ANZEIGE

Fed-Präsident Williams warnt vor Herausforderungen durch Produktivitätswandel

John Williams von der New Yorker Fed betont, wie schwer Produktivitätsverschiebungen in Echtzeit zu erkennen sind – mit weitreichenden Folgen für die Geldpolitik.

•• 3 Min
Fed-Präsident Williams warnt vor Herausforderungen durch Produktivitätswandel

John Williams, Präsident der Federal Reserve Bank of New York, hat auf einer Wirtschaftskonferenz im isländischen Reykjavík eindringlich auf die Schwierigkeiten hingewiesen, strukturellen wirtschaftlichen Wandel rechtzeitig zu erkennen. Insbesondere Verschiebungen beim Produktivitätswachstum seien in Echtzeit nur schwer zu identifizieren – und das bleibe eine der grundlegendsten Herausforderungen für die Wirtschaftspolitik.

Im Mittelpunkt seiner Rede stand die Frage, wie Volkswirtschaften auf Änderungen der Produktivitätswachstumsraten reagieren und welche Konsequenzen das für die Geldpolitik hat. Williams betonte, dass das Thema angesichts der aktuellen Diskussion über künstliche Intelligenz und deren potenzielle wirtschaftliche Auswirkungen besonders relevant sei.

Historische Beispiele als Warnung

Williams zog eine Reihe historischer Parallelen, um seine Argumentation zu untermauern. Er verwies auf die Verlangsamung des Produktivitätswachstums in den 1970er Jahren nach einem Vierteljahrhundert Nachkriegswachstum, eine Beschleunigung ab Mitte der 1990er Jahre sowie eine erneute Verlangsamung Mitte der 2000er Jahre. Die Produktivitätsschwäche der 1970er Jahre habe zur Stagflation beigetragen, während der Boom der späten 1990er und frühen 2000er Jahre ein wesentlicher Faktor für wirtschaftlichen Wohlstand bei gleichzeitig niedriger Inflation gewesen sei.

Besonders aufschlussreich ist dabei das, was Williams als „Erkennungsproblem" bezeichnet. Verschiebungen im Trend des Produktivitätswachstums erscheinen in der Rückschau zwar klar, doch es dauere oft Jahre, sie von normalen Datenschwankungen zu unterscheiden. Das jährliche Produktivitätswachstum schwankt laut den von Williams zitierten Daten zwischen minus 2% und 7%, verglichen mit einem langfristigen Durchschnitt von knapp über 2%.

In den 1970er Jahren seien die Schätzungen des Trend-Produktivitätswachstums durch den Rat der Wirtschaftsberater über den größten Teil des Jahrzehnts hinweg allmählich zurückgegangen – und dann 1979, viele Jahre nach Beginn der Verlangsamung, stark eingebrochen. Dieses Muster habe sich Mitte der 1990er und Mitte der 2000er Jahre wiederholt.

Modelle zeigen dramatische Auswirkungen

Williams erläuterte, dass die makroökonomischen Folgen einer allmählichen Erkennung tiefgreifend seien. Standardmäßige ökonomische Theorien sagen voraus, dass ein Anstieg des Trend-Produktivitätswachstums die Realzinsen in die Höhe treibt und einen Konjunkturabschwung verursacht – mit sinkenden Arbeitsstunden, Investitionen und Produktion. Diese Vorhersagen stünden jedoch im Widerspruch zur realen Erfahrung, in der Perioden hohen Produktivitätswachstums typischerweise mit einer starken Wirtschaft und erhöhten Investitionen einhergehen.

Modellsimulationen auf Basis des dynamischen stochastischen allgemeinen Gleichgewichtsmodells der New Yorker Fed zeigen, dass die Einbeziehung einer allmählichen Erkennung die Vorhersagen dramatisch verändert. Wenn sich die Trendproduktivität beschleunigt, die wirtschaftlichen Akteure dies aber nur schrittweise wahrnehmen, interpretieren sie den Anstieg zunächst primär als eine einmalige Verschiebung, die sich nicht wiederholen wird.

