I Squared und CPP Investments übernehmen peruanischen Stromerzeuger Inkia für 3,4 Milliarden Dollar
Private-Equity-Deal in Lateinamerika: Zwei Investmentgesellschaften teilen sich den peruanischen Energiekonzern zu gleichen Teilen.

Die Private-Equity-Gesellschaft I Squared Capital und CPP Investments, der Investmentarm des kanadischen Pensionsfonds, haben sich den Zuschlag für den peruanischen Energieerzeuger Inkia Energy gesichert. Die Transaktion bewertet das Unternehmen inklusive Schulden mit 3,4 Milliarden Dollar. Beide Investoren werden jeweils 50 Prozent der Anteile übernehmen.
Der Deal zeigt, wie internationale Investmentgesellschaften zunehmend Infrastrukturprojekte außerhalb der USA ins Visier nehmen. Inkia mit Hauptsitz in Lima ist strategisch gut aufgestellt, um vom wachsenden Energiebedarf Perus zu profitieren. Haupttreiber ist der boomende Bergbausektor des südamerikanischen Landes, der zu den weltweit größten Kupfer- und Goldproduzenten zählt.
Das Unternehmen setzt dabei nicht nur auf konventionelle Stromerzeugung. Inkia arbeitet parallel an mehreren Wind-, Solar- und Batteriespeicherprojekten, um sich im Bereich der erneuerbaren Energien zu positionieren. Diese Diversifizierung macht das Unternehmen für institutionelle Investoren besonders attraktiv.
Strategische Neuausrichtung seit 2017
I Squared Capital ist bereits seit 2017 an Inkia beteiligt und hat das Unternehmen seitdem strategisch umgebaut. Die Private-Equity-Gesellschaft aus Miami veräußerte Randaktivitäten und konzentrierte sich auf das Kerngeschäft der Stromerzeugung. Diese Fokussierung hat sich ausgezahlt und macht Inkia nun zu einem wertvollen Asset im Portfolio.
Für die Übernahme nutzt I Squared einen sogenannten Continuation Fund, um seinen Anteil auf 50 Prozent aufzustocken. Diese Fondskonstruktion ermöglicht es der Private-Equity-Gesellschaft, das Investment zu halten, während Anleger des ursprünglichen Fonds ihre Anteile verkaufen können. Solche Strukturen gewinnen an Bedeutung, da höhere Zinsen traditionelle Exit-Strategien wie Börsengang oder Komplettverkauf erschweren.
Infrastruktur-Investments im Fokus
Der Deal fügt sich in einen größeren Trend ein: Investmentgesellschaften setzen verstärkt auf Infrastrukturprojekte in Schwellenländern. Die politische Stabilität Perus und die wachsende Wirtschaft machen das Land für langfristige Infrastruktur-Investments attraktiv. CPP Investments, einer der größten Pensionsfonds weltweit, diversifiziert damit sein Portfolio in den lateinamerikanischen Energiemarkt.
Die Transaktion wurde bereits vom Wall Street Journal vorab berichtet und nun offiziell von den beteiligten Unternehmen bestätigt. Mit dem Abschluss des Deals positionieren sich beide Investoren in einem Wachstumsmarkt, der durch steigende Energienachfrage und den Übergang zu erneuerbaren Energien geprägt ist.
