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Gold und Silber fallen nach überraschend hoher US-Inflation

Gold-Futures verlieren 1,6 Prozent, Silber stürzt 6,1 Prozent ab – US-Inflationsdaten und Spannungen im Persischen Golf belasten die Edelmetalle.

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Gold und Silber fallen nach überraschend hoher US-Inflation

Die jüngsten Market Talks von Dow Jones Newswires widmen sich dem Rohstoffsektor – und im Zentrum steht ein kräftiger Kursrutsch bei den Edelmetallen. Gold- und Silber-Futures schlossen nach unten, nachdem die US-Verbraucherpreisinflation für September über den Schätzungen lag. Die Daten erhöhten die Markterwartungen für eine Zinsanhebung der US-Notenbank Fed noch in diesem Monat und trieben den US-Dollar nach oben.

Der stärkere Dollar setzt Gold und Silber traditionell unter Druck, da die in Dollar notierten Metalle für Käufer außerhalb der USA teurer werden. Gleichzeitig steigen mit der Aussicht auf höhere Zinsen die Opportunitätskosten für das Halten von zinslosen Vermögenswerten wie Gold. Beide Effekte wirkten am Markt zusammen und verstärkten die Verluste.

Zusätzlichen Druck übten anhaltende Angriffe im Persischen Golf aus, die die Ölpreise in die Höhe trieben. Kaynat Chainwala von Kotak Neo erklärte in einer Notiz, dies halte „die Gefahr einer durch Energie getriebenen Inflation, die den Weg der Fed erschwert", aufrecht. Steigende Energiekosten könnten die Inflation weiter anheizen und damit den Spielraum der Notenbank bei der Geldpolitik einengen.

Zahlen im Detail

Der Gold-Future für den nächsten Monat schloss in New York um 1,6 Prozent tiefer bei 4.084,80 US-Dollar pro Feinunze. Deutlich härter traf es Silber: Der Future fiel um 6,1 Prozent auf 55,55 US-Dollar pro Feinunze. Damit markierte Silber seinen niedrigsten Schlusskurs seit fast elf Monaten.

Die Market Talks wurden exklusiv auf Dow Jones Newswires veröffentlicht, und zwar um 4:20 Uhr ET, 12:20 Uhr ET sowie 16:50 Uhr ET. Die zitierte Marktbeobachtung datiert auf 14:07 Uhr. Autor der Zusammenstellung ist Anthony Harrup.

Was das für Anleger bedeutet

Für deutsche Privatanleger sind die Bewegungen bei Gold und Silber ein wichtiger Stimmungindikator. Beide Metalle gelten als Absicherung gegen Inflation und Währungsrisiken – doch genau diese Funktion gerät ins Wanken, wenn die Notenbank mit Zinserhöhungen reagiert. Ein höherer Leitzins macht festverzinsliche Anlagen attraktiver und entzieht den Edelmetallen einen Teil ihrer Anziehungskraft.

Besonders auffällig ist die relative Schwäche von Silber. Während Gold vergleichsweise moderat nachgab, verlor Silber mehr als das Dreifache. Silber reagiert wegen seiner doppelten Rolle als Anlage- und Industriemetall häufig stärker auf Konjunktur- und Zinssignale als das gelbe Metall. Der niedrigste Schlusskurs seit fast elf Monaten unterstreicht diese erhöhte Volatilität.

Die Kombination aus überraschend fester US-Inflation, einem erstarkenden Dollar und steigenden Ölpreisen infolge der Spannungen im Persischen Golf schafft ein anspruchsvolles Umfeld für Rohstoffanleger. Beobachter richten ihren Blick nun auf die nächsten Signale der Fed und die weitere Entwicklung an den Energiemärkten, da beide Faktoren die Richtung von Gold und Silber maßgeblich bestimmen dürften.

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