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Kanadas Handelsdefizit erreicht Sechsmonatshoch durch Goldimporte

Massiver Anstieg der Goldkäufe in den USA treibt Kanadas Importrechnung auf ein Allzeithoch.

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Kanadas Handelsdefizit erreicht Sechsmonatshoch durch Goldimporte

Kanadas Handelsbilanzdefizit hat sich im Februar auf C$5,74 Milliarden (rund 4,12 Milliarden US-Dollar) ausgeweitet – der höchste Stand seit sechs Monaten. Analysten hatten lediglich ein Defizit von C$2,25 Milliarden erwartet, also knapp die Hälfte des tatsächlichen Wertes. Statistics Canada veröffentlichte die Daten am Donnerstag.

Der Haupttreiber des Defizits waren explodierende Importe: Die Gesamtimporte stiegen im Februar um 8,4 Prozent auf ein Allzeithoch von C$72,1 Milliarden. Mengenmäßig legten die Einfuhren um 7,1 Prozent zu. Besonders auffällig war der Sprung bei Metallen und nichtmetallischen Mineralprodukten, der mit einem Plus von 45,6 Prozent maßgeblich auf Goldkäufe kanadischer Unternehmen in den USA zurückzuführen war.

Ein technischer Hinweis ist dabei entscheidend: Wechselt ein Produkt auf Zahlungsbilanzbasis den Besitzer von einem ausländischen auf ein kanadisches Unternehmen, gilt dies statistisch als Import – selbst wenn die Ware die Grenze nicht physisch überquert. Diese Buchungspraxis erklärt einen Teil des scheinbar dramatischen Anstiegs.

Weitere Importtreiber und Exportentwicklung

Neben Gold trugen weitere Kategorien zum Importanstieg bei. Die Einfuhren von Kraftfahrzeugen und Teilen stiegen um 5,9 Prozent, da kanadische Automobilwerke ihre Produktion wieder hochfuhren und der Absatz sich stabilisierte. Energieprodukte verteuerten sich importmäßig um 20,1 Prozent.

Die Gesamtexporte legten im Februar um 6,4 Prozent auf C$66,31 Milliarden zu – den höchsten Stand seit März 2025. Auch hier spielte Gold eine Rolle: Exporte von Rohgold, Silber sowie Metallen der Platingruppe stiegen um 14,2 Prozent, angetrieben durch höhere Ausfuhren von Rohgold in das Vereinigte Königreich.

Handelsbeziehungen mit den USA unter Druck

Besonders bemerkenswert ist die Verschiebung in Kanadas Handelsstruktur gegenüber den USA. Der Handelsüberschuss mit dem südlichen Nachbarn schrumpfte von C$4,9 Milliarden im Januar auf nur noch C$1,7 Milliarden – der niedrigste Wert seit Mai 2020. Gleichzeitig fiel der Anteil der Exporte in die USA auf ein Rekordtief von knapp über 66 Prozent, verglichen mit 68 Prozent im Vormonat und über 79 Prozent vor einem Jahr.

Dieser Rückgang spiegelt eine strategische Umorientierung wider: Angesichts drohender US-Zölle hatten kanadische Unternehmen in den Vormonaten Lagerbestände vorgezogen und diversifizieren nun ihre Absatzmärkte. Die Exporte in Länder außerhalb der USA stiegen im Februar um 10,5 Prozent auf ein Allzeithoch von C$22,3 Milliarden – ein klares Signal für eine bewusste Diversifizierung des kanadischen Außenhandels.

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