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Micron-Aktie: Analystenprognose sieht Kurs über 1.000 Dollar bis 2027

Speicherchip-Hersteller Micron könnte bis Ende 2027 auf über 1.480 Dollar steigen – dank explodierender KI-Nachfrage und anhaltender Chipknappheit.

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Micron-Aktie: Analystenprognose sieht Kurs über 1.000 Dollar bis 2027

Micron Technology hat sich in kurzer Zeit zu einer der stärksten Aktien am Markt entwickelt. Noch vor einem Jahr notierte das Papier bei unter 100 Dollar – inzwischen liegt es deutlich über 700 Dollar. Analysten von Motley Fool sehen weiteres erhebliches Aufwärtspotenzial und halten einen Kurs von rund 1.480 Dollar bis Ende 2027 für realistisch.

Der Grund für diesen Optimismus liegt in einem strukturellen Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage. Micron selbst teilte Anlegern in der letzten Telefonkonferenz mit, dass das Unternehmen derzeit nur über genügend Produktionskapazitäten verfügt, um die mittelfristige Nachfrage zu 50 bis 66 Prozent zu decken. Dieses Defizit betrifft die gesamte Branche – auch die Wettbewerber von Micron kämpfen mit ähnlichen Engpässen.

Speicherchips als knappes Gut

Micron ist einer von nur wenigen Herstellern von Speicherchips, die in nahezu jedem Computergerät verbaut werden. Die Branche gilt als zyklisch, und die Produkte der verschiedenen Hersteller unterscheiden sich kaum voneinander. Damit sind Speicherchips im Wesentlichen ein Massengut, dessen Preis vom Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage bestimmt wird.

Derzeit ist fast das gesamte verfügbare Angebot – einschließlich der in naher Zukunft produzierten Chips – bereits verkauft. Die Nachfrage befindet sich auf einem Allzeithoch, angetrieben vor allem durch den Boom bei Künstlicher Intelligenz und High-Bandwidth Memory (HBM). Micron prognostiziert, dass der gesamte adressierbare Markt für HBM von 35 Milliarden Dollar im Jahr 2025 auf 100 Milliarden Dollar bis 2028 ansteigen wird.

Um der Nachfrage gerecht zu werden, baut Micron mit Hochdruck neue Kapazitäten auf. Ein Werk in Idaho soll bis zum nächsten Jahr betriebsbereit sein, weitere Produktionsstätten sind weltweit geplant. Auch die Konkurrenz investiert massiv in neue Fabriken. Selbst wenn sich die Produktion bis 2028 verdreifacht, könnte es laut der Analyse dennoch zu anhaltender Chipknappheit kommen – sofern das Nachfragewachstum den Kapazitätsausbau weiterhin übertrifft.

Bewertung eines zyklischen Unternehmens

Die zyklische Natur des Geschäfts macht die Bewertung der Micron-Aktie komplex. Das langfristige durchschnittliche Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) ist wenig aussagekräftig, da die Gewinne des Unternehmens stark schwanken. Derzeit wird die Aktie mit einem Forward-KGV von etwa 12 gehandelt – einem günstigen Niveau im Vergleich zum S&P 500, der mit dem 22,2-fachen der erwarteten Gewinne bewertet wird.

Wall-Street-Analysten prognostizieren für Microns Geschäftsjahr 2027, das im August 2027 endet, einen Gewinn pro Aktie von 102,58 Dollar. Geht man davon aus, dass die Speichernachfrage im darauffolgenden Jahr um weitere 30 Prozent wächst, ergibt sich eine Gewinnprognose von 133,35 Dollar je Aktie. Bei einem angenommenen Kurs-Gewinn-Verhältnis von 11,1 – also der Hälfte des S&P-500-Niveaus, was für ein zyklisches Unternehmen als angemessen gilt – würde dies einem Aktienkurs von rund 1.480 Dollar entsprechen.

Das wäre etwa das Doppelte des aktuellen Kursniveaus und ein erhebliches Aufwärtspotenzial innerhalb von nur rund zwei Jahren. Alle vorliegenden Indikatoren deuten darauf hin, dass die Speichernachfrage über Jahre hinweg erhöht bleiben wird.

Risiken nicht außer Acht lassen

Anleger sollten jedoch die zyklischen Risiken im Blick behalten. Frühere Kapazitätserweiterungen in der Halbleiterbranche sind historisch gesehen stets über das Ziel hinausgeschossen und haben zu Überangebot geführt. Wenn der aktuelle Superzyklus hoher Nachfrage endet und zusätzliches Angebot auf nachlassende Nachfrage trifft, könnten die Preise für Speicherchips deutlich einbrechen – mit entsprechend negativen Folgen für den Aktienkurs.

Da es mehrere Jahre dauert, bis eine neue Halbleiterfabrik in Betrieb geht, besteht immer eine erhebliche Zeitverzögerung zwischen Investitionsentscheidung und tatsächlichem Angebotszuwachs. Anleger müssen den Technologiesektor daher genau beobachten und bereit sein, schnell zu reagieren, falls sich die Nachfragedynamik verändert. Bis 2027 erscheint dieses Szenario jedoch als wenig wahrscheinlich.

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