Ein Anstieg des Produktivitätswachstums reduziere zudem die Kosten für Unternehmen, was zu einem Abwärtsdruck auf die Inflation beitrage – solange bis sich Preise und Löhne vollständig angepasst haben. Wie stark und wie lange dieser Effekt anhält, hänge davon ab, wie schnell Unternehmen und Haushalte die Verschiebung erkennen.

Hohe Unsicherheit bleibt bestimmend

Williams schloss mit einem nüchternen Fazit: Die Identifizierung strukturellen Wandels in Echtzeit sei außerordentlich schwierig. Erwartungen an künftiges Wachstum neigen dazu, sich nur allmählich an Änderungen des zugrunde liegenden Produktivitätswachstums anzupassen. Verschiebungen im Produktivitätswachstum seien relativ selten und von Natur aus mit hoher Unsicherheit behaftet – die entsprechenden Schätzungen weisen laut Williams große Konfidenzintervalle auf.

Für die Geldpolitik bedeutet das eine strukturelle Herausforderung: Notenbanker müssen Entscheidungen treffen, ohne mit Sicherheit zu wissen, ob eine beobachtete Produktivitätsveränderung ein dauerhafter Trend oder lediglich ein temporäres Rauschen in den Daten ist.

FedJohn WilliamsProduktivitätswachstumGeldpolitikFederal ReserveInflationWirtschaftspolitikKünstliche Intelligenz

Meistgelesene News

  1. Galeria-Insolvenz: Schicksal von 12.000 Jobs hängt an BA-Entscheidung
  2. Gaming und Wetten: Krypto-Klage, GTA 6 und Aktivisten-Investor im Fokus
  3. SpaceX-Aktie: Könnte eine Investition von 5.000 Dollar Millionär machen?
  4. Take-Two-Aktie vor GTA-6-Release: Chance oder Risikofalle?
  5. Rheinmetall-Aktie legt 3 Prozent zu – Morgan Stanley beflügelt Rüstungssektor

Disclaimer


Wichtiger Hinweis auf bestehende Interessenkonflikte:

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass im Rahmen dieser Publikation Interessenkonflikte bestehen:

1. Die Stock Market Media Ltd. und ihr nahestehende Personen besitzen Aktien der hier empfohlenen Gesellschaften und beabsichtigen, diese im Rahmen und zu jedem Zeitpunkt dieser Empfehlung zu verkaufen. Hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

2. Der Herausgeber dieser Publikation, sowie die verantwortlichen Redakteure erhalten für die Erstellung eine finanzielle Vergütung. Auch hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

3. Beachten Sie auch die weitergehenden Ausführungen zu bestehenden Interessenkonflikten im nachfolgenden Disclaimer, u.a. unter Ziff. 2.

Wichtige Informationen und Pflichtmitteilungen gemäß Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) sowie gemäß Finanzanlageverordnung (FinAnV).

Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit als Ersteller von Anlagestrategieempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 34 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 oder von Anlageempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 35 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014, (bisher „Finanzanalysen“) der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht („BaFin“) gemäß WpHG angezeigt. Die Pflichten der Stock Market Media Ltd. regeln sich primär nach den §§ 85, 86 WpHG, der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 und der Delegierten Verordnung (EU) 2016/958.

Angaben über den/die Ersteller dieser Publikation:
Verantwortlich für die Erstellung der Texte und Inhalte dieser Publikation ist Herr Roberto Gonçalves de Albuquerque, als Analyst und Chefredakteur. Herausgeber ist die Stock Market Media Ltd., 405 Kings Road, Flat 600, London; SW10 0BB, Vereinigtes Königreich, vertreten durch den Director Roberto Gonçalves de Albuquerque.

