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US-Gesetz soll Steuerschlupflöcher bei Altersvorsorge für Superreiche schließen

Zwei US-Demokraten wollen verhindern, dass Milliardäre steuerbegünstigte Altersvorsorgekonten als Steuerschlupflöcher missbrauchen.

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US-Gesetz soll Steuerschlupflöcher bei Altersvorsorge für Superreiche schließen

Zwei US-amerikanische Gesetzgeber haben einen Gesetzentwurf eingebracht, der Superreichen den Missbrauch von steuerbegünstigten Altersvorsorgekonten erschweren soll. Senator Ron Wyden aus Oregon und der Abgeordnete Richard Neal aus Massachusetts, beide Demokraten, präsentierten den Entwurf am Mittwoch. Ziel ist es, zu verhindern, dass IRAs und 401(k)-Pläne als Steuerschlupflöcher für Spitzenverdiener genutzt werden.

Hintergrund des Vorstoßes ist eine bemerkenswerte Konzentration von Vermögen auf solchen Konten: Mehr als 200 Personen hielten insgesamt mehr als 85 Milliarden US-Dollar auf steuerbegünstigten Altersvorsorgekonten. Diese Summe übersteigt bei Weitem das, wofür diese Konten ursprünglich gedacht waren – nämlich die Altersvorsorge breiter Bevölkerungsschichten zu fördern.

Was sind IRAs und 401(k)-Pläne?

Für deutsche Leser ist es hilfreich zu verstehen, worum es sich bei diesen Kontentypen handelt. IRAs (Individual Retirement Accounts) und 401(k)-Pläne sind in den USA weit verbreitete Anlagekonten für die private Altersvorsorge – vergleichbar in ihrer gesellschaftlichen Funktion mit der deutschen Riester- oder Rürup-Rente. Sie existieren jeweils in einer traditionellen Variante, bei der Einzahlungen steuerlich absetzbar sind und Erträge erst bei der Auszahlung versteuert werden, sowie in einer sogenannten Roth-Variante, bei der Einzahlungen aus bereits versteuertem Einkommen stammen, Erträge und Auszahlungen jedoch steuerfrei bleiben.

Diese steuerlichen Vorteile sind politisch gewollt und sollen Bürgerinnen und Bürger dazu animieren, privat für das Alter vorzusorgen. Kritiker bemängeln jedoch seit Längerem, dass wohlhabende Anleger diese Regelungen weit über den eigentlichen Zweck hinaus ausnutzen – etwa indem sie hochwertige, nicht börsennotierte Vermögenswerte in solche Konten einbringen und so enorme Wertsteigerungen steuerfrei akkumulieren.

Gemeinsame Erklärung der Gesetzgeber

In einer gemeinsamen Erklärung betonten Wyden und Neal, dass es nicht im Sinne des Gesetzgebers sei, wenn steuerbegünstigte Altersvorsorgekonten wie IRAs und 401(k)s als Steuerschlupflöcher missbraucht werden. Der Gesetzentwurf richtet sich damit explizit gegen Spitzenverdiener, die Multimillionen-Dollar-Konten aufgebaut haben – weit jenseits dessen, was für eine normale Altersabsicherung notwendig wäre.

Der politische Vorstoß reiht sich in eine breitere Debatte über Steuergerechtigkeit in den USA ein. Immer wieder geraten Steuerprivilegien für Wohlhabende in die Kritik, während gleichzeitig die Mittelschicht unter steigenden Lebenshaltungskosten leidet. Ob der Gesetzentwurf im US-Kongress eine Mehrheit findet, bleibt abzuwarten – in der Vergangenheit scheiterten ähnliche Initiativen häufig am politischen Widerstand.

Für Anleger in Deutschland ist der Fall dennoch aufschlussreich: Er zeigt, wie steuerliche Förderinstrumente, die ursprünglich für breite Bevölkerungsschichten gedacht sind, von sehr wohlhabenden Personen in einem Ausmaß genutzt werden können, das politisch zunehmend als problematisch gilt.

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