Hormel Foods kauft Brakebush Brothers für 1,06 Milliarden Dollar
Der Lebensmittelkonzern übernimmt den familiengeführten Hühnerverarbeiter und baut sein Foodservice-Geschäft aus.

Hormel Foods hat einen Deal zur Übernahme von Brakebush Brothers abgeschlossen. Der familiengeführte Verarbeiter von Hühnerprodukten mit Mehrwert (Value-Added) wechselt für rund 1,055 Milliarden US-Dollar den Besitzer. Das Unternehmen mit Sitz in Austin im US-Bundesstaat Minnesota gab die Transaktion am Mittwoch bekannt.
Brakebush Brothers hat in den vergangenen zwölf Monaten etwa 1,2 Milliarden US-Dollar Umsatz erwirtschaftet. Damit liegt der Kaufpreis unter dem Jahresumsatz des übernommenen Unternehmens. Für Hormel ist der Zukauf ein strategischer Schritt, um verstärkt in wachsende Protein-Segmente zu investieren.
Hormel ist vor allem durch seine Marken Spam (Frühstücksfleisch in Dosen) und Skippy (Erdnussbutter) bekannt. Mit der Übernahme will der Konzern seine Position im Segment der Hühnerprodukte mit Mehrwert ausbauen. Zugleich soll die Foodservice-Plattform gestärkt werden – also das Geschäft mit Gastronomie, Kantinen und anderen Großverbrauchern außerhalb des Einzelhandels.
Wachstumstreiber Foodservice
Die Übernahme soll die Beziehungen zu Betreibern im Foodservice-Segment intensivieren und die erweiterte Direktvertriebsorganisation des Konzerns nutzen. Der Bereich gilt für Hormel bereits jetzt als wichtige Stütze. Im zuletzt berichteten Quartal wuchs das Foodservice-Geschäft des Unternehmens um 2 Prozent und war damit ein Lichtblick.
Das Timing der Transaktion ist bemerkenswert. Sie erfolgt nur einen Monat, nachdem Hormel einen Rückgang der quartalsweisen Umsätze gemeldet und seine Umsatzprognose für das Geschäftsjahr 2026 nach unten korrigiert hatte. Als Gründe nannte das Unternehmen niedrigere Preise für rohen Truthahn, schwächere Preise bei Private-Label-Snack-Nüssen sowie ein herausforderndes Konsumentenumfeld.
Die schwache Entwicklung in Teilen des Kerngeschäfts und die gesenkte Prognose dürften den Druck erhöht haben, neue Wachstumsfelder zu erschließen. Mit Brakebush kauft Hormel gezielt ein Unternehmen, das auf verarbeitete Hühnerprodukte spezialisiert ist – ein Segment, das als wachstumsstark gilt. Verarbeitete oder „mit Mehrwert versehene" Produkte erzielen in der Regel höhere Margen als der Verkauf roher Fleischwaren.
Bedeutung für deutsche Anleger
Für Investoren an den deutschen Börsen ist Hormel vor allem über den US-Ticker HRL an den internationalen Märkten handelbar. Der Zukauf fällt in eine Phase, in der Konsumgüterunternehmen mit gedämpfter Nachfrage und Preisdruck zu kämpfen haben. Hormel versucht mit der Übernahme, sein Portfolio stärker auf rentablere und stabilere Bereiche auszurichten.
Der Preis von rund 1,055 Milliarden US-Dollar für ein Unternehmen mit rund 1,2 Milliarden Dollar Jahresumsatz verdeutlicht, dass Hormel bereit ist, für den Ausbau im Hühner- und Foodservice-Geschäft erhebliches Kapital einzusetzen. Ob sich die Investition auszahlt, hängt davon ab, wie schnell der Konzern die angestrebten Synergien im Vertrieb und bei den Betreiber-Beziehungen heben kann.
Für deutsche Privatanleger lohnt sich ein Blick auf die weitere Entwicklung der Foodservice-Plattform. Sie ist derzeit der wachstumsstärkste Bereich von Hormel und bildet die logische Ergänzung zur Brakebush-Übernahme. Sollte sich der Trend fortsetzen, könnte der Zukauf die zuletzt schwächeren Quartalszahlen des Konzerns zumindest teilweise ausgleichen.
Das Unternehmen betont, dass die Akquisition die Strategie des Konzerns vorantreibe, in wachsende Protein-Segmente zu investieren. Der Ausbau der Foodservice-Plattform und die Intensivierung der Betreiber-Beziehungen sind dabei zentrale Bausteine. Wie sich die Übernahme auf die Bilanz und die zukünftigen Quartalszahlen auswirkt, bleibt abzuwarten.