Wichtige Hinweise zur Erstellung dieser Veröffentlichung:
Diese Veröffentlichung enthält sowohl Tatsachen und Fakten zu den besprochenen Unternehmen, als auch rein subjektive Werturteile, Interpretationen, Schätzungen, Hochrechnungen, Vorhersagen und Preisziele. Diese versuchen wir, möglichst transparent voneinander abzugrenzen, um irreführende Angaben zu vermeiden. Recherche, Aufbereitung und Formulierung erfolgen dabei unter Einsatz gängiger digitaler und KI-gestützter Hilfsmittel; die inhaltliche Prüfung und die redaktionelle Verantwortung liegen bei uns. Die wesentlichen Grundlagen und Maßstäbe unserer Werturteile und Bewertungen, der besprochenen Aktien, basieren auf folgender Vorgehensweise:

Beurteilung und Bewertung von Unternehmen nach herkömmlichen Bewertungsmethoden (grundlegender Bewertungsansatz)

  • Einschätzung des Potentials der zukünftigen Unternehmensentwicklung (Wachstumsansatz) und Hochrechnung auf das entsprechende Bewertungspotential (Kurs-Potential-Analyse) sowie einer möglichen Unternehmens-Aktien-Bewertung aufgrund potentieller Gewinnerwartungen (KGV Hochrechnung)
  • Einschätzung des von uns erwarteten Best-Case-Szenarios im absoluten Erfolgsfall des Unternehmens (Blue-Sky-Potential-Ansatz)
  • Effekt der von uns erwarteten, gesteigerten Bekanntheit der empfohlenen Aktie auf den Aktienkurs durch einen starken Anstieg der Nachfrage am Markt (insbesondere maßgeblich bei marktengen oder neu bzw. erstmals empfohlenen Aktien) aufgrund der von uns oder Dritten veröffentlichten Publikationen (meistens Kaufempfehlungen), (Multiplikator- / Momentum-Effekt, Hype), dadurch überproportional steigende Rendite/Aktienkurs bei entsprechend steigendem Risiko
  • Technische Analyse des Aktienkurses gemäß gängiger Analyse-Methoden, meist zur Voraussage von Kurs-Signalen (Kauf- oder Verkaufssignal, Ausbruch der Aktie, Festlegung von Kurszielen, Unterstützungs- oder Widerstandsbereichen, erwarteten Mindestbewegungen oder Mindest-Gegenbewegungen, Voraussage von Signalpunkten (wenn-dann), etc.), größtenteils auf der erwarteten Massenpsychologie aufbauend. (technischer Ansatz).

Herkömmliche Bewertungsansätze sind bei jungen oder noch umsatzlosen Unternehmen oft schlecht sinnvoll anwendbar. Daher stützen wir uns bei der Bewertung von solchen Unternehmen tendenziell auf die von uns errechnete Potential-Analyse, sowie die Einschätzung der Nachfrage nach solchen Aktien am Kapitalmarkt. Letztendlich entscheidet der Markt über den Aktienkurs eines Unternehmens. Entsteht durch umfangreiche Empfehlungen einer Aktie, eine exzessive Nachfrage nach dieser, ist es möglich, dass der Aktienkurs bei einem hohen Handelsvolumen überdurchschnittlich steigt. Dies führt zwar zu extremen Gewinnmöglichkeit, erhöht jedoch entsprechend das Risiko einer Blasenbildung mit entsprechendem Kursrückgang. Durch die gesteigerte Volatilität der Aktie in solchen Situationen ergeben sich überdurchschnittliche Gewinn- und Verlustmöglichkeiten, sowohl in beide Handelsrichtungen als auch bei wiederkehrenden Gegenbewegungen. Auch solche Marktentwicklungen sind ein wichtiger Teil unserer Handelsempfehlungen und Bewertungsansätze.

Diese Publikation befasst sich ausschließlich mit überdurchschnittlich volatilen Werten mit hohem Gewinn- und auch Verlustpotential.

