China bestätigt erste KI-Gespräche mit den USA und Zollsenkungen
Das chinesische Handelsministerium meldet erste Gespräche mit den USA über KI und deutet eine Verlängerung des Handelsstillstands an.

Peking – Das chinesische Handelsministerium hat am Donnerstag bestätigt, dass seine führenden Handelsverhandler ihre ersten Gespräche mit den USA über künstliche Intelligenz (KI) geführt haben. Das berichtet der US-Sender CNBC Markets. Damit rückt ein Thema in den Mittelpunkt der bilateralen Beziehungen, das bislang vor allem technologisch und sicherheitspolitisch umstritten war.
Ministeriumssprecher He Yadong sagte gegenüber Reportern, die beiden Seiten hätten auch Pläne zur Senkung der Zölle sowie zur Verlängerung der im vergangenen Oktober in Kuala Lumpur vereinbarten Handelsabkommen erörtert. Die Bestätigung aus Peking ist bemerkenswert, weil sie erstmals offiziell Gespräche über KI zwischen beiden Handelsdelegationen belegt.
He Yadong bezog sich dabei auf das Treffen des chinesischen Vizepremiers He Lifeng mit seinem US-Pendant, dem Finanzminister Scott Bessent, in New York. Dieses Treffen fand im Vorfeld des Gipfels dieser Woche zwischen dem US-Präsidenten Donald Trump und dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping statt. Die Gespräche in New York bildeten damit die diplomatische Vorbereitung für das Spitzentreffen der beiden Staatschefs.
Gipfel als Rahmen für die Verhandlungen
Als Xi in den USA eintraf, erklärte Bessent – so die Angaben aus dem Quellbericht – weitere Details zum Stand der Gespräche. Der genaue Wortlaut dieser Äußerung wurde in der vorliegenden Quelle nicht vollständig wiedergegeben. Klar ist jedoch, dass die Handels- und Technologiethemen eng mit dem Gipfel der beiden Präsidenten verknüpft sind.
Für deutsche Anleger ist die Entwicklung in mehrfacher Hinsicht relevant. China und die USA sind die beiden größten Volkswirtschaften der Welt, und ihre Handelsbeziehungen wirken sich auf globale Lieferketten, Rohstoffpreise und die Exportaussichten europäischer Unternehmen aus. Ein möglicher Abbau von Zöllen würde den Welthandel spürbar entlasten.
Besonders die Nennung von KI als eigenständigem Verhandlungsthema dürfte Beobachter aufmerksam machen. Der Technologiebereich ist seit Jahren ein zentraler Streitpunkt zwischen Washington und Peking, etwa bei Halbleitern und Exportkontrollen. Dass nun erstmals Gespräche über KI auf Handelsebene bestätigt werden, könnte auf eine breitere Annäherung hindeuten.
Was die Signale bedeuten
Die in Kuala Lumpur vereinbarten Handelsabkommen bilden den Rahmen, den beide Seiten nun verlängern wollen. Eine Verlängerung würde Planungssicherheit schaffen – ein wichtiger Faktor für Unternehmen, die in beiden Märkten aktiv sind. Ob und wann eine solche Verlängerung tatsächlich zustande kommt, ließ das chinesische Handelsministerium offen.
Die Bestätigung aus Peking erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die Finanzmärkte weltweit auf Signale aus dem Verhältnis der beiden Supermächte achten. Jede Annäherung bei Zöllen und Technologie kann die Stimmung an den Börsen beeinflussen, während neue Spannungen Risiken bergen.
Für Privatanleger gilt: Die Meldung ist ein erstes Signal, kein abgeschlossenes Ergebnis. Konkrete Beschlüsse zu Zöllen oder zur KI-Zusammenarbeit wurden bislang nicht bekannt. Der weitere Verlauf des Gipfels und mögliche offizielle Erklärungen beider Regierungen dürften die nächsten entscheidenden Hinweise liefern.
