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Kaufhäuser: Warum Dillard's und TJX Anleger überzeugen

Während Galeria zum vierten Mal Insolvenz anmeldet, zeigen zwei US-Konzerne, wie das Warenhaus-Modell erfolgreich funktioniert.

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Kaufhäuser: Warum Dillard's und TJX Anleger überzeugen

Das Warenhaus gilt vielen als Auslaufmodell. Galeria, Deutschlands letzte verbliebene Warenhauskette, steht vor ihrer vierten Insolvenz – und diesmal könnte eine Rettung ausbleiben. Auch international häufen sich die Negativbeispiele: Sears in den USA existiert nur noch in Abspaltungen, Debenhams in Großbritannien meldete bereits 2019 Insolvenz an. Doch der Blick auf den US-Markt zeigt, dass das Konzept Warenhaus nicht zwangsläufig zum Scheitern verurteilt ist.

Christian W. Röhl, Chefvolkswirt bei Scalable Capital, brachte es im WirtschaftsWoche-Podcast „Leben mit Aktien" auf den Punkt: „Aber es gibt Beispiele dafür, dass das Geschäftskonzept Warenhaus mit der richtigen Strategie funktionieren kann." Zwei Namen stehen dabei im Mittelpunkt: Dillard's und TJX Companies.

Dillard's: Eigenbesitz als strategischer Vorteil

Dillard's wurde 1938 in Arkansas gegründet und ging 1969 an die Börse. Heute betreibt das Unternehmen rund 270 Filialen in 30 US-Bundesstaaten, mit einem klaren Schwerpunkt auf Texas und Florida. Der Fokus liegt auf Mode, Kosmetik und Accessoires – und die Standorte befinden sich bewusst nicht in teuren Metropollagen, sondern in Vororten und mittelgroßen Städten.

Ein entscheidender Unterschied zu vielen gescheiterten Konkurrenten: Dillard's besitzt fast alle seine Warenhausimmobilien selbst. Das schützt das Unternehmen vor steigenden Mietkosten und gibt ihm eine solide Bilanzgrundlage. Hinzu kommt eine deutlich verbesserte Profitabilität – die Rohmarge stieg von rund 30 Prozent vor der Corona-Pandemie auf aktuell etwa 40 Prozent. Gleichzeitig hat das Unternehmen seine Schulden reduziert und verfügt über ein komfortables Cash-Polster.

Für Anleger ist das eine bemerkenswerte Kombination: operative Stärke, solide Bilanz und ein erwartetes Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 19. Die Aktie legte seit Januar 2026 bereits rund 7 Prozent zu. Röhl fasst es klar zusammen: „Aber Dillard's ist ein Beweis dafür, dass das Konzept Warenhaus funktionieren kann."

TJX Companies: Das Off-Price-Modell als Wachstumstreiber

Ein ganz anderes Konzept verfolgt TJX Companies mit Sitz in Massachusetts. Unter dem Dach des Konzerns firmieren bekannte Marken wie TJ Maxx, TK Maxx, Marshalls, HomeGoods und Winners. Das Geschäftsmodell basiert auf dem sogenannten Off-Price-Ansatz. Röhl erklärt: „TJX nennt sich selbst Off-Price-Einzelhändler, weil sie vor allem Überbestände, stornierte Aufträge und Restposten von Markenherstellern sehr günstig einkaufen und entsprechend günstig weitergeben."

Das Sortiment wechselt häufig, nicht alle Größen sind immer vorrätig – das ist Programm. Die Strategie zielt darauf ab, Kunden regelmäßig in die Filialen zu locken und Impulskäufe zu fördern. Wer heute nicht kauft, findet das Produkt morgen möglicherweise nicht mehr. Dieses Prinzip der künstlichen Knappheit erhöht die Kauffrequenz und stärkt die Kundenbindung.

Die Bewertung von TJX war zeitweise ambitioniert: Das Unternehmen wurde mit dem 30-fachen des erwarteten Gewinns bewertet. Nach den jüngsten Quartalszahlen gab der Kurs jedoch nach. Für Anleger ist das ein wichtiger Hinweis: Auch ein funktionierendes Geschäftsmodell schützt nicht vor Kursrückgängen, wenn die Erwartungen hoch gesteckt sind. Zudem weist TJX einen potenziellen Schwachpunkt auf – im Segment rabattierte Markenmode fehlt ein breiter Burggraben gegenüber Wettbewerbern.

Was Anleger aus dem Vergleich mitnehmen sollten

Der Kontrast zwischen Galeria und den beiden US-Unternehmen ist lehrreich. Nicht das Warenhaus-Konzept als solches ist das Problem, sondern die Strategie dahinter. Dillard's setzt auf Eigenbesitz der Immobilien, solide Margen und klare Zielgruppen. TJX nutzt das Schnäppchen-Prinzip, um Frequenz und Impulskäufe zu steigern.

Für Privatanleger gilt: Beide Aktien bieten interessante Ansätze, aber mit unterschiedlichen Risikoprofilen. Dillard's erscheint mit einem KGV von 19 moderat bewertet und profitiert von einer starken Bilanz. TJX überzeugt mit einem innovativen Geschäftsmodell, war aber zeitweise hoch bewertet – Kursrücksetzer nach Quartalszahlen sind da keine Seltenheit. Wer in den Einzelhandelssektor investieren möchte, sollte beide Werte genau beobachten und die jeweiligen Bewertungsniveaus im Blick behalten.

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