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Goldman Sachs: John Waldron soll David Solomon als CEO ablösen

Der Verwaltungsrat diskutiert einem Bericht zufolge die Ablösung von CEO David Solomon durch COO John Waldron bis 2028.

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Goldman Sachs: John Waldron soll David Solomon als CEO ablösen

Bei Goldman Sachs zeichnet sich ein Führungswechsel an der Konzernspitze ab. Der Verwaltungsrat der US-Investmentbank hat interne Pläne erörtert, wonach CEO David Solomon sein Amt niederlegen und durch den Chief Operating Officer (COO) und Präsidenten der Bank, John Waldron, ersetzt werden soll. Das berichtet die US-Wirtschaftszeitung Wall Street Journal unter Berufung auf Personen, die mit der Angelegenheit vertraut sind.

Nach dieser Darstellung könnte der Übergang bereits Ende 2027 oder im Laufe des Jahres 2028 vollzogen werden. Damit würde die Ära von David Solomon enden, der Goldman Sachs fast ein Jahrzehnt lang geführt hat. Die Gespräche über die Nachfolge sind dem Bericht zufolge noch nicht abgeschlossen und bedürfen noch der formellen Zustimmung des Verwaltungsrats.

Ein Sprecher von Goldman Sachs, Tony Fratto, betonte auf Anfrage, dass der Verwaltungsrat regelmäßig Nachfolgeplanungen diskutiere. Es gebe derzeit jedoch keinen endgültigen Zeitplan. Die Zeitplanung gilt laut den Quellen als flexibel und kann sich noch ändern.

Die Details

Im Rahmen des diskutierten Szenarios ist vorgesehen, dass Solomon nach seinem Rücktritt als CEO für ein bis zwei Jahre als Executive Chairman im Verwaltungsrat der Bank verbleibt. Diese Konstruktion würde einen geordneten Übergang ermöglichen und dem scheidenden Konzernchef eine Übergangsrolle im Aufsichtsgremium sichern. Die Pläne bedürfen allerdings noch der formellen Zustimmung des Gremiums, die in den kommenden Monaten erfolgen könnte.

Parallel zu den Nachfolgeüberlegungen kommt es offenbar bereits zu personellen Verschiebungen an der Spitze. Wie informierte Kreise berichten, hat das Unternehmen im vergangenen Jahr sukzessive Aufgaben, die traditionell mit der Rolle des COO verbunden sind, auf den Finanzvorstand (CFO) Denis Coleman übertragen. Damit wird die COO-Position faktisch entlastet, während Waldron für die Nachfolge an der Spitze vorbereitet wird. Diese Umverteilung gilt als wichtiges Indiz dafür, dass die Bank den Wechsel intern bereits konkret vorbereitet.

Sollte Waldron wie erwartet aufsteigen, wäre dies ein Wechsel an der Spitze einer Bank, die sich nach Einschätzung der Zeitung zuletzt stabilisiert hat. Nach einer turbulenten Phase vor einigen Jahren konnte sich Goldman Sachs durch eine verstärkte Konzentration auf ihr Kerngeschäft an der Wall Street erholen. Das trieb den Aktienkurs in die Nähe von Rekordhöhen.

Für den Verwaltungsrat geht es bei der Entscheidung nicht nur um eine Personalie, sondern um die strategische Ausrichtung des Instituts. Der Zeitpunkt der formellen Abstimmung und die endgültige Ausgestaltung der Übergangsrolle Solomons gelten daher als die entscheidenden offenen Punkte.

Hintergrund: Was bisher geschah

Die Personalie an der Goldman-Sachs-Spitze wird seit Monaten intensiv beobachtet. Bereits am 22.01.2026 berichtete aktien.news über bedeutende Veränderungen in der Führungsstruktur des globalen Kreditgeschäfts der Bank. Damals hieß es, dass Goldman Sachs eine neue Schlüsselposition schaffe und wichtige Führungsrollen neu besetze. Christina Minnis, seit 2008 Partnerin bei Goldman Sachs, wurde zur globalen Leiterin der Alternatives Origination Group ernannt und behielt zugleich ihre bisherigen Verantwortungsbereiche als globale Leiterin für Kredit- und Asset-Finanzierung sowie als globale Leiterin für Akquisitionsfinanzierung.

