Greenland Mines erhöht Anteil an AnorTech auf 19,9 Prozent
Das Nasdaq- und Frankfurt-gelistete Unternehmen übt seine Option vollständig aus und stärkt seine Position im Anorthosit-Sektor.
Greenland Mines hat seine Option zum Erwerb einer zusätzlichen Beteiligung von 9,9% am kanadischen Anorthosit-Produzenten AnorTech vollständig ausgeübt. Damit steigt der Gesamtanteil des Unternehmens an AnorTech auf 19,9%. AnorTech ist Eigentümer des Projekts Gronne Bjerg in Grönland – einer Lagerstätte, die Greenland Mines als potenzielle Rohstoffquelle für die US-amerikanische Produktion von Aluminiumoxid in Hüttenqualität und hochreinem Aluminiumoxid betrachtet.
Der Schritt fällt in ein Marktumfeld, in dem Nettoimporte im Jahr 2025 schätzungsweise 71% des US-Aluminiumoxidverbrauchs deckten. Für Greenland Mines ist die Aufstockung der Beteiligung damit nicht nur eine Investitionsentscheidung, sondern ein strategischer Baustein im Aufbau einer unabhängigen nordatlantischen Lieferkette für kritische Materialien.
Die Details
AnorTech verfügt über proprietäre, zum Patent angemeldete Verfahren zur nachhaltigen Herstellung von Aluminiumoxid in Hüttenqualität und hochreinem Aluminiumoxid aus Anorthosit. Ein wesentlicher Vorteil dieses Prozesses: Er kommt ohne Bauxitrückstände aus. Als verkaufsfähige Nebenprodukte entstehen amorphes Siliziumdioxid und Calciumsilikat sowie CO2-emissionsfreier feuerfester Zement, 3D-druckbarer Zement und Katalysatoren auf Aluminiumoxidbasis.
Um die Technologien in Richtung Kommerzialisierung voranzutreiben, hat AnorTech bereits 15 Tonnen Anorthosit aus Gronne Bjerg nach Ontario verschifft. Dort sollen Pilotanlagen-Tests vorbereitet werden. Das Verfahrensschema für Aluminiumoxid wurde bislang im Labormaßstab demonstriert. Ein geplantes Pilotprogramm soll Proben von Aluminiumoxid in Hüttenqualität und hochreinem Aluminiumoxid für technische Tests und Kundenbewertungen liefern.
Neben der industriellen Nutzung hat AnorTech Anorthosit auch an Forscher im Raumfahrtsektor geliefert, wo das Material als Mondregolith-Simulanz eingesetzt wird. Dies ist relevant für die Forschung zur Nutzung mondinterner Materialien für Bauzwecke – mit dem Ziel, die Menge an Material zu reduzieren, die von der Erde transportiert werden muss. AnorTech kann Anorthosit zudem für Simulanzien, druckbare Baumaterialien, feuerfeste Stoffe und Ressourcenverarbeitungstechnologien liefern.
Bo Møller Stensgaard, Präsident von Greenland Mines, erläutert die strategische Stoßrichtung: „Der Wiederaufbau der amerikanischen Aluminium- und Werkstoffindustrie erfordert gesicherte Rohstoffe und mehr Raffineriekapazitäten auf US-Boden. Wir sehen die Chance, grönländische Ressourcen mit der US-Produktion von Aluminiumoxid in Hüttenqualität für amerikanische Aluminiumhütten und hochreinem Aluminiumoxid für Halbleiter- und andere fortschrittliche Materiallieferketten zu verbinden." Das erklärte Ziel sei eine Lieferkette von Grönland in die USA, die unabhängig von chinesischen Raffinerien operieren kann – mit mehr Verarbeitung, Fertigung und Wertschöpfung in Amerika.
Hintergrund: Was bisher geschah
Bereits am 09.06.2026 berichtete aktien.news, dass AnorTech eine Zusammenarbeit mit dem National Research Council of Canada (NRC) bekannt gegeben hatte. Ziel der Kooperation war die Entwicklung aluminiumoxidbasierter Katalysatoren der nächsten Generation für eine effiziente Kohlenstoffabscheidung – unter Einsatz des nachhaltigen Aluminiumoxids von AnorTech aus dem Mineral Anorthosit.
