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HMRC treibt über 8 Millionen Pfund von Krypto-Steuersündern ein

Britische Steuerbehörde erzielt Einigungen mit 502 Krypto-Investoren – und verschärft den Druck durch neue internationale Melderegeln.

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HMRC treibt über 8 Millionen Pfund von Krypto-Steuersündern ein

Die britische Steuerbehörde HMRC hat drei Jahre nach dem Start ihres harten Vorgehens gegen Krypto-Steuerhinterziehung mehr als 8 Millionen Britische Pfund durch Vergleiche mit Kryptowährungs-Investoren zurückgefordert. Zahlen, die durch eine Anfrage nach dem britischen Informationsfreiheitsgesetz (Freedom of Information) gewonnen wurden, zeigen: 502 Krypto-Investoren haben in den letzten zwei Steuerjahren Offenlegungsvereinbarungen mit der Behörde über nicht gezahlte Steuern getroffen.

Im Steuerjahr 2024/25 einigten sich 280 Personen mit der HMRC und leisteten Zahlungen in Höhe von insgesamt 3,5 Millionen Britischen Pfund. Im Folgejahr 2025/26 sank die Zahl der Einigungen zwar auf 222, doch der Gesamtwert stieg auf rund 4,8 Millionen Britische Pfund – ein Hinweis darauf, dass die Behörde zunehmend größere Fälle ins Visier nimmt.

Kampagne seit November 2023 aktiv

Die Zahlen bieten den ersten vollständigen Einblick in die Krypto-Offenlegungskampagne der HMRC, die im November 2023 gestartet wurde. Dabei wurden Investoren aufgefordert, nicht gezahlte Steuern im Zusammenhang mit Exchange-Token, Non-Fungible Tokens (NFTs) und Utility-Token zu deklarieren. Parallel dazu versandte die Behörde sogenannte „Nudge Letters" – Hinweisschreiben – an zehntausende Krypto-Investoren, bei denen der Verdacht auf Steuerhinterziehung bestand.

„Diese Einigungen sind Teil eines umfassenderen Vorgehens der Behörden zur Einhaltung von Vorschriften, das erhebliche Auswirkungen sowohl für Krypto-Investoren als auch für die von ihnen genutzten Plattformen hat", sagte Zurab Kotaria, Chief Operating Officer bei Identomat, einem Anbieter für Compliance-Dienstleistungen im Finanzsektor, der die FOI-Anfrage bei der HMRC eingereicht hatte.

Nach britischem Steuerrecht lösen Veräußerungen von Kryptowerten in der Regel eine Kapitalertragsteuerpflicht (CGT) aus, sofern sie über dem jährlichen Freibetrag von 3.000 Britischen Pfund liegen – ein deutlicher Rückgang gegenüber dem Freibetrag von 12.300 Pfund im Jahr 2022/23. Gewinne oberhalb dieser Schwelle werden mit 18 Prozent für Basissteuerzahler oder mit 24 Prozent für Steuerzahler mit höherem Einkommen besteuert. In Fällen, in denen die HMRC den Kauf und Verkauf von Kryptowerten als „Handel" einstuft, können Gewinne sogar der Einkommensteuer und den Sozialversicherungsbeiträgen unterliegen.

Internationale Melderegeln erhöhen den Druck

Die Einigungen erfolgen zu einem Zeitpunkt, an dem neue internationale Melderegeln es für Investoren deutlich schwieriger machen, Krypto-Gewinne zu verbergen. Das Vereinigte Königreich gehört zu den mehr als 40 Ländern, die den Melderahmen für Kryptowerte (Cryptoasset Reporting Framework, CARF) der OECD übernehmen. Dieser verpflichtet Dienstleister für Kryptowerte dazu, Kunden- und Transaktionsinformationen zu sammeln und an die Steuerbehörden zu melden.

Ab Januar 2026 waren britische Krypto-Dienstleister verpflichtet, die Identität der Nutzer, Details zum steuerlichen Wohnsitz und Transaktionszusammenfassungen zu erfassen. „Wir werden diese Informationen über Personen ohne steuerlichen Wohnsitz im Vereinigten Königreich mit relevanten internationalen Partnern austauschen und von ihnen Informationen über im Vereinigten Königreich steuerpflichtige Personen erhalten", erklärte die HMRC in ihrem aktuellen Jahresbericht.

Die verstärkte Überwachung geht mit einem signifikanten Wachstum des Krypto-Besitzes im Vereinigten Königreich einher. Eine Analyse der Finanzaufsichtsbehörde Financial Conduct Authority (FCA) schätzt, dass etwa 8 Prozent der britischen Erwachsenen – rund 4,5 Millionen Menschen – Kryptowerte besitzen, wobei sich die Nachfrage seit 2020 mehr als verdoppelt hat. Das durchschnittliche britische Krypto-Portfolio wird auf 2.250 Britische Pfund geschätzt, obwohl die meisten Inhaber weniger als 1.000 Pfund investiert haben. Rund 16 Prozent halten mehr als 5.000 Pfund.

„Nur die Spitze des Eisbergs"

Angesichts der Millionen von Krypto-Besitzern im Land bezeichnete Dawn Register, Partnerin im Team für Steuerstreitbeilegung bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO, die offengelegten Einigungen als „eine sehr kleine Zahl". Sie betonte jedoch, dass die Zahlen kein vollständiges Bild liefern, da Steuerzahler ihre Verbindlichkeiten auch über andere Wege – etwa durch das Einreichen von Steuererklärungen oder im Rahmen von Betriebsprüfungen – beglichen haben könnten.

„Ich würde jedoch sagen, dass dies nur die Spitze des Eisbergs in Bezug auf die Nichteinhaltung von Vorschriften ist. Ich treffe immer noch viele Steuerzahler, die Krypto-Investitionen weiterhin als Glücksspiel betrachten und denen nicht bewusst ist, dass die Gewinne steuerpflichtig sind", sagte Register.

Besonders aufschlussreich ist die Entwicklung der „Nudge Letters": Eine separate FOI-Anfrage ergab, dass die HMRC zwischen 2020 und 2025 insgesamt 101.024 solcher Hinweisschreiben im Zusammenhang mit Kryptowerten verschickt hat. Die Anzahl stieg von 8.329 im Jahr 2021/22 auf 27.712 in 2023/24 und sprang dann auf 64.982 im Jahr 2024/25 – ein Zuwachs von rund 680 Prozent in nur drei bis vier Jahren.

Die HMRC selbst betonte, dass die Vergleichszahlen „nicht das volle Ausmaß" ihrer Compliance-Arbeit widerspiegeln. Die Behörde nutze eine Reihe von Ansätzen, darunter Ermittlungen, Datenanalysen und gezielte Interventionen, um potenzielle Steuerverstöße im Zusammenhang mit Kryptowerten zu identifizieren und anzugehen.

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