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HSBC kürzt Fixgehälter und setzt auf Wall-Street-Bonusmodell

Die britische Großbank schafft feste Gehaltszulagen für Führungskräfte ab und richtet die Vergütung stärker an der Leistung aus.

• 2 Min
HSBC kürzt Fixgehälter und setzt auf Wall-Street-Bonusmodell

HSBC Holdings Plc stellt ihr Vergütungssystem grundlegend um. Die britische Großbank wird feste Gehaltszulagen für ihre Führungskräfte schrittweise abschaffen und stattdessen einen größeren Anteil der Gesamtvergütung in Form von variablen Boni auszahlen. Das geht aus einem internen Memo hervor, das Bloomberg News vorliegt.

Mit diesem Schritt folgt HSBC einem wachsenden Trend unter britischen Banken, die ihr Vergütungsmodell an das der Wall Street angleichen. Ziel ist es, die Bezahlung der Führungskräfte enger mit der tatsächlichen Unternehmensleistung zu verknüpfen — ein Ansatz, der in den USA seit Jahrzehnten Standard ist.

Einführung ab Anfang 2028

Das neue Vergütungssystem soll Anfang 2028 in Kraft treten. HSBC gibt damit einen klaren Zeitplan vor, der den betroffenen Führungskräften eine Übergangsphase ermöglicht. Details zu konkreten Beträgen oder zur genauen Ausgestaltung der neuen Bonusstruktur gehen aus dem vorliegenden Memo nicht hervor.

Der Wandel hin zu leistungsabhängiger Vergütung ist im europäischen Bankensektor kein Einzelfall. Britische Geldinstitute stehen seit Jahren unter Druck, ihre Vergütungsstrukturen wettbewerbsfähiger zu gestalten — insbesondere im Vergleich zu amerikanischen Konkurrenten wie Goldman Sachs oder JPMorgan, die traditionell einen Großteil der Mitarbeitervergütung über Boni abwickeln.

Hintergrund: Europäische Banken im Wettbewerb mit der Wall Street

In Europa waren feste Gehaltszulagen — sogenannte „Role-Based Allowances" oder vergleichbare Instrumente — nach der Finanzkrise 2008 eingeführt worden. Sie sollten als Reaktion auf regulatorische Obergrenzen für Boni dienen, die in der EU und Großbritannien eingeführt wurden, um exzessive Risikobereitschaft zu begrenzen. Mit dem Brexit und der anschließenden Lockerung der britischen Bonusregeln entfiel jedoch ein wesentlicher Grund für diese Konstruktion.

Die Bank of England und die britische Finanzaufsicht FCA hatten die strikten EU-Bonusobergrenzen nach dem Brexit aufgehoben. Seitdem haben mehrere britische Banken ihre Vergütungsmodelle überarbeitet, um Spitzenkräfte besser halten und rekrutieren zu können. HSBC zieht nun nach und positioniert sich damit im globalen Wettbewerb um Talente neu.

Für Anleger ist die Umstellung ein Signal, dass HSBC die Unternehmensführung und die Anreizstrukturen für das Management modernisiert. Eine stärkere Kopplung der Führungsvergütung an die Leistung kann langfristig im Interesse der Aktionäre sein — sofern die Leistungsziele klar und anspruchsvoll definiert werden. Die genaue Ausgestaltung der neuen Bonisystematik wird entscheidend dafür sein, wie der Markt die Reform bewertet.

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