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Indien und EU besiegeln historisches Freihandelsabkommen

Indien und die Europäische Union haben ein wegweisendes Freihandelsabkommen unterzeichnet, das einen Markt von 2 Milliarden Menschen erschließt. Das nach fast zwei Jahrzehnten Verhandlungen erzielte Abkommen gilt als strategischer Meilenstein.

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Indien und EU besiegeln historisches Freihandelsabkommen

Indien und die Europäische Union haben am Montag ein historisches Freihandelsabkommen (FTA) abgeschlossen, das Premierminister Narendra Modi als "Mutter aller Abkommen" bezeichnete. Die Vereinbarung verbindet zwei der weltweit größten Wirtschaftsräume und schafft einen gemeinsamen Markt für rund 2 Milliarden Menschen.

Das Abkommen kommt zu einer Zeit, in der globale Handelsbeziehungen durch geopolitische Spannungen und Protektionismus zunehmend unter Druck stehen. Für Indien ist es das vierte große Handelsabkommen seit August 2024, als die USA 50 Prozent Strafzölle gegen die asiatische Wirtschaft verhängten.

Fast zwei Jahrzehnte Verhandlungen

Die Handelsgespräche zwischen Indien und der EU wurden 2022 nach jahrelanger Pause wieder aufgenommen. Lange Zeit blockierten "gegenseitig sensible" Themen wie Landwirtschaft und Automobilindustrie den Durchbruch. "Indien und die Europäische Union können beide sehr protektionistisch sein", erklärte Hosuk Lee Makiyama vom European Centre for International Political Economy gegenüber CNBC.

Modi betonte, dass das FTA mit der EU, die etwa 25 Prozent des globalen BIP und rund ein Drittel des Welthandels ausmacht, auch Indiens bestehende Abkommen mit Großbritannien und der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA) ergänzen werde. Die Details sollen im Rahmen des Indien-EU-Gipfels in Neu-Delhi von Modi und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen vorgestellt werden.

Handelsvolumen von über 140 Milliarden Dollar

Nach Angaben der Europäischen Kommission belief sich der Warenhandel zwischen Indien und der EU im Jahr 2024 auf über 120 Milliarden Euro (etwa 140 Milliarden US-Dollar), was den Block zu Neu-Delhis größtem Handelspartner macht. Maschinen und Geräte, Chemikalien, Grundmetalle, Mineralprodukte und Textilien zählen zu Indiens wichtigsten Exportgütern in die EU.

Für die EU ist Indien der neuntgrößte Handelspartner und machte 2024 rund 2,4 Prozent des gesamten Warenhandels aus. Zum Vergleich: Die USA kommen auf 17,3 Prozent, China auf 14,6 Prozent und Großbritannien auf 10,1 Prozent. Die EU exportiert vor allem Maschinen und Geräte, Transportausrüstung und Chemikalien nach Indien.

Strategische Neuausrichtung nach US-Zöllen

Für Neu-Delhi, das die Hauptlast der US-Strafzölle zu tragen hat, könnte das EU-Abkommen einen dringend benötigten Rückenwind bedeuten. Seit Trump im August 2024 hohe Zölle verhängte, sucht Indien verstärkt nach alternativen Märkten. Neben der EU hat das Land bereits Handelspakte mit Großbritannien, Oman und Neuseeland geschlossen.

Indiens Warenhandelsüberschuss mit den USA betrug 2024 allerdings 45,8 Milliarden Dollar, während er bei der EU mit 25,8 Milliarden Dollar deutlich niedriger lag. Experten betonen daher, dass das EU-Abkommen zwar ein wichtiger Meilenstein sei, die Notwendigkeit eines Indien-USA-Abkommens jedoch nicht ersetzen könne.

Fairer Handel statt Protektionismus

EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen hatte sich bereits im Januar auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos für "fairen Handel statt Zölle, Partnerschaft statt Isolation und Nachhaltigkeit statt Ausbeutung" ausgesprochen. Das Abkommen mit Indien unterstreicht diese strategische Ausrichtung.

Makiyama vom European Centre for International Political Economy bezeichnete das Abkommen als "eines der besten, die beide Seiten bekommen können", insbesondere da sowohl die USA als auch China für umfassende Handelsabkommen derzeit unzugänglich seien. Das FTA könnte damit zu einem Modell für künftige Handelsbeziehungen in einer zunehmend fragmentierten Weltwirtschaft werden.

IndienEUFreihandelsabkommenModiHandelspolitik

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