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Fed-Vize Jefferson: Geldpolitik bei Inflationsrisiken gut aufgestellt

Philip Jefferson sieht die US-Geldpolitik trotz anhaltender Inflationsrisiken und geopolitischer Unsicherheiten als angemessen positioniert.

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Fed-Vize Jefferson: Geldpolitik bei Inflationsrisiken gut aufgestellt

Der Vizevorsitzende der US-Notenbank Federal Reserve, Philip Jefferson, hat die aktuelle Ausrichtung der amerikanischen Geldpolitik als angemessen verteidigt. Angesichts anhaltender Aufwärtsrisiken für die Inflation sei die derzeitige Zinsspanne von 3,5 bis 3,75 Prozent gut geeignet, flexibel auf wirtschaftliche Entwicklungen zu reagieren. Jefferson äußerte sich im Rahmen einer Konferenz des Institute for Monetary and Economic Studies der Bank of Japan 2026 in Tokio.

Die Zentralbank sei in der Lage, „angemessen auf wirtschaftliche Entwicklungen zu reagieren, basierend auf den eingehenden Daten, den sich entwickelnden Aussichten und der Risikobilanz", erklärte Jefferson laut seinem Redetext. Konkrete Aussagen zur künftigen Zinspolitik vermied der Fed-Vize jedoch bewusst. Er betonte, sich noch kein abschließendes Urteil über die nächste Sitzung des Offenmarktausschusses (FOMC) am 16. und 17. Juni gebildet zu haben.

Neue Fed-Führung unter Kevin Warsh

Jeffersons Rede fand in einem besonderen Kontext statt: Es waren seine ersten öffentlichen Äußerungen seit der Vereidigung von Kevin Warsh als neuem Fed-Vorsitzenden am vergangenen Freitag. Warsh tritt die Nachfolge von Jerome Powell an, der vorerst als einfaches Mitglied des Gouverneursrats im Amt bleibt. Der Wechsel an der Spitze der mächtigsten Notenbank der Welt sorgt in Finanzkreisen für Aufmerksamkeit.

Warsh galt früher als geldpolitischer Falke – also als Befürworter einer restriktiven Zinspolitik. Im Vorfeld seiner Ernennung zum Fed-Chef hatte er jedoch ein starkes Interesse an Zinssenkungen signalisiert. Beobachter zweifeln allerdings daran, dass Zinssenkungen in diesem Jahr realistisch sind. Als Hauptgründe gelten der Inflationsschub infolge der Importzollerhöhungen von Präsident Donald Trump sowie der anhaltende Krieg im Nahen Osten.

Inflation, Energie und Arbeitsmarkt im Fokus

Jefferson ging in seiner Rede auch auf die geopolitischen Risiken für die US-Wirtschaft ein. Er wies darauf hin, dass die USA zwar eine beträchtliche Menge Öl selbst produzieren, jedoch nicht vollständig gegen durch den Krieg im Nahen Osten verursachte Energieengpässe immun seien. Steigende Energiepreise gelten als ein wesentlicher Treiber der Inflation und erschweren die Arbeit der Notenbank erheblich.

Trotz der Risiken zeigte sich Jefferson vorsichtig optimistisch: Er erwartet, dass der Inflationsdruck im weiteren Jahresverlauf nachlassen wird. Gleichzeitig betonte er ausdrücklich, dass für diese Prognose Aufwärtsrisiken bestehen – die Inflation könnte also höher ausfallen als erwartet. Für deutsche Anleger ist dies relevant, da die Fed-Politik maßgeblich die globalen Kapitalmärkte und den Wechselkurs des US-Dollars beeinflusst.

Zur Lage am US-Arbeitsmarkt äußerte sich Jefferson ebenfalls. Die US-Wirtschaft zeige eine solide Performance in einem stabilen Arbeitsmarkt, der durch eine geringe Zahl von Neueinstellungen und Entlassungen gekennzeichnet sei. Allerdings seien die Risiken für den Arbeitsmarkt eher nach unten gerichtet – ein Hinweis darauf, dass sich die Beschäftigungslage im Falle einer wirtschaftlichen Abkühlung verschlechtern könnte.

Die nächste FOMC-Sitzung am 16. und 17. Juni wird von den Märkten mit Spannung erwartet. Angesichts der komplexen Gemengelage aus Inflation, Zollpolitik und geopolitischen Risiken dürfte die Entscheidung der Fed richtungsweisend für die weitere Entwicklung an den globalen Finanzmärkten sein.

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