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Großbritannien vollzieht Kehrtwende bei KI-Urheberrecht

Die britische Regierung gibt ihren umstrittenen Plan auf, KI-Entwicklern freien Zugang zu urheberrechtlich geschützten Werken zu gewähren. Kulturministerin Lisa Nandy räumt ein: Das Opt-out-Modell war ein Fehler.

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Großbritannien vollzieht Kehrtwende bei KI-Urheberrecht

Die britische Regierung vollzieht eine dramatische Kehrtwende in ihrer KI-Politik. Nach massivem Widerstand aus der Kreativwirtschaft gibt London seinen ursprünglichen Plan auf, Urheberrechtsgesetze zugunsten von KI-Entwicklern zu lockern. Kulturministerin Lisa Nandy bezeichnete den bisherigen Ansatz als Fehler.

Vom KI-Vorreiter zum Vermittler

Premierminister Keir Starmer hatte Großbritannien zur "KI-Supermacht" ausrufen wollen. Der ursprüngliche Vorschlag sah vor, dass KI-Entwickler ihre Modelle mit allen rechtmäßig zugänglichen Materialien trainieren dürfen - ohne vorherige Zustimmung der Urheber. Diese hätten aktiv widersprechen müssen, ein sogenanntes Opt-out-Modell.

Doch die Konsultation mit der Kreativbranche zeigte deutlich: Dieses Modell stößt auf breite Ablehnung. "Es war ein Fehler, mit einem bevorzugten Modell zu beginnen", räumte Nandy vor einem Parlamentsausschuss ein. Die Regierung werde nun einen "weitaus nuancierteren Ansatz" wählen.

Vergütung und Kontrolle im Fokus

Lise Kendall, zuständig für die Regierungsprüfung, betonte zwei zentrale Anliegen der Kreativschaffenden: die angemessene Vergütung ihrer Arbeit und die Kontrolle über ihre Kunst. "In der Konsultation wurde absolut deutlich, wie fundamental wichtig es für den Kreativsektor ist, diese beiden Themen in den Mittelpunkt des weiteren Vorgehens zu stellen", sagte sie.

Die für März erwartete Veröffentlichung der Regierungsprüfung soll einen "echten Neuanfangsmoment" markieren. Kendall kündigte an, mit verschiedenen Teilen der Kreativwirtschaft zusammenzuarbeiten, um die "in einigen Fällen existenziellen Herausforderungen" anzugehen.

Globales Dilemma

Die Problematik ist nicht auf Großbritannien beschränkt. Weltweit sehen sich Kreativschaffende mit KI-Systemen konfrontiert, die auf ihren Werken trainiert wurden - oft ohne Zustimmung oder Entschädigung. Die britische Kehrtwende könnte Signalwirkung für andere Länder haben, die ebenfalls nach einem Ausgleich zwischen technologischem Fortschritt und Urheberrechtsschutz suchen.

Nandy warnte vor den Folgen unüberlegter Gesetzesänderungen und verwies auf die "sehr ernsten" Herausforderungen des derzeitigen Systems. Die Regierung müsse nun einen Mittelweg finden zwischen den Interessen der aufstrebenden KI-Industrie und dem Schutz kreativer Arbeit.

Ki-UrheberrechtGroßbritannienKünstliche IntelligenzUrheberrechtsschutzKreativwirtschaft

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