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KI-Blase: AIAI Holdings zeigt schaumige Züge am Nasdaq

Mit Börsenkürzel AIAI und einer Milliardenbewertung trotz hoher Verluste erinnert das Debüt an die Dotcom-Ära.

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KI-Blase: AIAI Holdings zeigt schaumige Züge am Nasdaq

Am 14. Mai nahm AIAI Holdings den Handel am Nasdaq Global Market auf – mit dem wohl passendsten Börsenkürzel der Stunde: AIAI. Das Unternehmen nennt sich selbst kurz Ai² (ausgesprochen „A-I-Quadrat") und beschreibt sich als „KI-gestützte, diversifizierte Holdinggesellschaft, die transformative KI zur Steigerung der Portfolioperformance einsetzt". Allein in der Pressemitteilung zur Börsennotierung taucht der Begriff „KI" nicht weniger als 20 Mal auf.

Die Zahlen hinter dem glänzenden KI-Label sind jedoch ernüchternd: Im vergangenen Jahr erzielte AIAI einen Umsatz von 272 Millionen US-Dollar – und verbuchte dabei einen Verlust von 160 Millionen US-Dollar. Dennoch bewertet der Markt das Unternehmen inzwischen mit mehr als einer Milliarde US-Dollar. Für Beobachter von Spekulationsblasen ist das ein bemerkenswertes Signal.

Direktnotierung statt klassischer Börsengang

AIAI wählte den Weg des Direct Listing, also keine klassische Neuemission (IPO). Im Prospekt wurde wiederholt auf einen „erwarteten Erstnotierungspreis von 20 US-Dollar pro Aktie" verwiesen. Doch der Markt zeigte sich skeptisch: Die Aktie startete bei lediglich 12 US-Dollar in den Handel und schloss am ersten Tag bei 15,09 US-Dollar. Das entspricht einem Gewinn von knapp 26 Prozent gegenüber dem Eröffnungskurs – bei Direktnotierungen die übliche Berechnungsbasis.

Gemessen am Referenzpreis von 20 US-Dollar liegt die Aktie damit aber deutlich im Minus. Dies deutet darauf hin, dass der Markt der Selbstdarstellung des Unternehmens nicht vollständig folgt. Dennoch ist die Bewertung von über einer Milliarde US-Dollar bei einem verlustbringenden Unternehmen ein Phänomen, das Erinnerungen weckt.

Parallelen zur Dotcom-Ära werden sichtbar

Marktbeobachter ziehen Vergleiche zur Internetblase der späten 1990er Jahre. Damals schossen Holdinggesellschaften wie CMGI und die Internet Capital Group in schwindelerregende Höhen – nur um nach dem Platzen der Blase abzustürzen. AIAI verfolgt ein ähnliches Konzept: Das Unternehmen gibt an, ein „KI-gestütztes Ökosystem durch die Übernahme und Skalierung von Unternehmen zu schaffen, die ein hohes Potenzial für gesteigerte Betriebsergebnisse durch die Integration von KI in ihre Geschäftsabläufe aufweisen".

Die bisherige Performance von AIAI ist dabei bei weitem nicht so extrem wie die Dotcom-IPOs auf dem Höhepunkt des Internet-Hypes vor einem Vierteljahrhundert. Damals überstiegen die Gewinne am ersten Handelstag mitunter 400 Prozent. Dennoch ist der Trend unverkennbar: So wie Unternehmen Ende der 1990er Jahre massenhaft „.com" zu ihren Namen hinzufügten, ergänzen heute viele Firmen händeringend „KI" zu ihren Namen oder Börsenkürzel – ein Phänomen, das sich in der aktuellen KI-Euphorie deutlich wiederholt.

Für deutsche Privatanleger ist das Debüt von AIAI ein mahnendes Beispiel: Ein eingängiges Kürzel, ein trendiges Schlagwort und eine Milliardenbewertung ersetzen keine soliden Unternehmensgrundlagen. Die Frage, ob der KI-Hype bereits blasenhafte Züge trägt, wird durch solche Börsendebüts jedenfalls lauter.

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