ANZEIGE

Glencore unterstützt US-Reserve für kritische Mineralien mit 500 Millionen Dollar

Der Schweizer Rohstoffhändler Glencore erhält eine Zusage der US-Export-Import-Bank in Höhe von 500 Millionen Dollar.

•• 2 Min
Glencore unterstützt US-Reserve für kritische Mineralien mit 500 Millionen Dollar

Der Schweizer Bergbau- und Rohstoffhändler Glencore (LSE: GLEN) wird beim Aufbau einer US-amerikanischen Reserve für kritische Mineralstoffe helfen. Das Unternehmen hat dafür eine Zusage der Export-Import-Bank der Vereinigten Staaten in Höhe von 500 Millionen Dollar erhalten. Damit rückt der Konzern in den Kreis der Unternehmen, die an der staatlich finanzierten Anlage eines strategischen Lagerbestands mitwirken.

Über die genaue Ausgestaltung der Vereinbarung, den zeitlichen Ablauf oder die konkreten Mineralstoffe, die eingelagert werden sollen, macht die Meldung des Fachmediums The Northern Miner keine Angaben. Klar ist bislang nur: Es handelt sich um eine Finanzierungszusage der US-amerikanischen Exportkreditagentur, die dem Aufbau einer nationalen Reserve für kritische Rohstoffe dient.

Für Anleger ist die Nachricht vor allem deshalb relevant, weil Glencore an der Londoner Börse unter dem Kürzel GLEN notiert ist und damit auch für europäische Depotanleger zugänglich bleibt. Der Konzern verbindet zwei Geschäftsfelder: den eigenen Bergbau auf Rohstoffe und den weltweiten Handel mit Metallen und Energieträgern.

Was kritische Mineralstoffe sind

Als kritische Mineralstoffe gelten Rohstoffe, deren Versorgung als wirtschaftlich bedeutsam und zugleich als verwundbar eingeschätzt wird – etwa weil die Förderung stark auf wenige Länder konzentriert ist. Zu dieser Gruppe zählen je nach Definition Metalle wie Lithium, Kobalt, Nickel oder Seltene Erden, die für Batterien, Elektronik, Verteidigungstechnik und den Ausbau erneuerbarer Energien gebraucht werden.

Staaten und Staatengemeinschaften versuchen seit Jahren, ihre Abhängigkeit von einzelnen Lieferquellen zu verringern. Ein Instrument dabei sind strategische Lagerbestände, mit denen sich Regierungen gegen Lieferunterbrechungen und Preisschocks absichern wollen. Die USA verfolgen diesen Ansatz nun offenbar mit staatlich abgesicherter Finanzierung – und setzen dabei auf die Beschaffungs- und Handelskompetenz eines großen Rohstoffhändlers.

Dass ein privatwirtschaftlicher Konzern wie Glencore in ein staatliches Reservevorhaben eingebunden wird, ist bemerkenswert. Rohstoffhändler verfügen über globale Lieferketten, Lagerkapazitäten und Marktkenntnis – Fähigkeiten, die für den Aufbau und die Bewirtschaftung eines staatlichen Bestands unmittelbar nützlich sind. Die Export-Import-Bank wiederum ist das Instrument der US-Regierung, mit dem sie Exporte und wirtschaftlich bedeutsame Vorhaben finanziell unterstützt.

Einordnung für deutsche Anleger

Für den europäischen Markt ist die Entwicklung insofern von Interesse, als auch die Europäische Union den Zugang zu kritischen Rohstoffen als strategische Frage behandelt und eigene Instrumente zur Sicherung der Versorgung aufgebaut hat. Ein US-Vorhaben dieser Größenordnung könnte den Wettbewerb um entsprechende Rohstoffmengen und die Nachfrage nach Handels- und Lagerdienstleistungen weiter verstärken.

Ob und in welchem Umfang die 500-Millionen-Dollar-Zusage tatsächlich zu Umsatz- oder Ergebnisbeiträgen bei Glencore führt, lässt sich aus der vorliegenden Meldung nicht ableiten. Die Finanzierungszusage ist zunächst eine Absichtserklärung der staatlichen Bank, deren Konditionen und Abrufmodalitäten nicht veröffentlicht wurden.

Anleger sollten die weitere Berichterstattung aufmerksam verfolgen, denn Details zu Laufzeit, Volumen und konkreten Lieferverpflichtungen dürften erst mit fortschreitendem Aufbau der Reserve bekannt werden. Bis dahin bleibt die Nachricht vor allem ein Signal: Der Aufbau strategischer Rohstoffreserven wird staatlich finanziert vorangetrieben – und große Rohstoffhändler sitzen mit am Tisch.

GlencoreKritische MineralstoffeExport-Import-BankUs-ReserveRohstoffeBergbauGlen AktieStrategische Reserven

Meistgelesene News

  1. Volvo Cars kämpft mit EX60-Produktionsziel und Batterieplänen
  2. Jugendarbeitslosigkeit in China steigt im August auf 18,9 Prozent
  3. Iran-Kriegsende droht: Insider kaufen trotz Ölpreis-Risiko Energieaktien
  4. SpaceX-Aktie: Kann eine 5.000-Dollar-Investition zum Millionär machen?
  5. BlackRock-Strategin warnt: Fed-Zinsentscheidung ist nicht die entscheidende Frage

Disclaimer