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Kevin Warsh rückt Fed-Vorsitz nach Senatseinreichung näher

Fed-Kandidat Kevin Warsh hat die erforderlichen Unterlagen beim US-Senat eingereicht und kommt einer Anhörung damit einen entscheidenden Schritt näher.

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Kevin Warsh rückt Fed-Vorsitz nach Senatseinreichung näher

Kevin Warsh, der von der Trump-Regierung nominierte Kandidat für den Vorsitz der US-Notenbank Federal Reserve, hat seine finanziellen Offenlegungserklärungen beim Senat eingereicht. Das erklärten zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen am Montag unter der Bedingung der Anonymität. Mit diesem Schritt rückt eine formelle Senatsanhörung zur Bestätigung seiner Kandidatur näher.

Ein ursprünglich für diese Woche geplanter Anhörungstermin musste allerdings aufgrund von Verzögerungen bei den Formalitäten verschoben werden. Zusätzlich zu den finanziellen Offenlegungen muss der Senat noch Warshs Antworten auf den Fragenkatalog des Bankenausschusses erhalten. Sobald dieser Fragebogen eingegangen ist, kann der Senat die Anhörung offiziell ankündigen – frühestens jedoch in der kommenden Woche.

Warsh ist mit der Estée-Lauder-Erbin Jane Lauder verheiratet, deren Nettovermögen laut Forbes auf 1,9 Milliarden US-Dollar geschätzt wird. Die finanziellen Verhältnisse des Kandidaten dürften im Rahmen der Senatsanhörung eine wichtige Rolle spielen, da bei der Leitung der mächtigsten Notenbank der Welt besonders hohe Transparenzanforderungen gelten.

Politischer Widerstand bremst Bestätigung

Trotz des Fortschritts bei den Formalitäten bleibt Warshs Weg zu einer endgültigen Abstimmung im Plenum des Senats ungewiss. Senator Thom Tillis (Republikaner, North Carolina) hat angekündigt, die endgültige Bestätigung der Kandidatur so lange zu blockieren, bis eine strafrechtliche Untersuchung auf Bundesebene gegen den amtierenden Fed-Vorsitzenden Jerome Powell abgeschlossen ist. Tillis ist selbst Mitglied des Bankenausschusses des Senats, was seine Blockade besonders wirkungsvoll macht.

Die US-Staatsanwältin für den District of Columbia, Jeanine Pirro, hat zugesichert, das Verfahren gegen Powell trotz jüngster Rückschläge fortzuführen. Wie lange diese Untersuchung andauern wird, ist derzeit offen – und damit auch, wann Tillis seinen Widerstand aufgeben könnte.

Powells Amtszeit endet im Mai

Der Zeitdruck ist erheblich: Powells Amtszeit als Fed-Vorsitzender endet am 15. Mai 2026. Die Trump-Regierung erklärte vergangene Woche, sie gehe davon aus, dass Warsh bis zu diesem Datum sein Amt angetreten haben wird. Ob dieser ambitionierte Zeitplan angesichts der politischen Hindernisse einzuhalten ist, bleibt abzuwarten.

Für deutsche Anleger und Beobachter der internationalen Finanzmärkte ist die Personalie von großer Bedeutung. Die Federal Reserve beeinflusst mit ihrer Zinspolitik maßgeblich die globalen Kapitalmärkte – von der Entwicklung des Euro-Dollar-Kurses bis hin zu den Bewertungen an den europäischen Aktienmärkten. Eine Führungsvakanz oder politische Unsicherheit an der Spitze der US-Notenbank kann entsprechend Turbulenzen auslösen.

Kevin Warsh war bereits von 2006 bis 2011 Mitglied des Gouverneursrats der Federal Reserve und gilt als erfahrener Kenner der Notenbank. Seine mögliche Rückkehr an die Spitze der Fed wird von Marktteilnehmern weltweit aufmerksam verfolgt.

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