Am 21. und 22. September 2026 berichtete aktien.news gleich zweimal über ein wegweisendes Sicherheitsabkommen zwischen den USA, Dänemark und Grönland. Greenland Mines (Nasdaq: GRML) sah sich durch das Abkommen in seiner Strategie bestätigt: Es sieht eine erweiterte und dauerhafte US-Sicherheitspräsenz auf Grönland vor und schränkt die Möglichkeiten von US-Gegnern ein, dort militärische Stellungen zu etablieren oder sensible Investitionen vorzunehmen. Stensgaard kommentierte damals: „Grönland entwickelt sich zu einer der strategisch wichtigsten Regionen der Welt."
Am 28.09.2026 meldete aktien.news zudem, dass Greenland Mines eine sekundäre Notierung an der Frankfurter Wertpapierbörse gestartet hatte. Der Handel mit den gewöhnlichen Aktien begann am 25. September. Dabei wurden keine neuen Aktien ausgegeben – es handelte sich um eine reine Zweitnotierung bereits bestehender Anteile, die europäischen Anlegern eine zusätzliche Handelsplattform bietet.
Was das für Anleger bedeutet
Für deutsche Privatanleger, die Greenland Mines über die Frankfurter Börse handeln können, verdeutlicht die Aufstockung der AnorTech-Beteiligung die Ausrichtung des Unternehmens: Greenland Mines positioniert sich als Plattform für kritische Materialien mit Upstream-Assets in Grönland und angestrebten Raffinerie- sowie Fertigungskapazitäten in den USA. Die Beteiligung an AnorTech erweitert diesen sogenannten „Nordatlantischen Korridor für kritische Metalle".
Die Investitionsthese stützt sich auf mehrere Megatrends gleichzeitig: die Deglobalisierung von Lieferketten, den wachsenden Bedarf an Aluminiumoxid für Halbleiter und Aluminiumhütten sowie das aufkommende Interesse an Weltraummaterialien. Greenland Mines ist überzeugt, dass die Kombination aus der Materialwissenschaft von AnorTech und der Rohstoffbasis in Grönland die Gruppe für Themen wie Weltraummaterialforschung, Verteidigung, fortschrittliche Fertigung und Lieferkettensicherheit positioniert. Stensgaard betont: „Die Verdoppelung unserer Position ermöglicht es den Aktionären von Greenland Mines, an dieser US-Industriestrategie sowie an längerfristigen Potenzialen bei Mondanwendungen teilzuhaben."
Anleger sollten beachten, dass sich das Verfahren von AnorTech noch in einer frühen Phase befindet: Die Technologie wurde bislang nur im Labormaßstab demonstriert, und das Pilotprogramm steht noch aus. Die Kommerzialisierung ist damit noch nicht gesichert.
Ausblick
Das geplante Pilotprogramm von AnorTech soll Proben von Aluminiumoxid in Hüttenqualität und hochreinem Aluminiumoxid für technische Tests und Kundenbewertungen liefern. Die dafür benötigten 15 Tonnen Anorthosit aus Gronne Bjerg wurden bereits nach Ontario verschifft, um die Pilotanlagen-Tests vorzubereiten. Greenland Mines verfolgt weiterhin den Aufbau einer Plattform für kritische Materialien, die Upstream-Assets in Grönland mit Raffinerie- und Fertigungsmöglichkeiten in den USA verbindet und durch Partnerschaften in verbündeten Rechtsräumen unterstützt wird.
Kurz erklärt
- Anorthosit: Ein Gestein, das hauptsächlich aus Feldspat besteht und als Ausgangsmaterial für die Gewinnung von Aluminiumoxid und anderen Mineralien dient.
- Aluminiumoxid in Hüttenqualität: Eine Vorstufe bei der Aluminiumproduktion, die in Schmelzöfen zu metallischem Aluminium weiterverarbeitet wird.
- Mondregolith-Simulanz: Ein Ersatzmaterial, das die Eigenschaften des Mondbodens nachahmt und für Forschungs- und Testzwecke auf der Erde eingesetzt wird.
