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Josef Haas verstärkt Nokera als Co-CEO neben Ulrich Schwenken

Der 55-jährige Fertighaus-Manager übernimmt ab Mitte September die Außenverantwortung und führt das Unternehmen gemeinsam mit Ulrich Schwenken.

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Josef Haas verstärkt Nokera als Co-CEO neben Ulrich Schwenken

Der Fertighaus-Manager Josef Haas übernimmt beim Spezialisten für seriellen Wohnungsbau, Nokera, eine Führungsrolle. Der 55-Jährige wird Co-CEO neben Ulrich Schwenken, wie die WirtschaftsWoche berichtet. Sein Amtsantritt ist für Mitte September vorgesehen.

Die Zuständigkeiten des Duos sind klar abgesteckt. Haas verantwortet Vertrieb, Marketing, Produktentwicklung, Baumanagement und die Kundenkontakte. Schwenken, der aus der Autoindustrie stammt, kümmert sich um Produktion und Digitalisierung und agiert eher im Hintergrund. Finanzchef bleibt Leen Osterloh. Beide bisherigen Manager sollen an Bord bleiben.

Geholt hat Haas der Verwaltungsrat unter Norbert Ketterer. Vor der Belegschaft im Werk Burg hielt der neue starke Mann eine motivierende Rede. Seine Rolle beschreibt er selbst so: "Ich werde das Gesicht nach außen." Und er kündigt an: "Ab November wird Nokera durchstarten."

Erfahrener Sanierer mit Stallgeruch

Haas bringt reichlich Erfahrung mit. Nach der Insolvenz im Jahr 2009 führte er Kampa zu neuem Erfolg. 2023 verkaufte er das Unternehmen an die österreichische ELK Group. Im Juni schied er nach 17 Jahren aus. In der Branche gilt er als Macher mit guten Kontakten im Holzbau.

Nokera wurde erst 2020 gegründet und ist im Markt für schnellen, preiswerten seriellen Fertigbau aktiv. In Leipzig planen und bauen die Einheiten Nokera Planning und Nokera Construction. Das Unternehmen setzt auf vorgefertigte Holzmodule für Geschoss-Wohneinheiten mit bis zu sieben Etagen – rund 25 Meter hoch und damit knapp unter der Hochhausgrenze. Ein bekanntes Projekt sind 90 Reihen- und Doppelhäuser in München-Lochhausen.

Die Auslastung bleibt die größte Baustelle

Trotz gelungener Projekte hat Nokera den Durchbruch bislang nicht geschafft. Das Bau-Start-up ist schwach ausgelastet. Die Fabriken in Möckern, Burg und Erfurt arbeiten nicht im Vollbetrieb. Ein Auftrag von Vonovia für die serielle Sanierung reicht für die Auslastung nicht aus. Denkbar ist daher auch Auftragsfertigung für andere Bauunternehmen. Wettbewerber Gropyus fertigt bereits für den Baukonzern Strenger; erste Gropyus-Module kommen in München-Lochhausen zum Einsatz.

Der Markt für serielles Bauen wächst und ist umkämpft. Neben Goldbeck drängt auch die Oikos Group mit Marken wie Bien-Zenker, Hanse Haus und Living Haus in den seriellen Geschosswohnungsbau. Das Segment soll helfen, die Wohnungsnot in Deutschland zu lindern.

Was das für Anleger bedeutet

Für Privatanleger ist die Personalie ein Signal, aber kein Beweis. Haas steht für Vertriebskraft und Netzwerk – genau die Bereiche, in denen Nokera bislang nicht überzeugte. Der neue Co-CEO sieht die Marktchancen seines Arbeitgebers längst nicht ausgeschöpft. Ob die angekündigte Belebung ab November greift, entscheidet sich an der Auftragslage.

Beobachten sollten Anleger vor allem zwei Dinge: ob die Werke in Möckern, Burg und Erfurt besser ausgelastet werden und ob Nokera wie die Konkurrenz Auftragsfertigung für andere Bauunternehmen gewinnt. Nokera ist kein börsennotiertes Unternehmen – die Personalie ist daher eher ein Branchensignal als ein direktes Investment-Thema für das Depot.

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