Großbanken raten Janus Henderson: Victory-Deal ablehnen
Morgan Stanley und Citigroup sprechen sich gegen die Übernahme von Janus Henderson durch Victory Capital aus.

Im Übernahmestreit um den Vermögensverwalter Janus Henderson wächst der Druck gegen einen Deal mit Victory Capital Management. Hochrangige Vertreter der Wealth-Management-Sparten von Morgan Stanley und Citigroup haben gegenüber der Janus-Geschäftsführung offen ihr Unbehagen über die Pläne geäußert. Die Banken zählen zu den wichtigsten Vertriebspartnern des Fondshauses und steuern umfangreiche Investmentplattformen.
Im Kern befürchten die Großbanken, dass ein Zusammenschluss mit Victory Capital zu einer Abwanderung von Portfoliomanagern führen könnte. Diese Unsicherheit könnte Kunden dazu veranlassen, ihre Mandate bei Janus Henderson abzuziehen. Finanzberater und andere Intermediäre, die das Geld von Privatpersonen verwalten, könnten Janus-Fonds von ihren Plattformen nehmen, falls Victory-Übernahme Unruhe stifte.
Trian und General Catalyst als Alternative
Als Alternative zum Victory-Angebot steht ein Gebot von Nelson Peltz' Trian Fund Management gemeinsam mit General Catalyst im Raum. Dieses Angebot liegt zwar preislich niedriger, genießt aber offenbar mehr Rückhalt bei Kunden und Mitarbeitern. Auch Investmentmitarbeiter von Janus Henderson selbst drängen die Unternehmensführung dazu, das Victory-Angebot zugunsten der Trian-Lösung abzulehnen.
Besonderes Gewicht bekommt der Widerstand der Großbanken durch eine entscheidende vertragliche Hürde: Jede Transaktion erfordert die Zustimmung von mindestens 75 Prozent der Kunden. Damit haben institutionelle Investoren und Vertriebspartner wie Morgan Stanley und Citigroup faktisch ein erhebliches Mitspracherecht bei der Entscheidung. Diese Klausel macht die Bedenken der Wealth-Management-Sparten zu einem ernstzunehmenden Hindernis für Victory Capital.
Janus Henderson verwaltet weltweit Vermögenswerte in Höhe von mehreren hundert Milliarden Dollar und gehört zu den bedeutenden aktiv verwalteten Fondsgesellschaften. Für deutsche Privatanleger ist das Unternehmen vor allem durch seine Aktienfonds und Multi-Asset-Strategien bekannt. Der Ausgang des Übernahmeduells dürfte die Zukunft des Hauses und damit auch die Fondsstrategie maßgeblich beeinflussen.
