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Indien rechnet mit 7% Wachstum trotz globaler Risiken

Chef-Wirtschaftsberater warnt vor Handelsspannungen und Marktturbulenzen als Hauptrisiken für die asiatische Wirtschaftsmacht.

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Indien rechnet mit 7% Wachstum trotz globaler Risiken

Indiens Wirtschaft steht vor einem Balanceakt zwischen robustem Wachstum und zunehmenden globalen Unsicherheiten. V. Anantha Nageswaran, Chef-Wirtschaftsberater der Regierung, prognostiziert für das laufende Fiskaljahr ein Wachstum von über 7 Prozent, warnt jedoch vor erheblichen Abwärtsrisiken durch internationale Entwicklungen.

Der am Donnerstag vorgelegte Economic Survey des Finanzministeriums rechnet für das kommende Fiskaljahr 2026-27 mit einem Wachstum zwischen 6,8 und 7,2 Prozent. Gleichzeitig hob die Regierung ihre Einschätzung des mittelfristigen Wachstumspotenzials von 6,5 auf etwa 7 Prozent an – ein Vertrauensbeweis für die durchgeführten Strukturreformen und öffentlichen Investitionen.

Handelskonflikte belasten Investitionsklima

Besonders die Handelsspannungen mit den USA bereiten den indischen Wirtschaftslenkern Sorgen. Präsident Donald Trump hatte bereits Ende August einen Zoll von 50 Prozent auf bestimmte indische Waren verhängt. "Eine Lösung der Zollfragen würde zu einem Gefühl der Erleichterung beitragen und die Bereitschaft indischer und ausländischer Unternehmen erhöhen, vor Ort mehr zu investieren", erklärte Nageswaran im Reuters-Interview.

Die Unsicherheit macht sich bereits an den Finanzmärkten bemerkbar. Die indischen Aktien-Benchmarks verzeichneten im Januar den stärksten monatlichen Rückgang seit fast einem Jahr. Ausländische Investoren zogen massiv Kapital ab, während die Rupie auf ein Rekordtief fiel und ihren schlechtesten Monat seit über drei Jahren erlebte.

Freihandelsabkommen als Schutzschild

Als Gegenmaßnahme setzt Neu-Delhi auf eine aktive Handelsdiplomatie. Indien hat kürzlich die Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen mit der Europäischen Union abgeschlossen und bereits Abkommen mit Großbritannien und Oman unterzeichnet. Diese Abkommen sollen helfen, externe Schocks abzufedern, indem sie neue Märkte öffnen – besonders für arbeitsintensive Sektoren.

"Sobald diese Abkommen in Kraft treten, haben indische Unternehmen gute Chancen, diese Märkte zu beliefern", betonte der Wirtschaftsberater. Die Strategie zielt darauf ab, die Abhängigkeit von einzelnen Märkten zu reduzieren und die Exportbasis zu diversifizieren.

Weitere Risikofaktoren im Blick

Neben den Handelskonflikten nennt Nageswaran steigende Rohölpreise als weiteres externes Risiko. Die jüngsten Spannungen im Nahen Osten könnten die Energiekosten in die Höhe treiben – ein kritischer Faktor für die importabhängige indische Wirtschaft. Allerdings sei es noch zu früh, die vollen Auswirkungen abzuschätzen.

Im Inland sieht der Chef-Ökonom erste Anzeichen einer Belebung bei den privaten Investitionen. Diese hingen jedoch stärker von der Nachfrage in der Wirtschaft ab als von politischen Maßnahmen wie Steuersenkungen. Finanzministerin Nirmala Sitharaman wird am Sonntag den Bundeshaushalt 2026-27 vorlegen, in dem Maßnahmen zur Stärkung des Wachstums und zum Schutz gegen externe Schocks erwartet werden.

Die Prognose bleibt optimistisch, sofern sich die globalen Finanzmärkte stabilisieren und keine gravierenden geopolitischen Entwicklungen die Lieferketten beeinträchtigen. "Wenn sich die globale Situation nicht so weit verschlechtert, dass die Stimmung beeinträchtigt wird, ist das obere Ende der Wachstumsspanne durchaus erreichbar", zeigte sich Nageswaran zuversichtlich.

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