Indonesiens Handelsbilanzüberschuss weitet sich im Januar auf 2,76 Milliarden Dollar aus
Starkes Exportwachstum von über 11 Prozent treibt Indonesiens Handelsbilanz im Januar nach oben.

Indonesiens Handelsbilanzüberschuss hat sich im Januar 2026 voraussichtlich auf 2,76 Milliarden US-Dollar ausgeweitet. Das geht aus einer Reuters-Umfrage unter zwölf Ökonomen hervor, die zwischen dem 23. und 27. Februar befragt wurden. Im Dezember hatte der Überschuss noch bei 2,52 Milliarden Dollar gelegen.
Den Prognosen zufolge stiegen die Exporte im Januar um 11,07 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das entspricht einem leicht langsameren Tempo als die 11,64 Prozent im Dezember, bleibt aber deutlich im zweistelligen Bereich. Die Importe legten im selben Zeitraum um 13,23 Prozent zu, nach einem Wachstum von 10,81 Prozent im Dezember.
Im Jahresvergleich fällt der aktuelle Überschuss jedoch geringer aus: Im Januar 2025 hatte Indonesien noch einen Handelsbilanzüberschuss von 3,45 Milliarden Dollar verzeichnet. Die größte Volkswirtschaft Südostasiens weist seit Mitte 2020 monatliche Handelsbilanzüberschüsse auf. Den bisherigen Höchststand markierte das Land im April 2022 inmitten eines globalen Rohstoffbooms.
Inflation könnte Zentralbankziel überschreiten
Parallel zur Handelsbilanz veröffentlicht das staatliche Statistikamt am Montag auch die Verbraucherpreisdaten für Februar. Die Umfrage ergibt hier eine Medianprognose für die Gesamtinflation von 4,31 Prozent – ein deutlicher Anstieg gegenüber den 3,55 Prozent im Januar.
Dieser Wert würde das Inflationsziel der indonesischen Zentralbank sprengen. Bank Indonesia strebt für 2026 und 2027 eine Inflationsrate zwischen 1,5 und 3,5 Prozent an. Die Kerninflation, die staatlich regulierte sowie besonders volatile Lebensmittelpreise ausklammert, wird für Februar auf 2,48 Prozent geschätzt, nach 2,45 Prozent im Januar.
Für deutsche Anleger ist Indonesien als aufstrebende Volkswirtschaft und wichtiger Rohstofflieferant – insbesondere für Nickel und Palmöl – von wachsender Bedeutung. Die anhaltenden Handelsbilanzüberschüsse stützen die Stabilität der indonesischen Rupiah und signalisieren eine solide Außenwirtschaftslage trotz globaler Unsicherheiten.
