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Japan senkt Wachstumsprognose wegen steigender Energiekosten deutlich

Höhere Ölpreise durch Nahost-Spannungen belasten Haushalte und Unternehmen – BIP-Wachstum nun bei nur noch 0,9 Prozent erwartet.

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Japan senkt Wachstumsprognose wegen steigender Energiekosten deutlich

Die japanische Regierung hat ihre Wirtschaftswachstumsprognose für das laufende Geschäftsjahr deutlich nach unten korrigiert. Das Kabinettsbüro erwartet für das im März 2027 endende Geschäftsjahr nun ein inflationsbereinigtes Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von lediglich 0,9 Prozent. Im Januar hatte die Regierung noch eine Expansion von 1,3 Prozent prognostiziert.

Als Hauptgrund nennt Tokio die gestiegenen Energiekosten infolge der anhaltenden Spannungen im Nahen Osten. Japan ist als rohstoffarmes Land in hohem Maße auf importierte Brennstoffe angewiesen – steigende Ölpreise treffen die Wirtschaft daher besonders hart und belasten sowohl die Haushaltsausgaben der Verbraucher als auch die Gewinne der Unternehmen.

Privater Konsum und Investitionen unter Druck

Die Revision betrifft mehrere Schlüsselbereiche der japanischen Wirtschaft. Für den privaten Konsum wird im Geschäftsjahr 2026 nun ein Anstieg von nur noch 0,9 Prozent erwartet, gegenüber der Januar-Prognose von 1,3 Prozent. Auch die Investitionsausgaben wurden nach unten angepasst: Statt der zuvor erwarteten 2,8 Prozent rechnet die Regierung nun mit einem Wachstum von 2,3 Prozent.

Gleichzeitig steigt die Verbraucherinflation stärker als bislang angenommen. Für das Geschäftsjahr 2026 wird sie nun auf 2,2 Prozent geschätzt – nach einer Prognose von 1,9 Prozent im Januar. Dieser Anstieg spiegelt direkt die Auswirkungen der höheren Energiekosten wider und dürfte die Kaufkraft der japanischen Haushalte weiter belasten.

Trotz des eingetrübten Ausblicks für das laufende Jahr zeigt sich die Regierung für das Folgejahr optimistischer. Für das Geschäftsjahr 2027 erwartet das Kabinettsbüro eine Beschleunigung des Wachstums auf 1,1 Prozent – angetrieben von starken Investitionsausgaben und einem Anziehen des privaten Konsums.

Löhne sollen Inflation ausgleichen

Ein wichtiger Stabilisierungsfaktor bleibt die Lohnentwicklung. Die Regierung prognostiziert, dass die Nominallöhne bis zum Geschäftsjahr 2027 jährlich um 3,1 Prozent steigen werden. Damit soll das Reallohnwachstum trotz der anhaltenden Inflation positiv bleiben – ein entscheidender Faktor für die Binnennachfrage und die wirtschaftliche Erholung Japans.

Haushaltsdisziplin bleibt langfristige Herausforderung

Auf der Haushaltsseite erwartet das Kabinettsbüro, dass der Primärhaushaltssaldo im Geschäftsjahr 2027 wieder einen Überschuss von 1,4 Billionen Yen (umgerechnet rund 8,6 Milliarden US-Dollar) aufweisen wird. Allerdings misst die Regierung diesem Maßstab für Haushaltsdisziplin nach eigenen Angaben weniger Bedeutung bei als früher.

Japans Staatsfinanzen stehen seit Jahrzehnten unter Druck. Mit Ausnahme der Spekulationsblase zwischen 1986 und 1991 war der Primärhaushaltssaldo während des Großteils der Nachkriegszeit defizitär. Dies hat zu einem enormen Schuldenberg geführt, der mehr als das Doppelte der jährlichen Wirtschaftsleistung beträgt – der höchste Wert unter allen entwickelten Volkswirtschaften weltweit.

Pläne zur Rückkehr zu einem Haushaltsüberschuss – ein Ziel, das erstmals Anfang der 2000er Jahre formuliert wurde – sind seitdem mehrfach verschoben worden. Die aktuellen Herausforderungen durch steigende Energiepreise und geopolitische Unsicherheiten dürften diesen Konsolidierungspfad weiter erschweren.

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