Fed ignoriert Vorladungen in strafrechtlicher Untersuchung gegen Powell
Zentralbank reagiert nicht auf Grand-Jury-Vorladungen im Ermittlungsverfahren gegen Notenbankchef Jerome Powell

Die US-Notenbank Federal Reserve ist Vorladungen einer Grand Jury im Rahmen einer strafrechtlichen Untersuchung gegen ihren Vorsitzenden Jerome Powell bislang nicht nachgekommen. Dies berichtete der US-Nachrichtensender CNBC am Mittwoch unter Berufung auf eine mit der Angelegenheit vertraute Person.
Powell hatte am 11. Januar erstmals öffentlich gemacht, dass gegen ihn strafrechtlich ermittelt wird. Der Fed-Chef wies die Vorwürfe als politisch motiviert zurück und verwies auf die wiederholten öffentlichen Forderungen von US-Präsident Donald Trump, die Zentralbank solle die Leitzinsen senken.
Die Ermittlungen werden von Jeanine Pirro, US-Staatsanwältin für den District of Columbia, geleitet. Die Frist, bis zu der die Fed die in den Vorladungen geforderten Dokumente vorlegen muss, ist derzeit nicht bekannt.
Keine Stellungnahme von Powell
Auf die Frage von Reportern, ob die Federal Reserve auf die Vorladungen reagiert habe, erklärte Powell am Mittwoch lediglich: "Dazu habe ich heute nichts mitzuteilen." Die Untersuchung läuft parallel zur aktuellen Geldpolitik der Fed, die zuletzt beschlossen hatte, die Zinssätze auf dem derzeitigen Niveau zu belassen.
Die Entwicklung wirft Fragen über die Unabhängigkeit der US-Notenbank auf, die traditionell frei von politischer Einflussnahme agieren soll. Für deutsche Anleger ist die Situation von Bedeutung, da geldpolitische Entscheidungen der Fed erhebliche Auswirkungen auf internationale Finanzmärkte haben.
Die Federal Reserve hat sich bislang nicht zu den Details der Ermittlungen oder dem Stand der Dokumentenvorlage geäußert. Die weitere Entwicklung des Verfahrens bleibt abzuwarten.
