Carney warnt vor harten USMCA-Verhandlungen mit Trump
Kanadas Premierminister Mark Carney bereitet sich auf robuste Verhandlungen zur Überprüfung des nordamerikanischen Freihandelsabkommens vor. Er bezeichnet US-Präsident Trump als harten Verhandlungsführer.

Kanadas Premierminister Mark Carney hat sich erstmals ausführlich zur anstehenden Überprüfung des Freihandelsabkommens USMCA geäußert. Die Verhandlungen zwischen den USA, Mexiko und Kanada werden nach seinen Worten "robust" ausfallen. Carney warnt vor einem harten Verhandlungsklima unter US-Präsident Donald Trump.
Trump droht mit drastischen Zöllen
Die Ankündigung erfolgt vor dem Hintergrund zunehmender Spannungen zwischen Washington und Ottawa. Trump hatte am vergangenen Samstag damit gedroht, einen 100-Prozent-Zoll auf alle kanadischen Importe zu erheben, sollte Kanada ein Handelsabkommen mit China abschließen. Zuvor hatte er erklärt, Kanada "lebe dank der Vereinigten Staaten".
Carney ordnete die scharfe Rhetorik des US-Präsidenten als Verhandlungstaktik ein. "Der Präsident ist ein starker Verhandlungsführer, und ich denke, einige dieser Kommentare und Positionierungen sollten in diesem breiteren Kontext gesehen werden", sagte der kanadische Regierungschef vor Reportern in Ottawa.
USMCA-Überprüfung steht bevor
Das Freihandelsabkommen zwischen den USA, Mexiko und Kanada trat im Juli 2020 in Kraft und sieht eine regelmäßige Überprüfung vor. Die formellen Verhandlungen sollen noch in diesem Jahr beginnen. Trump hatte das Abkommen, das er selbst während seiner ersten Amtszeit ausgehandelt hatte, Anfang Januar als "irrelevant" bezeichnet und erklärt, die USA bräuchten das USMCA nicht.
Die Äußerungen Carneys signalisieren, dass sich Kanada auf schwierige Verhandlungen einstellt. Das USMCA ist für die kanadische Wirtschaft von enormer Bedeutung, da die USA der mit Abstand wichtigste Handelspartner des Landes sind. Über 75 Prozent der kanadischen Exporte gehen in die Vereinigten Staaten.
Annexionsdrohungen sorgen für Unmut
Zusätzlich zu den Handelskonflikten hatte Trump in den vergangenen Wochen wiederholt über eine mögliche Annexion Kanadas spekuliert. Diese Äußerungen haben in Ottawa für erheblichen Unmut gesorgt und die bilateralen Beziehungen belastet. Carney machte deutlich, dass Kanada sich von solchen Drohungen nicht einschüchtern lassen werde und selbstbewusst in die Verhandlungen gehen werde.
