Instacart-Aktie fällt: Droht Ende der Costco-Partnerschaft?
Lieferdienst-Aktie unter Druck: Gerüchte um DoorDash-Deal mit Costco belasten den Kurs.

Die Aktien des US-Lieferdienstes Instacart (Maplebear, Nasdaq:CART) sind am heutigen Vormittag um 3,5 Prozent gefallen und notierten zeitweise bei 47,76 US-Dollar. Damit setzt sich der Abwärtstrend der vergangenen Woche fort, in der die Papiere bereits rund sechs Prozent verloren hatten.
Hauptauslöser für den jüngsten Kursrutsch sind Berichte des Research-Instituts Edgewater Research. Dieses verwies auf Indizien vom Konkurrenten DoorDash (NASDAQ:DASH), die auf eine wahrscheinlicher werdende Partnerschaft mit dem Einzelhandelsriesen Costco (NASDAQ:COST) hindeuten. Sollte dieser Deal zustandekommen, würde dies das bisher quasi-exklusive Verhältnis zwischen Instacart und Costco in den USA infrage stellen.
Wachsender Wettbewerbsdruck im Liefermarkt
Bislang besteht zwischen Instacart und Costco in den Vereinigten Staaten ein weitgehend exklusives Abkommen. Zwar ist auch Uber Eats (NYSE:UBER) an einigen Standorten präsent, doch Instacart hält die dominierende Position. Laut Edgewater Research plant Costco nun offenbar eine Umstellung seines Liefermodells auf ein reines Mitgliedermodell. Bislang können Verbraucher Online-Lieferungen über Uber oder Instacart auch ohne Costco-Mitgliedschaft erhalten.
Diese Umstellung würde zusätzliche Herausforderungen für Instacart mit sich bringen. Allerdings betont das Research-Institut, dass die Änderung DoorDash gegenüber einen relativen Vorteil verschaffen würde. Ein bestehender Benefit für Costco-Executive-Members – ein Gutschein über zehn US-Dollar für Instacart-Bestellungen ab einem Wert von 150 US-Dollar – bleibt voraussichtlich weiterhin exklusiv Instacart vorbehalten.
DoorDash verfügt bereits über Partnerschaften mit Costco in anderen Ländern. Edgewater argumentiert, dass die wachsende Präsenz der Plattform eine natürliche geschäftliche Kombination darstelle. Das Institut prognostiziert, dass diese Entwicklung die kurzfristige Einschätzung des Bruttowertwachstums (Gross Transaction Value) moderat beeinflussen würde, falls sie eintritt. Die grundlegende Perspektive des Unternehmens würde sich dadurch jedoch kaum verändern.
Analysten bleiben vorsichtig
Zusätzlichen Gegenwind erhielt die Aktie von der Analystenseite. Das Investmenthaus Rosenblatt hatte Ende August die Berichterstattung über Instacart mit der Empfehlung „Neutral“ aufgenommen. Die Begründung: Die führende Position des Unternehmens im Online-Lebensmitteleinzelhandel lasse angesichts eines wettbewerbsintensiveren Umfelds allmählich nach.
Diese Einschätzung wurde Mitte September in einer weiteren Notiz bekräftigt. Darin wurde auf eine gespaltene Meinung der Wall Street bezüglich der Aktie als zyklischer Konsumartikel hingewiesen. Zudem wurden die konsensbasierten Gewinnprognosen in den Wochen zuvor leicht gekürzt.
Kursentwicklung und Ausblick
Die genannten Faktoren haben gemeinsam eine Obergrenze für die Aktienkursentwicklung gesetzt, obwohl die zugrunde liegenden Fundamentaldaten des Unternehmens solide bleiben. Edgewater Research charakterisiert die Lage als mit kurzfristigen Schlagzeilenrisiken behaftet, behält jedoch eine positive langfristige Sichtweise bei.
Aktuell notiert die Instacart-Aktie mit 47,76 US-Dollar deutlich über ihrem 52-Wochen-Tief von 32,73 US-Dollar, liegt aber spürbar unter dem 52-Wochen-Hoch von 52,68 US-Dollar. Dies spiegelt die vorsichtige Neubewertung der kurzfristigen Wettbewerbspositionierung durch den Markt wider. Das Fehlen eines positiven Katalysators sowie ein nachlassender makroökonomischer Ton trugen ebenfalls zur heutigen Kursabschwächung bei.
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