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KI-Blase oder Boom? Dieser Chart gibt Anlegern Orientierung

Vier Jahre nach ChatGPT warnen Dalio und Burry vor einer KI-Blase – doch ein historischer Vergleich zeigt ein anderes Bild.

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KI-Blase oder Boom? Dieser Chart gibt Anlegern Orientierung

Fast vier Jahre nach der Einführung von ChatGPT hält die Debatte über eine mögliche KI-Blase an. Der S&P 500 hat sich in dieser Zeit in etwa verdoppelt, der Nasdaq Composite schnitt sogar noch besser ab. Trotz dieser beeindruckenden Kursgewinne wächst bei manchen Investoren die Skepsis – und prominente Stimmen warnen laut vor einem bevorstehenden Einbruch.

Milliardär Ray Dalio erklärte zuletzt, eine KI-Blase sei „nahe" und verwies dabei auf steigende Zinsen sowie die hohe Verschuldung beim Ausbau von Rechenzentren. Contrarian-Investor Michael Burry, bekannt aus dem Film „The Big Short", sieht den Aktienmarkt bereits in der ersten Phase der Trauer: der Verleugnung. Beide Stimmen haben Gewicht – doch die historischen Fakten erzählen eine differenziertere Geschichte.

Der naheliegendste Vergleich ist der Dotcom-Boom der späten 1990er Jahre, der ebenfalls durch eine revolutionäre Technologie – das Internet – ausgelöst wurde. Doch es gibt wesentliche Unterschiede: Die Dotcom-Blase wurde maßgeblich durch eine Welle unprofitabler Börsengänge befeuert, deren Bewertungen auf fragwürdigen Kennzahlen wie „Eyeballs" (Aufmerksamkeit) basierten, ohne tragfähige Geschäftsmodelle. Der aktuelle KI-Boom hingegen wird von etablierten, hochprofitablen Tech-Giganten und einem starken Halbleitersektor getragen.

Der PC-Boom als aufschlussreichere Parallele

Statt den Dotcom-Crash als Blaupause heranzuziehen, lohnt ein Blick auf den Aufstieg des Personal Computers seit den 1970er Jahren. Schließlich laufen PCs auf Chips – und standen im Zentrum früherer Tech-Booms. Daten der US-Notenbank Federal Reserve zu den vierteljährlichen Computerumsätzen in den USA zeigen: Zwar gab es Rückgänge – etwa während des Dotcom-Crashs und der großen Finanzkrise – aber keinen dramatischen Gesamteinbruch der Umsätze.

Ein beliebter Halbleiter-ETF, der VanEck Semiconductor ETF (Nasdaq: SMH), hat sich in den letzten drei Jahren vervierfacht. Bei fast allen Chip-Aktien sind die Gewinne sprunghaft gestiegen, oder es werden im Zuge des KI-Booms erhebliche Zuwächse prognostiziert. Die beiden zentralen KI-Labore, Anthropic und OpenAI, sind zwar noch nicht börsennotiert, streben aber Bewertungen von rund zwei Billionen US-Dollar an. Anthropic meldete für sein zweites Quartal bereits einen Gewinn, während OpenAI weiterhin mit hohen Verlusten arbeitet.

Ein entscheidender Unterschied zwischen PCs und KI liegt in der Skalierbarkeit: Der PC-Markt ist irgendwann gesättigt – die meisten Menschen brauchen nur einen. KI hingegen kann in einer Vielzahl von Dienstleistungen eingesetzt werden, und die Anwendungsmöglichkeiten sind praktisch grenzenlos. Bereiche wie Robotik und selbstfahrende Autos könnten die Nachfrage langfristig weiter antreiben.

Das Mooresche Gesetz und die Zukunft der Chips

Das Mooresche Gesetz – wonach sich die Anzahl der Transistoren auf einem Mikrochip etwa alle zwei Jahre verdoppelt, während die Kosten sinken – hat laut Nvidia-CEO Jensen Huang seine physikalischen Grenzen erreicht und sei „tot". Dennoch bleibt das grundlegende Prinzip bestehen: Computertechnologie wird sich weiter verbessern, so wie sie es in den vergangenen 50 Jahren getan hat.

Für Anleger bedeutet das: Während das Schicksal einzelner KI-Aktien von vielen Faktoren abhängt, spricht die strukturelle Nachfrage nach Rechenleistung und KI-Anwendungen langfristig für den Sektor. Wer also besorgt über eine KI-Blase ist, sollte die historischen Daten genau studieren – sie zeigen, dass technologische Nachfragewellen robuster sind, als kurzfristige Kursrückgänge vermuten lassen.

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