketten, die von einem weltweiten Netzwerk aus Technikern gemeinsam gepflegt werden. Diese dezentrale Struktur bietet zwar Stabilität, schafft aber gleichzeitig zahlreiche potenzielle Angriffspunkte. „Je weiter sich Kryptowerte durchsetzen und je wichtiger sie fürs Finanzsystem werden, desto mehr Cyberangriffe wird es geben", fasst Standard & Poor's zusammen. Jascob Mendel, Computerunternehmer und Professor an der Universität Tel Aviv, bringt es auf den Punkt: Blockchains seien schlicht nicht vollständig unter Kontrolle zu halten.

KI beschleunigt Angriffe dramatisch

Was früher wochenlange Arbeit erforderte, gelingt Cyberkriminellen heute in Minuten. David Ramirez, Sicherheitschef der amerikanischen Beratungsfirma Broadridge Financial Solutions, beschreibt die Entwicklung eindringlich: Erst identifiziert sprachbasierte KI systematisch Schwachstellen in Systemen, dann räumt sie die digitalen Speicher aus. Besonders alarmierend: Die technischen Hürden für Angreifer sind deutlich gesunken. „Die Realität ist: Angreifer können kommen, ohne die Systeme zu kennen", so Ramirez.

Für Privatanleger hat das unmittelbare Konsequenzen. Mendel warnt offen: „Mein Geld ist in Gefahr" – und meint damit private Bitcoin-Wallets. Angesichts der wachsenden KI-Bedrohung sei ein Wechsel zu neueren, sichereren Wallet-Lösungen dringend geboten. Doch ausgerechnet dieser Übergang birgt eigene Risiken: Schnittstellen, neue Wandlungstechniken und Software-Updates bieten Angreifern leichte Einfallstore. „Wie stellen wir sicher, dass beim Übertrag das Geld nicht verloren geht?", fragt Mendel.

Quantencomputer als nächste Bedrohungswelle

Noch bevor die Branche die KI-Gefahr vollständig bewältigt hat, zeichnet sich die nächste Herausforderung ab. Michael Brett von Amazon Web Services erklärt, dass moderne Quantencomputer selbst die stärksten Verschlüsselungssysteme innerhalb von drei Monaten knacken könnten. Zum Vergleich: Ein herkömmlicher Computer würde dafür rund 10.000 Jahre benötigen. Zwar existieren Quantencomputer bislang nur als Prototypen und sind aufwendig zu bauen sowie kompliziert zu bedienen – doch Brett warnt: „Das bewegt sich sehr schnell."

Sowohl bei der Hardware als auch bei der Software machen Quantencomputer enorme Fortschritte. Prognosen zufolge könnten bis Ende des Jahrzehnts kommerziell nutzbare Quantenprozessoren verfügbar sein. „Quantencomputer sind eine große Herausforderung", so Brett. Die gesamte Architektur der Computersicherheit müsste dann grundlegend neu gedacht werden.

Der Mensch bleibt das größte Sicherheitsrisiko

Jenseits aller technischen Bedrohungen lenkt Steven Walbroehl, Technikchef der amerikanischen Blockchain-Sicherheitsfirma Halborn, den Blick auf einen oft unterschätzten Faktor: „Die größte Unsicherheit liegt in den Leuten, die mit den Schlüsseln zu Sicherungssystemen umgehen." Der Mensch vor dem Bildschirm bleibt demnach das schwächste Glied in der Sicherheitskette.

Walbroehl betont zugleich, dass KI nicht nur als Angriffswerkzeug dient, sondern auch zur Abwehr eingesetzt werden kann. Brett sieht keinen Grund zur Panik, gibt Krypto-Anlegern aber eine klare Botschaft mit: „Wenn Du noch nicht an der Sicherung Deiner Kryptowelt gearbeitet hast, sollte heute Tag eins sein."

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