Bitcoin unter Druck: Kryptowährung verliert trotz günstigem Umfeld
Während Trump pusht und ETFs locken, bricht das Vertrauen in die Digitalwährung ein

Der Bitcoin steht unter massivem Verkaufsdruck. Bei rund 71.000 Dollar notiert die Kryptowährung aktuell 40 Prozent unter ihrem jüngsten Rekordhoch. Was die Situation besonders bemerkenswert macht: Die fundamentalen Rahmenbedingungen waren eigentlich nie besser.
Die Stimmung in der Krypto-Community auf der Plattform X ist so verhalten wie selten zuvor. Statt der üblichen Kaufempfehlungen herrscht Zurückhaltung. Der Flash Crash vom Oktober hat sich zu einer ausgewachsenen Korrektur entwickelt, und Marktbeobachter warnen vor weiteren Kursverlusten.
Dabei sprechen gleich mehrere Faktoren eigentlich für steigende Kurse. US-Präsident Donald Trump hat kurz nach Amtsantritt eine Bitcoin-Reserve eingeführt und weitreichende Kryptogesetze auf den Weg gebracht. Washington zeigt sich so kryptofreundlich wie nie zuvor. Die vor knapp zwei Jahren eingeführten Bitcoin-ETFs ermöglichen zudem erstmals institutionellen Investoren wie Family Offices den direkten Zugang zur Digitalwährung.
Das Knappheits-Argument verliert an Kraft
Das stärkste Verkaufsargument der Bitcoin-Befürworter war stets die begrenzte Menge von maximal 21 Millionen Coins. Im Gegensatz zu Fiatwährungen wie Dollar oder Euro kann der Bitcoin nicht beliebig vermehrt werden. Diese Knappheit sollte ihn zum digitalen Gold und zur Absicherung gegen Geldentwertung machen.
Doch die Nominierung von Kevin Warsh als neuen Fed-Chef hat diesem Narrativ einen Dämpfer verpasst. Warsh gilt als Verfechter einer strengeren Geldpolitik. Die Hoffnung auf billiges Geld, das in Kryptowährungen fließt, ist damit erst einmal vom Tisch. Allerdings drängt Trump die Fed seit Monaten zu Zinssenkungen, was Warshs Handlungsspielraum einschränken dürfte.
Die Bitcoin-ETFs verzeichnen Nettoabflüsse in ähnlicher Höhe wie der Kursverlust. Während sich andere Anlageklassen nach der anfänglichen Panik wieder erholen, bleibt die Erholung am Kryptomarkt aus. Die institutionellen Investoren, die eigentlich für Stabilität sorgen sollten, ziehen ihr Kapital ab.
Vertrauensverlust als größte Gefahr
Das zentrale Problem liegt tiefer als kurzfristige Kursschwankungen. Der Bitcoin verliert das Fundament jeder Währung: Vertrauen. Solange dieses nicht wiederhergestellt wird, dürfte die Schwäche anhalten. Die Gefahr besteht darin, dass die Kryptowährung wieder zum reinen Spekulationsobjekt wird.
Die fundamentalen Argumente für Bitcoin bestehen weiterhin. Ein kryptofreundlicher US-Präsident, etablierte ETF-Produkte und das Knappheitsprinzip sind nach wie vor intakt. Doch ohne das Vertrauen der Anleger verpuffen diese Faktoren. Der Markt zeigt damit, dass selbst die besten Rahmenbedingungen nichts nützen, wenn die Investoren das Vertrauen verlieren.
