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IRS-Chef Bisignano: Demokraten werfen ihm Lüge vor Kongress vor

Demokratische Senatoren um Elizabeth Warren beschuldigen IRS-Chef Frank Bisignano, den Kongress über Personalengpässe bei der US-Steuerbehörde getäuscht zu haben.

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IRS-Chef Bisignano: Demokraten werfen ihm Lüge vor Kongress vor

Der Chef der US-Steuerbehörde Internal Revenue Service (IRS), Frank Bisignano, steht unter schwerem politischen Druck. Eine Gruppe demokratischer Senatoren unter Führung von Elizabeth Warren wirft ihm vor, den Kongress über die Personalsituation beim IRS belogen zu haben. Den entsprechenden Brief verschickten die Senatoren am späten Mittwoch – und teilten ihn exklusiv mit dem Nachrichtensender CNBC.

Bisignano hatte im März vor dem Kongress ausgesagt, er fühle sich mit der aktuellen Anzahl der IRS-Mitarbeiter „wohl". Im April bestritt er zudem vor dem Finanzausschuss des Senats ausdrücklich, dass seine Behörde unterbesetzt sei. Diese Aussagen stehen nun im Widerspruch zu aktuellen Medienberichten, wonach das IRS die Personaleinstellungen massiv vorantreibe.

Internes Memo belastet IRS-Chef

Besonders brisant ist ein internes Memo, über das das Portal NOTUS berichtete. Darin wurde eine beschleunigte Einstellungsbefugnis aufgrund „anhaltender Personalengpässe" gefordert – Engpässe, die die „Steuersaison 2026 gefährden" könnten. Warren und ihre Kollegen verwiesen zudem auf den behördeneigenen Generalinspekteur, der Personalengpässe als großes Problem benannt hatte.

Mehr als ein Dutzend Demokraten unterzeichneten den Brief. Zu den Unterzeichnern gehören Ron Wyden aus Oregon – das ranghöchste Mitglied im Finanzausschuss des Senats –, sowie die Senatoren Sheldon Whitehouse (Rhode Island), Peter Welch (Vermont) und Raphael Warnock (Georgia). Den Kongress wissentlich zu belügen oder in die Irre zu führen, kann in den USA eine Straftat darstellen. Das IRS reagierte zunächst nicht auf eine Anfrage um Stellungnahme.

Massiver Stellenabbau unter Trump und Musk

Der Hintergrund der Affäre liegt im massiven Stellenabbau in der US-Bundesverwaltung, der zu Beginn der Trump-Administration vom sogenannten Department of Government Efficiency unter der Leitung von Elon Musk angeführt wurde. Allein das IRS verlor laut einem Bericht des behördeneigenen Generalinspekteurs bis Januar 2026 mehr als 31.000 Mitarbeiter. Bisignano erklärte, diese Lücke solle durch den Einsatz neuer Technologien geschlossen werden. Der Generalinspekteur stellte jedoch in einem Bericht vom Juni fest, dass der Personalmangel bereits zu Verzögerungen bei der Arbeit der Behörde geführt habe.

Die Demokraten fordern von Bisignano nun konkrete Antworten: Er soll klarstellen, ob die Berichte über das Ersuchen des IRS um Sonderbefugnisse bei der Einstellung zutreffen und ob ihm das interne Memo vor seiner Aussage vor dem Kongress bekannt war. Außerdem soll er erläutern, auf welcher Grundlage er dem Kongress mitteilte, es gebe „keinen Personalmangel", während er gleichzeitig Einstellungsbefugnisse aufgrund eines „kritischen Einstellungsbedarfs" beantragte.

Weitere Vorwürfe belasten IRS-Chef

Der aktuelle Brief ist nicht das einzige Problem für Bisignano. Bereits Anfang der Woche war er in die Defensive geraten, nachdem das Wall Street Journal berichtet hatte, er habe ehemalige Kollegen bei JPMorgan Chase ausspioniert. Laut dem Bericht soll er seine Sicherheitsbefugnisse genutzt haben, um die Kommunikation von Kollegen zu überwachen und auf sensible Informationen zuzugreifen. Bisignano dementierte diesen Bericht.

Die Vorwürfe wiegen besonders schwer, da Bisignano in seiner aktuellen Rolle nicht nur den IRS leitet, sondern auch die Social Security Administration führt. Beide Behörden verfügen über enorme Mengen vertraulicher Informationen über nahezu jeden amerikanischen Bürger. Für deutsche Anleger und Beobachter ist die Entwicklung relevant, da die Funktionsfähigkeit des IRS direkte Auswirkungen auf die US-Staatsfinanzen und damit auf die globalen Kapitalmärkte hat.

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