Hinweis zu Informationsquellen:
Die Zuverlässigkeit von Informationsquellen wird von uns vor deren Verwendung ausführlich geprüft und von uns entsprechend ihrer Glaubwürdigkeit und Bedeutung subjektiv bewertet. Dabei entscheiden wir nach eigenen Maßstäben, welche Quellen wir für relevant, zu konservativ oder zu optimistisch halten. Letztendlich legen wir unsere Empfehlungen aufgrund unserer persönlichen Einschätzungen fest. Bei der Informationsbeschaffung greifen wir auf zahlreiche öffentlich zugängliche Quellen zurück wie z.B. Pressemitteilungen, Ad-Hoc-Mitteilungen, Unternehmensmeldungen, Firmenpräsentationen, Publikationen und Artikeln zum besprochenen Unternehmen, gängige Finanzmedien im In- und Ausland sowie auf Unternehmens- oder Branchen-Analysen Dritter.

In unseren Publikationen werden ausschließlich öffentlich verfügbare Informationen und Quellen, sowie vom Unternehmen selbst verbreitete Informationen verwendet.

Hinweis zu bestehenden Interessenkonflikten:
Wir weisen hiermit darauf hin, dass Gesellschafter, Redakteure, Mitarbeiter sowie Personen bzw. Unternehmen die an der Erstellung dieser Veröffentlichung beteiligt sind, sowie Auftraggeber (Dritte) der Publikation von Stock Market Media Ltd. zum Zeitpunkt dieser Veröffentlichung direkt oder indirekt Anteile an Wertpapieren, welche im Rahmen der jeweiligen Publikation besprochen werden, halten. und daher an einer Kurs- und/oder Umsatzsteigerung, d.h. auch einer erhöhten Handelsliquidität interessiert sind, da die Absicht besteht, in unmittelbarem Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung diese Wertpapiere zu verkaufen und an steigenden Kursen und Umsätzen zu partizipieren. Ein Kurszuwachs der Aktien der vorgestellten Unternehmen kann zu einem Vermögenszuwachs bei diesen Personen führen. Durch die Besprechung des Unternehmens können jedenfalls der Aktienkurs des Unternehmens erheblich beeinflusst werden. Insbesondere wird auch durch Wertpapiertransaktionen der Aktienkurs der besprochenen Unternehmen maßgeblich beeinflusst. Dies gilt insbesondere, wenn es sich um Unternehmen handelt deren Aktien keine breite Marktkapitalisierung haben und bei denen nur ein enger Markt besteht. Hier können auch nur geringe Auftragsvolumen erhebliche Auswirkungen auf die Kurse haben. Sie sind aber auch daran interessiert, dass der Kurs des besprochenen Unternehmens sinkt, wenn sie deren Aktien günstiger erwerben wollen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Stock Market Media Ltd. und seine Mitarbeiter werden zudem für die Vorbereitung, elektronische Verbreitung und Veröffentlichung dieser Publikation sowie für andere Dienstleitungen entgeltlich entlohnt. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Diese Vergütung kann durch das Unternehmen über das die Stock Market Media Ltd. Informationen veröffentlicht, durch mit diesen Unternehmen verbundene Dritte oder sonstige Dritte, die ein Interesse in Bezug auf die im Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung besprochenen Unternehmen verfolgen, erfolgen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen. Dieser wird zunächst dadurch begründet, dass die Stock Market Media Ltd. im Interesse ihres Auftraggebers ihre Ausführungen vornehmen könnte. Die Stock Market Media Ltd. und/oder mit ihr verbundene Unternehmen haben mit der gegenständlichen Gesellschaft bzw. mit deren Aktionären eine kostenpflichtige Vereinbarung zur Erstellung der redaktionellen Besprechung getroffen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Hinweis zur Handhabe der internen Organisationspflichten:
Aufgrund der geringen Unternehmensgröße des Herausgebers, ist eine interne Kontrolle der Compliance Prozesse der an dieser Publikation mitwirkenden Mitarbeiter und sonstigen Beteiligten überschaubar.

Verantwortliche Aufsichtsbehörde:
Die Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit gemäß § 86 WpHG bei der BaFin angezeigt.