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Irak plant Haushalt 2027 mit Ölpreis von 58 Dollar

Die irakische Regierung legt einen Haushaltsentwurf für 2027 vor – mit konservativen Ölpreisannahmen und einem erheblichen Defizit.

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Irak plant Haushalt 2027 mit Ölpreis von 58 Dollar

Die irakische Regierung hat ihren Haushaltsentwurf für das Jahr 2027 vorgelegt. Als Grundlage dient ein Ölpreis von 58 US-Dollar pro Barrel – eine vergleichsweise konservative Annahme angesichts der globalen Energiemarktlage. Dies berichtet Reuters unter Berufung auf einen irakischen Abgeordneten.

Die geplanten Gesamtausgaben belaufen sich auf 217 Billionen Irakische Dinar, was umgerechnet rund 166 Milliarden US-Dollar entspricht. Der Entwurf sieht dabei ein Haushaltsdefizit von mehr als 40 Billionen Dinar vor – ein erhebliches Finanzierungsloch, das die fiskalischen Herausforderungen des Landes verdeutlicht.

Rohölexporte als zentraler Einnahmeposten

Vier Mitglieder des parlamentarischen Finanzausschusses bestätigten, dass der Gesetzentwurf Rohölexporte von rund 4 Millionen Barrel pro Tag vorsieht. Darin eingeschlossen sind auch die Lieferungen aus der autonomen Region Kurdistan im Norden des Landes. Ölverkäufe machen den Großteil der staatlichen Einnahmen des Irak aus – das Land ist damit in hohem Maße von der Entwicklung der globalen Energiepreise abhängig.

Neben den Ausgabenplänen erwägt die Regierung auch eine Anpassung des Wechselkurses des Irakischen Dinars. Derzeit liegt der Kurs bei etwa 1.300 Dinar je US-Dollar. Den Abgeordneten zufolge wird eine Anpassung auf einen Wert zwischen 1.400 und 1.500 Dinar pro US-Dollar in Betracht gezogen. Eine solche Abwertung würde die Einnahmen aus Ölexporten in Landeswährung erhöhen, gleichzeitig aber die Kaufkraft der irakischen Bevölkerung belasten.

Störungen durch den Iran-Krieg belasten Exportrouten

Der Haushaltsentwurf entsteht in einem geopolitisch angespannten Umfeld. Der Iran-Krieg und die damit verbundenen Störungen des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus haben den Irak dazu veranlasst, nach alternativen Routen und Transportmöglichkeiten für seine Rohöllieferungen zu suchen. Die Unterbrechung der Lieferungen über den Persischen Golf stellt das Land vor logistische und wirtschaftliche Herausforderungen.

Für internationale Investoren und Beobachter des Energiemarkts ist der irakische Haushaltsentwurf ein wichtiger Indikator. Der angesetzte Referenzpreis von 58 Dollar je Barrel liegt deutlich unter den aktuellen Marktpreisen, was einerseits fiskalische Vorsicht signalisiert, andererseits aber auch auf die strukturellen Risiken hindeutet, mit denen das Land konfrontiert ist. Sollten die Ölpreise dauerhaft unter diesen Wert fallen, würde das Defizit noch weiter anwachsen.

Der Irak zählt zu den größten Ölproduzenten innerhalb der OPEC und spielt eine bedeutende Rolle auf dem globalen Energiemarkt. Die Entwicklung des Staatshaushalts und der Exportkapazitäten des Landes wird daher auch von deutschen Energieunternehmen und Anlegern mit Interesse verfolgt.

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