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Japans Reallöhne steigen erstmals seit 13 Monaten – BoJ unter Druck

Stärkeres Lohnwachstum und sinkende Inflation geben der Bank of Japan neue Argumente für weitere Zinserhöhungen.

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Japans Reallöhne steigen erstmals seit 13 Monaten – BoJ unter Druck

Japans Reallöhne sind im Januar erstmals seit 13 Monaten gestiegen und signalisieren damit eine bedeutende Wende für die weltgrößte Volkswirtschaft Asiens. Die inflationsbereinigten Löhne legten im Jahresvergleich um 1,4 Prozent zu, nachdem sie im Dezember noch um 0,1 Prozent gefallen waren. Gleichzeitig wuchsen die Grundgehälter so stark wie seit 33 Jahren nicht mehr – ein deutliches Signal für die Lohnentwicklung im Land.

Die durchschnittlichen Nominallöhne stiegen im Januar um 3,0 Prozent auf 301.314 Yen (rund 1.911 US-Dollar). Das ist das schnellste Wachstumstempo seit Juli 2024 und eine spürbare Beschleunigung gegenüber dem Plus von 2,4 Prozent im Dezember. Besonders auffällig: Die regulären Grundgehälter verzeichneten mit 3,0 Prozent ihren stärksten Zuwachs seit Oktober 1992.

Auch andere Lohnkomponenten entwickelten sich positiv. Die Überstundenvergütung sprang um 3,3 Prozent – der höchste Stand seit rund drei Jahren. Sonderzahlungen, hauptsächlich Einmalboni, legten um 3,8 Prozent zu. Die für die Reallohnberechnung herangezogene Verbraucherinflationsrate sank derweil auf 1,7 Prozent – den niedrigsten Wert seit März 2022, begünstigt durch Treibstoffsubventionen und geringere Lebensmittelpreissteigerungen.

Bank of Japan vor wegweisender Zinsentscheidung

Die starken Lohndaten fallen mit der nächsten Zinssitzung der Bank of Japan (BoJ) am 18. und 19. März zusammen. Die Zentralbank hatte die Zinsen zuletzt im Dezember auf 0,75 Prozent angehoben – ein im internationalen Vergleich immer noch sehr niedriges Niveau. Die BoJ hat betont, sie werde künftige Zinsschritte davon abhängig machen, ob sich die Lohnzuwächse verbreitern und die Kaufkraft der Haushalte stärken.

Die aktuellen Daten liefern der Notenbank genau die Belege, auf die sie gewartet hat. Japans größte Gewerkschaftsvereinigung Rengo meldete zuletzt, ihre Mitgliedsgewerkschaften strebten eine durchschnittliche Lohnerhöhung von 5,94 Prozent an. Das übertrifft sogar das Plus von 5,25 Prozent aus dem Jahr 2024 – dem größten Zuwachs seit 34 Jahren.

Für deutsche Anleger und Beobachter ist die Entwicklung in Japan besonders relevant: Eine schrittweise Normalisierung der japanischen Geldpolitik könnte den Yen stärken und globale Kapitalströme beeinflussen. Japan hatte jahrzehntelang eine Nullzinspolitik verfolgt, die weltweit als Finanzierungsquelle für sogenannte Carry-Trades genutzt wurde. Steigende Zinsen in Tokio könnten diese Strategie zunehmend unattraktiv machen.

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