Franklin Templeton übernimmt Krypto-Spinoff 250 Digital für institutionelle Anleger
Der US-Vermögensverwalter Franklin Templeton baut sein Geschäft mit digitalen Vermögenswerten durch eine strategische Übernahme deutlich aus.

Franklin Templeton, einer der größten traditionellen Vermögensverwalter weltweit, übernimmt 250 Digital – eine Ausgründung der Venture-Capital-Gesellschaft CoinFund. Die neue Einheit soll nach Abschluss der Transaktion unter dem Namen Franklin Crypto firmieren und gezielt institutionelle Investoren wie Pensionskassen und Staatsfonds ansprechen. Finanzielle Details der Transaktion wurden nicht veröffentlicht.
250 Digital wurde erst im Januar dieses Jahres als Spinoff von CoinFund angekündigt und wird von den ehemaligen CoinFund-Managern Christopher Perkins und Seth Ginns geleitet. Sandy Kaul, Leiterin der Innovationsabteilung bei Franklin Templeton, betonte, dass die neue Krypto-Sparte maßgeschneiderte Strategien für das institutionelle Segment entwickeln soll. Franklin Templeton beschäftigt bereits heute ein Team für digitale Vermögenswerte mit mehr als 50 Spezialisten.
Das Unternehmen ist kein Neuling im Kryptomarkt: Franklin Templeton stieg bereits 2018 in den Bereich digitaler Vermögenswerte ein und gehörte 2024 zu den rund zehn Vermögensverwaltern, die in den USA die erste Tranche börsennotierter Bitcoin-ETFs auflegten. Darüber hinaus unterhält Franklin Templeton eine Partnerschaft mit der Kryptobörse Binance, die es Anlegern ermöglicht, den tokenisierten Geldmarktfonds des Unternehmens als Sicherheit zu hinterlegen.
Branche weitet Krypto-Angebote trotz Marktkorrektur aus
Die Übernahme fällt in eine Phase, in der viele traditionelle Finanzinstitute ihr Engagement im Kryptobereich ausbauen. Treiber dieser Entwicklung ist unter anderem die offen kryptofreundliche Haltung der zweiten Trump-Regierung in den USA. Trotz dieser regulatorischen Rückendeckung befindet sich der Markt derzeit in einer anhaltenden Schwächephase.
Bitcoin ist von seinem Allzeithoch von über 126.000 US-Dollar um rund 45 Prozent gefallen. Der gesamte Markt für digitale Vermögenswerte hat dabei rund zwei Billionen US-Dollar an Marktwert eingebüßt – eine Entwicklung, die institutionelle Investoren dennoch nicht von strategischen Engagements abzuhalten scheint. Franklin Templetons Schritt unterstreicht, dass die großen Häuser auf eine langfristige Etablierung digitaler Assets im Portfoliokontext setzen.
