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KI-Revolution vernichtet 300 Milliarden Dollar an Börsenwert bei Software-Aktien

Neue Tools von Anthropic lösen Panikverkäufe aus – Anleger fürchten Disruption traditioneller Geschäftsmodelle

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KI-Revolution vernichtet 300 Milliarden Dollar an Börsenwert bei Software-Aktien

Die Angst vor einer KI-getriebenen Disruption hat am Dienstag die Aktienmärkte erfasst und Software- sowie Datenunternehmen einen Marktwert von rund 300 Milliarden Dollar gekostet. Auslöser war die Ankündigung des KI-Entwicklers Anthropic, seinen Cowork-Assistenten um automatisierte Rechtstools zu erweitern.

Besonders hart traf es Unternehmen aus dem Rechtssektor: Thomson Reuters, Legalzoom.com und die London Stock Exchange verloren jeweils über 12 Prozent. Die Anleger befürchten, dass KI-Systeme traditionelle juristische Datenbanken und Recherche-Tools überflüssig machen könnten.

Der Ausverkauf weitete sich im Tagesverlauf auf den gesamten Softwaremarkt aus. PayPal, Expedia Group, EPAM Systems, Equifax und Intuit büßten alle mehr als 10 Prozent ein. Der technologielastige Nasdaq Composite fiel um 1,4 Prozent, während der S&P 500 um 0,8 Prozent nachgab.

Wettbewerbsvorteil in Gefahr

Die fundamentale Frage, die Investoren umtreibt: Werden KI-Modelle den mühsam aufgebauten Wettbewerbsvorteil etablierter Softwarehersteller wie Adobe und Salesforce untergraben? Seit dem Durchbruch generativer KI vor einigen Jahren schwelt diese Unsicherheit, doch jüngste Fortschritte verschärfen die Bedenken.

"Wenn die Dinge so schnell voranschreiten, wie wir von OpenAI und Anthropic hören, wird das ein Problem", warnt Art Hogan, Chef-Marktstratege bei B. Riley Wealth Management. "Anleger beginnen, sich auf alle Unternehmen zu konzentrieren, die disruptiert werden könnten – und das sind alle Arten von Softwareanwendungen."

Besonders Anthropics KI-Modell Claude beeindruckt Software-Ingenieure durch seine Fähigkeit, Desktops zu übernehmen und Codierungsprojekte weitgehend autonom abzuschließen. Millionen von Nutzern entdecken derzeit, wie sie mit solchen Tools Software schreiben, Datenanalysen durchführen und komplexe Aufgaben erledigen können.

Branche wehrt sich

Softwareunternehmen versuchen, die Nervosität zu dämpfen. Sie argumentieren, dass das Schreiben von Code oft der einfachste Teil beim Aufbau einer Plattform sei. Der eigentliche Wert liege in Vertrauen, individuellen Daten und spezifischen Informationen, die nicht so leicht zu replizieren seien.

Dennoch zeigt die Marktreaktion, wie ernst Investoren die Bedrohung nehmen. Zwei S&P-Indizes, die Software-, Finanzdaten- und Börsenaktien abbilden, verloren zusammen rund 300 Milliarden Dollar an Marktwert. Immerhin: Die Verkäufe waren nicht flächendeckend – fünf der elf Sektoren des S&P 500 schlossen sogar im Plus.

Die kommenden Monate werden zeigen, ob die Befürchtungen berechtigt sind oder ob etablierte Softwareanbieter ihre Position durch Integration von KI-Technologien sogar stärken können. Für Anleger bleibt die Unsicherheit vorerst bestehen.

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