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Fukuyama über Demokratie, Trump und seinen Weg vom Neokonservatismus

Im FT-Podcast The Rachman Review spricht Francis Fukuyama mit Gideon Rachman über Demokratie, Groll, Anerkennung und die Widerstandskraft US-amerikanischer Institutionen.

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Fukuyama über Demokratie, Trump und seinen Weg vom Neokonservatismus

Mehr als drei Jahrzehnte nach der Veröffentlichung von „The End of History and the Last Man" sieht sich Francis Fukuyama weiterhin gezwungen, Missverständnisse über seine berühmte These zu korrigieren. In einem umfassenden Gespräch mit Moderator Gideon Rachman im FT-Podcast „The Rachman Review" greift der Politikwissenschaftler seine ursprüngliche Argumentation auf und untersucht, wie Groll und das Streben nach Anerkennung die liberale Demokratie neu formen.

Vorgestellt wurde die Episode in der wöchentlichen Newsletter-Kolumne von Roula Khalaf, der Chefredakteurin der Financial Times. Khalaf präsentiert dort regelmäßig ihre favorisierten Beiträge. Das Buch „The End of History and the Last Man" hatte Fukuyama einst zu einem der bekanntesten politischen Denker der Welt gemacht – und sorgt bis heute für Debatten darüber, was der Autor eigentlich gemeint hat.

Im Gespräch mit Rachman geht es um zentrale Fragen der Gegenwart: ob die US-Institutionen den autoritären Impulsen Donald Trumps standhalten können, warum Fukuyama bezüglich der amerikanischen Demokratie optimistisch bleibt, die Statusstreitigkeiten Chinas und Russlands sowie seinen eigenen intellektuellen Weg weg vom Neoconservatismus.

Groll und das Streben nach Anerkennung

Ein Schwerpunkt der Diskussion liegt auf den Triebkräften, die die liberale Demokratie von innen heraus verändern. Fukuyama untersucht, wie Groll und das Verlangen nach Anerkennung politische Dynamiken prägen. Diese Mechanismen erklärt er als wesentliche Faktoren dafür, wie sich demokratische Ordnungen heute neu formieren.

Trotz der gegenwärtigen Belastungen zeigt sich Fukuyama optimistisch, was die Widerstandskraft der amerikanischen Demokratie betrifft. Die zentrale Frage, die er mit Rachman erörtert, lautet, ob die Institutionen der USA den autoritären Bestrebungen Donald Trumps gewachsen sind. Der Politikwissenschaftler bleibt in dieser Einschätzung zuversichtlich.

China, Russland und der eigene Weg

Ein weiteres Thema sind die geopolitischen Statuskonflikte. Fukuyama und Rachman sprechen über die Statusstreitigkeiten Chinas und Russlands – also darüber, wie beide Mächte um Anerkennung und Rang in der internationalen Ordnung ringen. Diese Auseinandersetzungen ordnet Fukuyama in den größeren Rahmen seiner Thesen zur Entwicklung liberaler Demokratien ein.

Persönlich blickt Fukuyama zudem auf seinen eigenen intellektuellen Werdegang zurück. Er beschreibt seinen Weg weg vom Neoconservatismus – eine Entwicklung, die sein Denken über Außenpolitik und Demokratie nachhaltig verändert hat. Damit liefert das Gespräch auch eine Innensicht auf die Wandlungen eines der einflussreichsten politischen Theoretiker der vergangenen Jahrzehnte.

Für deutsche Leser ist die Einordnung besonders relevant, weil die Debatte über die Stabilität liberaler Demokratien auch hierzulande geführt wird. Die Frage, wie Institutionen autoritären Impulsen widerstehen, beschäftigt Politik und Öffentlichkeit in ganz Europa. Fukuyamas Perspektive auf Anerkennung und Groll liefert dafür einen analytischen Rahmen.

Zum Weiterlesen verweist der Newsletter auf mehrere kostenlose Beiträge, darunter „Im Reich des Letzten Menschen – Wie die Zukunft aus der Politik verschwand", „Ein deutsches Wahlergebnis, das um die Welt ging", „Ein sich ausbreitender Krieg bedroht Trump und MBS" sowie einen Bericht darüber, dass der Oberste Gerichtshof Donald Trumps Beschränkungen für Briefwahlstimmen bei den Zwischenwahlen zurückgewiesen hat.

Die Episode wird von Gideon Rachman präsentiert, produziert von Clare Williamson. Executive Producer ist Manuela Saragosa, das Sounddesign stammt von Breen Turner. Ein Transkript der Folge ist auf FT.com verfügbar. Die Kommentarfunktion unter dem Artikel ist nicht aktiviert.

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