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Kevin Warsh als Fed-Chef nominiert: Vermögen wirft Ethikfragen auf

Der Fed-Kandidat Kevin Warsh besitzt Vermögenswerte bis zu 226 Millionen Dollar – doch fehlende Offenlegungen gefährden seine Nominierung.

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Kevin Warsh als Fed-Chef nominiert: Vermögen wirft Ethikfragen auf

Kevin Warsh, der Kandidat für den Vorsitz der US-Notenbank Federal Reserve, steht vor einem heiklen Problem: Seine jüngst beim US-Senat eingereichten Finanzunterlagen offenbaren ein beträchtliches persönliches Vermögen, lassen jedoch entscheidende Details offen. Das könnte seine Bestätigung erschweren – und die Fed erneut in einen Ethikskandal treiben.

Laut den am Dienstag eingereichten Unterlagen besitzt Warsh Vermögenswerte im Wert von rund 135 bis 226 Millionen Dollar. Hinzu kommt das auf 1,9 Milliarden Dollar geschätzte Vermögen seiner Ehefrau Jane Lauder, Enkelin der Kosmetikgründerin Estée Lauder. Doch die Formulare verlangen lediglich grobe Wertspannen – eine präzise Berechnung seines Gesamtvermögens ist damit nicht möglich.

Besonders brisant: Zwei einzelne Vermögenswerte sind jeweils nur mit einem Wert von „über 50 Millionen Dollar" angegeben. Ihr tatsächlicher Wert könnte knapp über dieser Schwelle liegen – oder weit darüber hinaus.

Juggernaut Fund im Fokus der Kritik

Senatorin Elizabeth Warren (Demokraten, Massachusetts) lenkte am Donnerstag die Aufmerksamkeit auf genau diese beiden Beteiligungen. Beide werden in einem Finanzvehikel namens „Juggernaut Fund" gehalten, das Warsh in seinen Unterlagen als mit dem Duquesne Family Office verbunden beschreibt – der Finanzfirma des bekannten Investors Stanley Druckenmiller. Warsh ist dort tätig, seit er die Fed vor mehr als 15 Jahren verlassen hat.

Über den tatsächlichen Inhalt dieser Beteiligungen schweigt Warsh jedoch. In seinen Unterlagen lehnt er eine vollständige Offenlegung mit Verweis auf „bestehende Vertraulichkeitsvereinbarungen" ab. Dasselbe gilt für einige weitere, kleinere Fonds in seinem Portfolio.

Warren zog daraus eine klare Schlussfolgerung: Warsh sei „der erste Fed-Nominierte, der die Ethikregeln nicht einhält, und der erste Trump-Nominierte in dieser Amtszeit, der die Ethikregeln nicht einhält". Der Congressional Research Service bestätigte Warshs Sonderrolle, wie ein Sprecher des Bankenausschusses mitteilte.

Ethikbeamter sieht Regelverstoß – vorerst

Ein Vermerk eines Regierungsbeamten für Ethikfragen bestätigt, dass Warsh derzeit die Ethikregeln für jene Bestände nicht erfüllt, bei denen er die zugrunde liegenden Fondsbeteiligungen nicht offengelegt hat. Warsh hat sich jedoch verpflichtet, diese Vermögenswerte innerhalb von 90 Tagen nach seiner Bestätigung zu veräußern. Sobald dies geschehen ist, werde er die Ethikregeln wieder erfüllen, so der Ethikbeamte. Das Office of Government Ethics lehnte eine Stellungnahme ab. Auch Warsh selbst wollte sich nicht äußern.

Heikles Erbe: Die Fed und ihre Ethikskandale

Finanzielle Offenlegungen sind für die Fed ein besonders sensibles Thema. Seit dem Jahr 2022 untersagt die Notenbank hochrangigen Beamten den Besitz von Einzelaktien, Anleihen, Kryptowährungen und bestimmten anderen Vermögenswerten. Hintergrund war eine Kontroverse, in der einige Beamte wegen bestimmter Handelsgeschäfte in die Kritik geraten waren.

Zuletzt verließ Fed-Gouverneurin Adriana Kugler ihre Position, nachdem Notenbankchef Jerome Powell sich geweigert hatte, eine Ausnahmegenehmigung für ein Offenlegungsformular zu unterzeichnen, das unzulässige Bestände aufzeigte. Ihre Stelle wurde durch den ehemaligen Trump-Ökonomen Stephen Miran besetzt – genau jener Sitz, den Warsh im Falle einer Senatsbestätigung übernehmen würde.

Eine Anhörung zu Warshs Nominierung ist für Dienstag angesetzt. Warsh traf sich am frühen Donnerstag bereits mit Senatorin Warren – ein Zeichen dafür, dass die Ethikfragen rund um sein Vermögen im Bestätigungsverfahren eine zentrale Rolle spielen dürften.

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