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Google-Ingenieur nutzt Firmendaten für 1,2 Millionen Dollar Polymarket-Gewinn

Ein Google-Mitarbeiter wurde in New York festgenommen, weil er interne Unternehmensdaten für lukrative Wetten auf der Krypto-Prognoseplattform Polymarket genutzt haben soll.

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Google-Ingenieur nutzt Firmendaten für 1,2 Millionen Dollar Polymarket-Gewinn

Die US-Staatsanwaltschaft für den südlichen Distrikt von New York hat Michele Spagnuolo, einen Ingenieur bei Google, wegen Verstößen gegen Insiderhandelsgesetze angeklagt. Spagnuolo soll seinen privilegierten Zugang zu internen Unternehmensinformationen genutzt haben, um auf der Prognoseplattform Polymarket Wetten zu platzieren – und damit Gewinne in Höhe von 1,2 Millionen US-Dollar (rund 894.330 britische Pfund) eingestrichen haben.

Obwohl Spagnuolo italienischer Staatsbürger mit Wohnsitz in der Schweiz ist, wurde er am Mittwoch festgenommen und einem Bundesrichter in New York vorgeführt. Die Behörden werfen ihm vor, Informationen verwendet zu haben, zu denen er durch seine Tätigkeit bei dem US-amerikanischen Technologiekonzern Google vorzeitigen Zugang hatte.

Interne Marketingdaten als Grundlage der Wetten

Bei den mutmaßlich genutzten Informationen handelte es sich um Marketingmaterial, auf das laut Ermittlern „über ein allen Mitarbeitern zur Verfügung stehendes Tool" zugegriffen wurde. Obwohl das Tool grundsätzlich für alle Google-Mitarbeiter zugänglich war, stellt die Nutzung solcher vertraulichen Informationen für Wetten einen schwerwiegenden Verstoß gegen die Unternehmensrichtlinien dar – so eine Sprecherin von Google.

Google erklärte zudem, das Unternehmen arbeite bei den Ermittlungen aktiv mit den Strafverfolgungsbehörden zusammen. Der betroffene Mitarbeiter wurde inzwischen beurlaubt. Das Unternehmen distanzierte sich damit klar von dem mutmaßlichen Fehlverhalten seines Angestellten.

Polymarket: Blockchain macht Transaktionen rückverfolgbar

Polymarket ist eine Prognoseplattform, auf der Nutzer mit Kryptowährungen auf den Ausgang realer Ereignisse wetten können. Die Plattform akzeptiert ausschließlich Kryptowährungen als Zahlungsmittel. Alle Transaktionen werden über die Blockchain abgewickelt – ein digitales Register, das Transparenz und Rückverfolgbarkeit gewährleistet.

Ein Sprecher von Polymarket betonte, die Plattform habe bei den Ermittlungen „eng mit den Behörden zusammengearbeitet". Er ergänzte: „Blockchain-Handel ist transparent und rückverfolgbar; böswillige Akteure hinterlassen Spuren." Diese Aussage verdeutlicht, wie die Ermittler den mutmaßlichen Betrug überhaupt aufdecken konnten – die unveränderliche Natur der Blockchain machte die Wetthistorie von Spagnuolo für Behörden nachvollziehbar.

Insiderhandel im digitalen Zeitalter

Der Fall wirft grundlegende Fragen über die Anwendung klassischer Insiderhandelsgesetze auf neue digitale Plattformen auf. Traditionell beziehen sich Insiderhandelsvorwürfe auf den Kauf oder Verkauf von Wertpapieren auf Basis nicht-öffentlicher Informationen. Die US-Staatsanwaltschaft dehnt dieses Konzept nun offenbar auch auf Wettplattformen aus, was für die gesamte Branche weitreichende rechtliche Konsequenzen haben könnte.

Für deutsche Anleger und Nutzer von Prognoseplattformen ist der Fall ein deutliches Signal: Auch im Bereich der Krypto-basierten Wettmärkte gelten strenge rechtliche Grenzen. Wer vertrauliche Informationen aus dem Berufsleben für finanzielle Vorteile nutzt – ob an der Börse oder auf digitalen Plattformen – riskiert strafrechtliche Konsequenzen. Die US-Staatsanwaltschaft arbeitete bei der Festnahme von Spagnuolo zudem mit dem Federal Bureau of Investigation (FBI) zusammen.

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