Auch die Vergütung des Konzernchefs war zuletzt ein Thema. Am 24.01.2026 berichtete aktien.news, dass Solomon für das Geschäftsjahr 2025 eine deutliche Gehaltserhöhung erhalten habe. Seine Gesamtvergütung stieg um 20,5 Prozent auf 47 Millionen Dollar. Sie setzte sich aus einem festen Grundgehalt von 2 Millionen Dollar und einer variablen Vergütung von 45 Millionen Dollar zusammen. Damit zählte der 64-Jährige zu den bestbezahlten Führungskräften an der Wall Street.

Am 28.01.2026 folgte ein weiterer Bericht von aktien.news, wonach Goldman Sachs die Gesamtvergütung von CEO David Solomon für das Jahr 2025 um 20,5 Prozent auf 47 Millionen Dollar erhöht habe. Solomon erhielt damit mehr als sein Konkurrent Jamie Dimon von JPMorgan Chase, dessen Vergütungspaket bei 43 Millionen Dollar lag. Ein am 26.01.2026 veröffentlichter Bericht von aktien.news nannte dieselben Zahlen und verwies darauf, dass die deutliche Erhöhung das erfolgreiche Geschäftsjahr der Bank widerspiegele. Goldman Sachs hatte im vierten Quartal die Gewinnerwartungen der Analysten übertroffen, angetrieben durch ein starkes Investment Banking und Handelsgeschäft.

Was das für Anleger bedeutet

Für Aktionäre ist die Personalie vor allem unter dem Gesichtspunkt der Kontinuität relevant. Goldman Sachs hat sich zuletzt durch eine stärkere Fokussierung auf das Kerngeschäft an der Wall Street stabilisiert, was sich auch im Aktienkurs widerspiegelte und die Bank in die Nähe von Rekordhöhen brachte. Ein geordneter Übergang an der Spitze könnte diesen Kurs grundsätzlich fortschreiben, während ein unklarer oder konfliktreicher Wechsel Unsicherheit erzeugen würde.

Die Tatsache, dass COO-Aufgaben bereits auf CFO Denis Coleman verlagert wurden, deutet auf eine strukturierte Vorbereitung des Führungswechsels hin. Beobachter dürften deshalb sowohl die formelle Entscheidung des Verwaltungsrats als auch die künftige Aufgabenverteilung zwischen Waldron und Coleman genau verfolgen. Für deutsche Privatanleger, die in US-Finanzwerte investiert sind oder ein Investment erwägen, ist die Nachfolgefrage ein wesentlicher Faktor bei der Einschätzung der künftigen Strategie des Instituts.

Wichtig ist dabei die Einordnung: Aus dem diskutierten Szenario folgt keine unmittelbare Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Die Pläne sind noch nicht beschlossen, und ein endgültiger Zeitplan existiert laut Unternehmensangaben derzeit nicht. Anleger sollten die weitere Berichterstattung aufmerksam verfolgen, statt auf Basis unbestätigter Zeitpläne zu handeln.

Ausblick

Die formelle Zustimmung des Verwaltungsrats zu den Nachfolgeplänen könnte dem Bericht zufolge in den kommenden Monaten erfolgen. Als möglicher Zeitpunkt für den eigentlichen Wechsel an der Konzernspitze gelten das Ende des Jahres 2027 oder das Jahr 2028. Die Zeitplanung ist laut den Quellen jedoch flexibel und kann sich noch ändern.

Ein Goldman-Sachs-Sprecher verwies darauf, dass der Verwaltungsrat Nachfolgeplanungen regelmäßig diskutiere und es derzeit keinen endgültigen Zeitplan gebe. Offen bleibt damit auch, wann genau Solomon in die Rolle des Executive Chairman wechseln und wie lange er diese Position ausfüllen würde.

Kurz erklärt

  • Executive Chairman: Ein Verwaltungsratsvorsitzender, der aus dem operativen Management kommt und nach dem Rücktritt als CEO eine Übergangsrolle im Aufsichtsgremium übernimmt.
  • Chief Operating Officer (COO): Das für das laufende Tagesgeschäft und die interne Steuerung zuständige Vorstandsmitglied eines Unternehmens.
  • Nachfolgeplanung: Der Prozess, mit dem ein Unternehmen die Besetzung von Führungspositionen langfristig und geordnet vorbereitet.
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