Hisbollah warnt vor Eskalation im Nahen Osten bei US-Angriff auf Iran
Die libanesische Hisbollah hat ihre Bereitschaft erklärt, sich gegen mögliche US-Angriffe auf den Iran zu verteidigen. Anführer Naim Qassem warnt vor einer regionalen Eskalation.

Der Anführer der libanesischen Hisbollah-Bewegung, Naim Qassem, hat am Montag in einer Fernsehansprache deutlich gemacht, dass seine Organisation die wachsenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran mit großer Sorge verfolgt. Besonders beunruhigt zeigt sich die pro-iranische Miliz über mögliche Bedrohungen gegen den iranischen Obersten Führer Ayatollah Ali Khamenei.
Hisbollah sieht sich als potenzielles Ziel
"Wir sind besorgt über die aktuellen Entwicklungen und sehen uns als Ziel potenzieller Aggressionen. Wir sind entschlossen, uns zu verteidigen", erklärte Qassem. Die Hisbollah werde zu gegebener Zeit entscheiden, wie sie handeln werde, sei aber "nicht neutral" in diesem Konflikt.
Nach Angaben des Hisbollah-Führers haben Vermittler der Organisation mitgeteilt, dass die USA und Israel erwägen würden, die Hisbollah anzugreifen, falls es zu einem Angriff auf den Iran käme. Qassem warnte eindringlich: "Ein Krieg gegen den Iran könnte dieses Mal die gesamte Region in Brand setzen."
Verschärfte Spannungen nach Protesten im Iran
Die Spannungen zwischen Washington und Teheran haben sich in den vergangenen Wochen deutlich verschärft. Hintergrund sind landesweite Proteste im Iran, bei denen nach Berichten Tausende Menschen getötet wurden. US-Präsident Donald Trump hatte erklärt, dies könne zu einer amerikanischen Reaktion führen.
Der Iran seinerseits hat unmissverständlich klargestellt, dass jeder Angriff auf Ayatollah Khamenei einen "heiligen Krieg" auslösen würde. Diese Drohung unterstreicht die explosive Lage in der Region.
Hisbollah bereits durch Israel-Konflikt geschwächt
Die Hisbollah wurde 2024 während grenzüberschreitender Kämpfe mit Israel erheblich geschwächt. Die Auseinandersetzungen fanden nach Angaben der Miliz zur Unterstützung der Palästinenser im Gazastreifen statt. Im November 2024 einigten sich Israel und der Libanon auf einen von den USA vermittelten Waffenstillstand.
Allerdings ist die Situation weiterhin fragil: Beide Seiten werfen sich gegenseitig vor, gegen die Waffenstillstandsvereinbarung zu verstoßen. Die aktuelle Eskalation zwischen den USA und dem Iran könnte die ohnehin angespannte Lage im Nahen Osten weiter verschärfen.
Regionale Auswirkungen befürchtet
Experten warnen vor den weitreichenden Folgen einer militärischen Konfrontation. Ein Konflikt zwischen den USA und dem Iran könnte nicht nur die Hisbollah im Libanon, sondern auch andere pro-iranische Milizen in der Region aktivieren. Dies würde das Risiko eines großflächigen regionalen Krieges erheblich erhöhen.
Für die Finanzmärkte bedeutet die Eskalation zusätzliche Unsicherheit, insbesondere für die Ölpreise und Investitionen im Nahen Osten. Anleger beobachten die Entwicklung mit wachsender Besorgnis.
