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Grönland-Krise: Trump-Administration trifft dänische Delegation

Die USA empfangen am Mittwoch Vertreter Grönlands und Dänemarks zu Krisengesprächen. US-Präsident Trump beharrt auf seiner Forderung nach Kontrolle über die strategisch wichtige Arktis-Insel.

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Grönland-Krise: Trump-Administration trifft dänische Delegation

Die Trump-Administration steht vor einem diplomatischen Kraftakt: Am Mittwoch treffen hochrangige Vertreter Grönlands und Dänemarks im Weißen Haus ein, um über die Zukunft der strategisch wichtigen Arktis-Insel zu verhandeln. US-Vizepräsident JD Vance und Außenminister Marco Rubio werden Grönlands Außenministerin Vivian Motzfeldt und ihren dänischen Amtskollegen Lars Løkke Rasmussen empfangen.

Geschlossene Front gegen US-Druck

Die Gespräche finden in einer angespannten Atmosphäre statt. Erst am Dienstag demonstrierten Grönlands Premierminister Jens-Frederik Nielsen und die dänische Regierungschefin Mette Frederiksen bei einer gemeinsamen Pressekonferenz in Kopenhagen ihre Einigkeit. Nielsen stellte unmissverständlich klar: "Wenn wir zwischen den USA und Dänemark wählen müssen, entscheiden wir uns für Dänemark."

Frederiksen bezeichnete den amerikanischen Druck als "völlig inakzeptabel" und warnte: "Vieles deutet darauf hin, dass der schwierigste Teil noch vor uns liegt." Die dänische Premierministerin betonte, dass ein US-Angriff auf Grönland das Ende der NATO bedeuten würde.

Trump erneuert territoriale Ambitionen

US-Präsident Donald Trump hat sein langjähriges Interesse an Grönland nach einer US-Militäroperation in Venezuela am 3. Januar erneut bekräftigt. Die zwischen Europa und Nordamerika gelegene Insel sei "aus Sicht der nationalen Sicherheit" von entscheidender Bedeutung, so Trump. Die mineralreiche Arktis-Region verfügt über strategisch wichtige Rohstoffvorkommen.

In Gesprächen mit Reportern an Bord der Air Force One kündigte Trump an, die USA würden "auf die eine oder andere Weise" die Kontrolle über Grönland übernehmen - selbst wenn dies die NATO-Beziehungen belasten sollte. Dänemark ist für die Verteidigung des selbstverwalteten Territoriums verantwortlich.

Experten warnen vor NATO-Krise

Ian Lesser, Senior Fellow bei der Washingtoner Denkfabrik GMF, beschreibt die Lage als hochbrisant: "Der Einsatz bei den Gesprächen ist sehr hoch." Eine Nichtlösung der diplomatischen Krise bedrohe "nicht nur den Zusammenhalt der NATO, sondern auch die zukünftige Existenz des Bündnisses, wie wir es kennen."

Carl Bildt, ehemaliger schwedischer Premierminister und Co-Vorsitzender des European Council on Foreign Relations, erwartet keine schnelle Lösung und spricht von einer "tiefgreifenden Krise". Er kritisierte die Europa-Analyse von Vizepräsident Vance als "ziemlich außergewöhnlich" und eher im Einklang mit der "extremen Rechten" Europas.

Kritische Verhandlungen stehen bevor

Otto Svendsen vom Center for Strategic and International Studies in Washington beobachtet, dass interne Spannungen zwischen Grönland und Dänemark zurückgestellt wurden, um gemeinsam gegen die US-Bedrohungen aufzutreten. Das Treffen im Weißen Haus wird voraussichtlich die Möglichkeiten einer Verhandlungslösung ausloten.

Beobachter erinnern sich an ein ähnlich angespanntes Treffen zwischen Trump, Vance und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj im Februar 2025, das in einem öffentlichen Streit vor laufenden Kameras eskalierte. Ob die aktuellen Gespräche zu einer Deeskalation führen, bleibt abzuwarten.

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