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KI-Angst erfasst Finanzsektor: Vermögensverwalter-Aktien brechen ein

Neue KI-Tools für Steuerplanung lösen Kursrutsch bei Charles Schwab und Raymond James aus.

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KI-Angst erfasst Finanzsektor: Vermögensverwalter-Aktien brechen ein

Die Sorge vor der disruptiven Kraft Künstlicher Intelligenz hat am Dienstag den Finanzsektor erfasst und zu deutlichen Kursverlusten bei Vermögensverwaltern geführt. Auslöser war die Ankündigung des Finanztechnologie-Unternehmens Altruist, das ein KI-Tool vorstellte, welches personalisierte Steuerstrategien erstellen kann – vollautomatisch durch die Interpretation von Finanzdokumenten ohne manuelle Eingabe.

Die Aktie von Charles Schwab stürzte um 7,4 Prozent ab, während Raymond James mit einem Minus von 8,7 Prozent den stärksten prozentualen Tagesverlust seit März 2020 während der Covid-19-Pandemie verzeichnete. Auch andere Finanzdienstleister wie LPL Financial mit minus 6,08 Prozent und Stifel mit mindestens 3 Prozent Verlust gerieten unter Druck.

Die KI-Ängste, die zunächst den Technologiesektor erschütterten, haben sich nun auf eine Branche ausgeweitet, die zuvor noch von der Umschichtung aus Software- und KI-Aktien profitiert hatte. Selbst große Banken mit bedeutenden Vermögensverwaltungssparten blieben nicht verschont: Bank of America verlor 1,8 Prozent, Morgan Stanley gab um 2,4 Prozent nach.

Marktreaktionen im Überblick

Der S&P 500 fiel um 0,3 Prozent, wobei der Finanzsektor mit einem Rückgang von 0,8 Prozent zu den größten Belastungsfaktoren zählte. Der technologielastige Nasdaq Composite sank um 0,6 Prozent. Gegen den Trend legte der Dow Jones Industrial Average um 0,1 Prozent auf 50.188,14 Punkte zu und markierte damit seinen dritten Rekordschlussstand in Folge.

Die jüngste Entwicklung zeigt, wie schnell sich die Besorgnis über KI-gestützte Automatisierung von einer Branche zur nächsten ausbreiten kann. Nachdem KI-Unternehmen neue Tools vorgestellt hatten, die hochspezialisierte, branchenspezifische Funktionen automatisieren können, beschleunigte sich die Korrektur bei Software- und Technologieaktien.

Analysten warnen vor Überreaktion

Einige Marktbeobachter halten die heftige Reaktion bei Finanzwerten für überzogen. "Wir sehen in diesen Entwicklungen fundamental wenig Neues, lediglich die Fragilität des Marktes bei diesem Thema", schrieb Devin Ryan, Leiter der Finanztechnologie-Forschung bei Citizens, in einer Mitteilung an Kunden.

Für deutsche Anleger mit Engagements in US-Finanzwerten zeigt der Ausverkauf, dass die Disruption durch Künstliche Intelligenz längst nicht mehr nur eine Herausforderung für Tech-Konzerne ist. Auch traditionelle Finanzdienstleister müssen sich zunehmend der Frage stellen, wie KI ihre Geschäftsmodelle verändern wird – und welche Auswirkungen dies auf Margen und Personalkosten haben könnte.

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