ANZEIGE

Frankreichs Wirtschaft nicht in Gefahr, Defizit muss sinken

EZB-Rat Moulin sieht keine Katastrophe, aber dringenden Handlungsbedarf beim Haushaltsdefizit.

1 Min
Frankreichs Wirtschaft nicht in Gefahr, Defizit muss sinken

Der französische Zentralbankchef Emmanuel Moulin hat die wirtschaftliche Lage seines Landes als "besorgniserregend und unbefriedigend" bezeichnet, eine katastrophale Gefahr für die zweitgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone sieht er jedoch nicht. Die Regierung müsse nun Maßnahmen ergreifen, um das öffentliche Defizit zu senken, sagte Moulin am Freitag im Radiosender RTL.

Die Aussagen folgen auf die Absenkung der Konjunkturprognose des französischen Statistikamts INSEE am Donnerstag. Für dieses Jahr wird nun lediglich ein Wachstum von 0,4 Prozent erwartet. Moulin führte die schwächere Entwicklung auf mehrere Faktoren zurück, darunter eine tödliche Hitzewelle sowie Probleme beim Luftfahrtkonzern Airbus.

Wachstumsprognosen unter Druck

Das nationale Statistikinstitut hatte zuvor ein Wachstum von 0,7 Prozent für 2026 prognostiziert. Dies läge unter der Expansion von 0,9 Prozent im Vorjahr. Die französische Regierung wird voraussichtlich am Freitag ihre eigene Wachstumsprognose senken, die derzeit noch bei 0,7 Prozent liegt.

"Ich würde nicht sagen, dass die Wirtschaft in Gefahr ist, aber sie befindet sich in einer besorgniserregenden und unbefriedigenden Lage", erklärte Moulin. Gleichzeitig betonte er die Stärken der französischen Wirtschaft: "Wir müssen das Haushaltsdefizit reduzieren. Aber darüber hinaus hat die französische Wirtschaft ihre Stärken. Sie verfügt über günstige Energiepreise und eine diversifizierte Wirtschaftsstruktur."

Industrieller Aufschwung in Schlüsselsektoren

Moulin verwies auf einen industriellen Aufschwung in vielversprechenden Sektoren. "Wir beobachten einen industriellen Aufschwung in vielversprechenden Sektoren wie Rechenzentren, Verteidigung und Luft- und Raumfahrt. Die Lage ist also nicht völlig katastrophal", fügte er hinzu.

Die französische Regierung bereitet sich derweil darauf vor, ihren Haushaltsplan für 2027 Ende des Monats an das Parlament zu übermitteln. Die Senkung des Haushaltsdefizits steht dabei im Mittelpunkt der wirtschaftspolitischen Agenda. Für deutsche Anleger ist die Entwicklung in Frankreich von besonderem Interesse, da die französische Wirtschaft als zweitgrößte der Euro-Zone maßgeblichen Einfluss auf die Konjunktur und die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank hat.

Frankreich WirtschaftEmmanuel MoulinHaushaltsdefizitWachstumsprognoseINSEEEuro-ZoneKonjunktur

Meistgelesene News

  1. Amazon Prime Air Crash in Miami: Fünf Tote bei Frachtflugzeug-Unglück
  2. Microsoft-Aktie fällt – Technologiekonzern kämpft mit Ausfällen
  3. Fed-Signale beflügeln US-Märkte: Palantir und Snowflake mit starken Kursgewinnen
  4. BP setzt auf Stabilität – Raffineriemargen erreichen Krisenniveau
  5. Palantir unter Druck: KI-Sektor zwischen Wachstum und Bewertungssorgen

Disclaimer