JPMorgan: Bitcoin wird langfristig attraktiver als Gold
Quantitative Analysten der US-Großbank sehen Kryptowährung trotz jüngster Turbulenzen im Vorteil

Die US-Investmentbank JPMorgan sieht Bitcoin trotz der jüngsten Kursschwäche langfristig besser positioniert als Gold. Nach Einschätzung von Nikolaos Panigirtzoglou, dem quantitativen Strategen der Bank, hat sich die relative Attraktivität der Kryptowährung gegenüber dem Edelmetall deutlich verbessert. Grund ist die starke Outperformance von Gold seit Oktober und die gestiegene Goldvolatilität.
Die Kryptomärkte standen zuletzt unter erheblichem Druck. Neben einer allgemeinen Schwäche bei Risikoanlagen belastete auch die Korrektur bei Gold und Silber, die traditionell als alternative Absicherungen gelten. Zusätzlich erschütterte ein Hack bei Solanas Step Finance im Volumen von 26 Millionen US-Dollar das Anlegervertrauen.
Trotz der Turbulenzen bewertet JPMorgan die Situation differenziert. Die Positionsliquidationen fielen moderater aus als im Vorquartal, sowohl bei Perpetual Futures als auch bei CME Bitcoin- und Ethereum-Kontrakten. Allerdings verzeichneten Spot-ETFs weiterhin Abflüsse, was auf eine breit gefächerte negative Stimmung bei institutionellen und privaten Anlegern hindeutet.
Produktionskosten als Preisboden
Ein zentraler Punkt der Analyse: Bitcoin ist unter seine geschätzten Produktionskosten von 87.000 US-Dollar gefallen. Dieses Niveau diente historisch als "weicher Preisboden" für die Kryptowährung. Die Schrumpfung bei Stablecoins interpretiert Panigirtzoglou als natürliche Reaktion auf die gesunkene Gesamtmarktkapitalisierung und nicht als großflächigen Investorenausstieg.
Volatilitätsverhältnis auf Rekordtief
Das Volatilitätsverhältnis von Bitcoin zu Gold ist auf 1,5 gesunken – ein historischer Tiefstand. Auf volatilitätsbereinigter Basis müsste die Marktkapitalisierung von Bitcoin auf 266.000 US-Dollar steigen, um die Investitionen des privaten Sektors in Gold zu erreichen. Diese Berechnung unterstreicht das langfristige Aufwärtspotenzial der Kryptowährung aus Sicht der Analysten.
Die Einschätzung von JPMorgan erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem viele Investoren ihre Portfolios neu ausrichten. Die gestiegene Volatilität bei Gold macht Bitcoin trotz seiner eigenen Schwankungen relativ attraktiver. Für deutsche Anleger könnte dies ein Umdenken bei der strategischen Asset-Allokation bedeuten.
